Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Allgemeinchirurgie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.

  • Weiterbildung
  • Befugnisse
  • Jobs
  • Statistik
Grafische Darstellung eines Skalpells bei einem Hautschnitt zum Fachgebiet Allgemeinchirurgie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten und ist in verschiedene Weiterbildungsabschnitte gegliedert. Sie umfasst insgesamt 72 Monate im Gebiet Chirurgie. Fest vorgeschrieben sind darin 18 Monate in der Orthopädie und Unfallchirurgie, 18 Monate in der Viszeralchirurgie sowie je 6 Monate in der Notfallaufnahme und in der Intensivmedizin; bis zu 12 Monate können zum strukturierten Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Allgemeinchirurgie

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Allgemeinchirurgie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Allgemeinchirurgie in Zahlen 2025

7.383 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharztbezeichnung der Allgemeinchirurgie sind in Deutschland berufstätig – einschließlich der früheren Bezeichnungen Chirurgie und Allgemeine Chirurgie.
Anerkennungen 2025 156
ambulant tätig 2.044
stationär tätig 4.270
Frauenanteil etwa 32 Prozent

Im Jahr 2025 waren 7.383 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharztbezeichnung der Allgemeinchirurgie berufstätig. Die Ärztestatistik führt dabei drei Bezeichnungen getrennt: die heutige Allgemeinchirurgie sowie die früheren Bezeichnungen Chirurgie und Allgemeine Chirurgie, die weitergeführt werden dürfen.

Von ihnen arbeiteten 4.270 im stationären und 2.044 im ambulanten Bereich. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 32,4 Prozent; bei den neuen Facharztanerkennungen ist er mit 46,2 Prozent deutlich höher.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Weiterbildungsbezeichnungen in der Allgemeinchirurgie:

  • Chirurgie 5.361
  • Allgemeinchirurgie 1.370
  • Allgemeine Chirurgie 652

Im Jahr 2025 wurden 156 Facharztanerkennungen erteilt – nach 173 im Jahr 2023 und 169 im Jahr 2024. Der Frauenanteil bei den neuen Fachärztinnen und Fachärzten betrug 46,2 Prozent und liegt damit deutlich über dem Frauenanteil im Fachgebiet insgesamt.

Stellenangebote

Jobs in der Allgemeinchirurgie

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Allgemeinchirurgie in Klinik und Praxis – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Allgemeinchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)

Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Allgemein- und Viszeralchirurgie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, Forschung, Kongressen, Zertifizierung von Zentren und strukturierter ärztlicher Fort- und Weiterbildung.

Fachgesellschaft

Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC)

Bundesweite berufspolitische Interessenvertretung der chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte – für die Allgemeinchirurgie ebenso wie für die übrigen chirurgischen Fachgebiete, mit eigenem Fort- und Weiterbildungsangebot.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Geriatrie
  • Handchirurgie
  • Intensivmedizin
  • Klinische Akut- und Notfallmedizin
  • Medikamentöse Tumortherapie
  • Notfallmedizin
  • Phlebologie
  • Proktologie
  • Transplantationsmedizin

Berufsalltag

Arbeiten in der Allgemeinchirurgie

Zwei Stellen können dieselbe Bezeichnung tragen und völlig verschiedene Arbeitstage bedeuten: An einem Haus der Grund- und Regelversorgung reicht das Spektrum von der Appendektomie über Hernien und Gallenblase bis zur Frakturversorgung, an einem Klinikum mit eigenen Fachabteilungen ist die Allgemeinchirurgie eher Durchgangsstation zwischen Viszeral-, Unfall- und Gefäßchirurgie, in der Praxis prägen ambulante Eingriffe und Wundsprechstunde den Tag. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 8. Oktober 2026 Quellen: DGAV, BDC und Bundesärztekammer
Arbeitsalltag

Zwischen Notaufnahme, Operationssaal und Station

Die Allgemeinchirurgie ist das breite Basisfach der Chirurgie. Ein Arbeitstag verbindet die operative Versorgung – Appendektomie, Cholezystektomie, Hernien, Wund- und Weichteileingriffe – mit der Sonographie, der Frakturbehandlung und der Einschätzung akuter Bauchschmerzen in der Notaufnahme.

Gerade in der Grund- und Regelversorgung entscheidet die Allgemeinchirurgie oft zuerst: Was muss sofort operiert werden, was kann konservativ behandelt werden, was gehört in ein spezialisiertes Zentrum? Diese Triage-Kompetenz ist eine der prägenden Stärken des Fachs.

Hinzu kommt die Breite der Weiterbildung selbst: Feste Abschnitte in der Orthopädie und Unfallchirurgie sowie in der Viszeralchirurgie sorgen dafür, dass Allgemeinchirurginnen und Allgemeinchirurgen in mehreren Bereichen sicher arbeiten – und sich später gezielt weiter spezialisieren können.

Stellenprofil

Was eine allgemeinchirurgische Stelle wirklich ausmacht

Die Bezeichnung der Abteilung sagt wenig über den späteren Arbeitsalltag. Entscheidend ist die Struktur des Hauses: An einer Klinik der Grund- und Regelversorgung deckt eine Abteilung häufig das gesamte allgemeinchirurgische Spektrum ab, an einem Maximalversorger verteilt sich dasselbe Spektrum auf mehrere Fachabteilungen – mit entsprechend anderen Rotationen.

Für die Weiterbildung ist deshalb vor allem eines wichtig: wie die vorgeschriebenen Abschnitte in der Orthopädie und Unfallchirurgie sowie in der Viszeralchirurgie konkret organisiert sind – im eigenen Haus, im Verbund oder über Kooperationen.

Vor einer Bewerbung sind deshalb konkrete Fragen wichtiger als allgemeine Aussagen:

  • Wie sind die 18 Monate Orthopädie und Unfallchirurgie und die 18 Monate Viszeralchirurgie geregelt?
  • Wie viele Monate deckt die Befugnis am Haus ab, und wer ist Verbundpartner?
  • Wie groß ist der Anteil an Notfall- und Akutversorgung?
  • Welchen Stellenwert haben minimalinvasive Verfahren?
  • Wird ambulant operiert, und bin ich daran beteiligt?
  • Führe ich Sonographie einschließlich Notfallsonographie selbst durch?
  • Werden die Eingriffszahlen für den Weiterbildungskatalog erreichbar eingeplant?
  • Wer leitet im Operationssaal an, und ab wann wird selbst operiert?

So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Die vorgeschriebenen Abschnitte in Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Viszeralchirurgie sind schriftlich zugesagt und terminiert
  • OP-Zeiten und Sonographie sind verbindlich eingeplant, nicht „bei Gelegenheit“
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
  • Eingriffe werden angeleitet selbst durchgeführt, nicht nur assistiert
  • Die Pflichtabschnitte in Notfallaufnahme und Intensivmedizin sind konkret geplant
  • Zeit für Kongresse, Fortbildung und gegebenenfalls Studienbeteiligung

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
  • Ab wann operiere ich selbst – und mit welcher Anleitung?
  • Wie erreiche ich die geforderten 150 Resektionen und 120 Osteosynthesen?
  • Sind die Rotationen schriftlich fixiert, und wann finden sie statt?
  • Wie viele Fachärztinnen und Fachärzte tragen die Anleitung?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Verantwortung für Operationssaal, Station oder Notaufnahme
  • Weitere Facharztkompetenz im Gebiet Chirurgie, etwa Viszeral- oder Unfallchirurgie
  • Niederlassung in chirurgischer Praxis oder ambulantem Operationszentrum
  • Zusatz-Weiterbildungen wie Intensivmedizin, Notfallmedizin, Proktologie oder Handchirurgie
  • Klinische Forschung und Studienzentren

Medizinische Entwicklung

Allgemeinchirurgie in Bewegung

Minimalinvasive Technik, mehr ambulante Eingriffe und der Umbau der Krankenhauslandschaft verändern das Fach – und rücken die Frage in den Vordergrund, welches Haus künftig welche Eingriffe erbringt.

Minimalinvasiv als Regelfall

Bei Appendektomie, Cholezystektomie und Hernienversorgung sind laparoskopische Verfahren der übliche Weg; robotisch assistierte Systeme kommen an immer mehr Häusern hinzu. Für die Weiterbildung heißt das: Beide Zugangswege müssen sicher beherrscht werden, und es lohnt sich zu fragen, in welcher Technik am jeweiligen Haus tatsächlich operiert wird.

Mehr Eingriffe ambulant

Ein wachsender Teil der allgemeinchirurgischen Eingriffe wird ambulant erbracht. Das verändert Abläufe, Aufklärung und Nachsorge – und verlagert Weiterbildungsinhalte zunehmend in ambulante Operationszentren und Praxen, die eigene Weiterbildungsbefugnisse besitzen können.

Krankenhausreform und Leistungsgruppen

Mit der Krankenhausreform werden Leistungen künftig über definierte Leistungsgruppen zugewiesen, die an personelle und strukturelle Voraussetzungen geknüpft sind. Für die Allgemeinchirurgie ist das unmittelbar relevant: Welche Eingriffe eine Abteilung weiterhin erbringt, entscheidet mit darüber, welches Spektrum in der Weiterbildung überhaupt erreichbar ist. Ein Blick auf das künftige Leistungsspektrum des Hauses gehört deshalb ins Bewerbungsgespräch.

Notfallversorgung als Kernaufgabe

Die Einschätzung des akuten Abdomens, die Erstversorgung von Verletzten und die enge Zusammenarbeit in der Zentralen Notaufnahme bleiben Kern der Allgemeinchirurgie. Notfallsonographie und strukturierte Ersteinschätzung sind mit eigenen Richtzahlen in der Weiterbildung verankert.

Breite Basis für jede Spezialisierung

Weil die Weiterbildung feste Abschnitte in mehreren chirurgischen Bereichen vorsieht, bleibt die Allgemeinchirurgie der breiteste Einstieg in das Gebiet. Wer sich später auf Viszeral-, Unfall- oder Gefäßchirurgie festlegt, baut auf denselben Grundlagen auf.

Redaktioneller Stand

September 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Allgemeinchirurgie

Was ist der Unterschied zwischen der Allgemeinchirurgie und den übrigen chirurgischen Facharztkompetenzen?

Die Allgemeinchirurgie ist die breit angelegte Facharztkompetenz im Gebiet Chirurgie. Sie umfasst 72 Monate und schreibt feste Abschnitte in der Orthopädie und Unfallchirurgie sowie in der Viszeralchirurgie vor, während die übrigen chirurgischen Facharztkompetenzen einen eigenen Schwerpunkt vertiefen.

Die früheren Bezeichnungen „Chirurgie“ und „Allgemeine Chirurgie“ bleiben gültig: Wer sie führt, darf stattdessen die Bezeichnung „Allgemeinchirurgie“ führen. In der Ärztestatistik werden alle drei weiterhin getrennt ausgewiesen.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 48 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können.

Weil die Allgemeinchirurgie feste Abschnitte in mehreren chirurgischen Bereichen vorsieht, deckt eine einzelne Befugnis nur selten die gesamte Weiterbildung ab; Rotationen und Weiterbildungsverbünde sind hier der Regelfall. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Kann ich die Facharztweiterbildung Allgemeinchirurgie in Teilzeit absolvieren?

Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Die kalendarische Dauer verlängert sich entsprechend.

In einem operativen Fach lohnt sich zusätzlich die frühzeitige Absprache, wie OP-Zeiten und Dienste in Teilzeit geplant werden – damit die geforderten Eingriffszahlen erreichbar bleiben.

Welche Eingriffe und Richtzahlen muss ich im eLogbuch nachweisen?

Im eLogbuch werden die erworbenen Kompetenzen dokumentiert – in der Allgemeinchirurgie unter anderem 150 Resektionen, Übernähungen und Exstirpationen, darunter 25 Appendektomien und 35 Cholezystektomien, dazu 50 Laparotomien und deren Verschluss sowie 40 Leistenhernien-Operationen.

Aus dem unfallchirurgischen Teil kommen 120 Osteosynthesen bei Typ-A- und Typ-B-Frakturen, 100 konservative Behandlungen bei Luxationen, Frakturen und Distorsionen und 50 Implantatentfernungen hinzu, aus der eigenen Diagnostik 400 Sonographien des Abdomens und Retroperitoneums, 200 der Urogenitalorgane und 50 Notfallsonographien. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer; im Bewerbungsgespräch sollte deshalb geklärt werden, ob diese Zahlen an der Weiterbildungsstätte realistisch erreichbar eingeplant sind.

Welche Zusatz-Weiterbildungen bauen auf dem Facharzt für Allgemeinchirurgie auf?

Verbreitet sind Intensivmedizin, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin; im operativen Alltag spielen außerdem Proktologie und Handchirurgie eine Rolle. Sie setzen in der Regel eine Facharztanerkennung voraus und sind keine eigenen Fachgebiete.

Wer sich stärker spezialisieren möchte, kann außerdem eine weitere Facharztkompetenz des Gebiets Chirurgie anstreben; bereits absolvierte Zeiten werden nach den Regeln der zuständigen Landesärztekammer angerechnet. Eine Auswahl finden Sie in der Übersicht der Facharztkompetenzen auf dieser Seite.

Für Kliniken und Praxen

Stellenanzeigen veröffentlichen. Weiterbildungsbefugnisse sichtbar machen.

valmedi veröffentlicht Ihre Stellenangebote und verbindet sie mit Fachabteilungen und Weiterbildungsinformationen.

Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb