Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Thoraxchirurgie
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten und ist in verschiedene Weiterbildungsabschnitte gegliedert. Sie umfasst insgesamt 72 Monate im Gebiet Chirurgie; der größte Teil wird in der Thoraxchirurgie absolviert. Bis zu 12 Monate können zum strukturierten Kompetenzerwerb in anderen Gebieten abgeleistet werden.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Thoraxchirurgie
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Thoraxchirurgie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Thoraxchirurgie in Zahlen 2025
Im Jahr 2025 waren 669 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung der Thoraxchirurgie berufstätig. Damit ist die Thoraxchirurgie eines der kleinsten chirurgischen Fachgebiete.
Von ihnen arbeiteten 615 im stationären und nur 19 im ambulanten Bereich – kaum ein anderes Fach ist so stark an die Klinik gebunden. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 21,7 Prozent.
Datengrundlage: Ärztestatistik der BundesärztekammerWeiterbildungsbezeichnungen in der Thoraxchirurgie:
- Thoraxchirurgie 533
- SP Thoraxchirurgie (Chirurgie) 105
- SP Thoraxchirurgie (Herzchirurgie) 22
- TG Thoraxchirurgie 9
Im Jahr 2025 wurden 46 Facharztanerkennungen für Thoraxchirurgie erteilt – nach 45 im Jahr 2023 und 36 im Jahr 2024. Der Frauenanteil bei den neuen Fachärztinnen und Fachärzten betrug 37,0 Prozent und lag damit deutlich über dem Frauenanteil im Fachgebiet insgesamt.
Stellenangebote
Jobs in der Thoraxchirurgie
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Thoraxchirurgie in Klinik und Praxis – bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT)
Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Thoraxchirurgie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, Forschung, Kongressen und strukturierter ärztlicher Fort- und Weiterbildung für Klinik, Praxis und Wissenschaft.

Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC)
Bundesweite berufspolitische Interessenvertretung der chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte – für die Thoraxchirurgie ebenso wie für die übrigen chirurgischen Fachgebiete, mit eigenem Fort- und Weiterbildungsangebot.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie Diese Seite
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Geriatrie
- Intensivmedizin
- Klinische Akut- und Notfallmedizin
- Medikamentöse Tumortherapie
- Notfallmedizin
- Palliativmedizin
- Spezielle Schmerztherapie
- Transplantationsmedizin
Berufsalltag
Arbeiten in der Thoraxchirurgie
Zwei Abteilungen können dieselbe Bezeichnung tragen und völlig verschiedene Arbeitstage bedeuten: An einem Haus ist die Thoraxchirurgie eine eigenständige Klinik mit Lungenkrebszentrum und großem Resektionsprogramm, am anderen eine Sektion innerhalb der Allgemein- oder Herzchirurgie mit Schwerpunkt auf Pleura- und Notfalleingriffen, an einem dritten kommen Transplantation oder Brustwandchirurgie hinzu. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.
Zwischen Thorakoskopie, Lungenresektion und Intensivstation
Die Thoraxchirurgie ist ein ausgesprochen operatives Fach mit eigener Diagnostik. Ein Arbeitstag beginnt häufig im Operationssaal – mit video-assistierten thorakoskopischen Eingriffen, Keilresektionen, Segmentektomien oder Lobektomien samt Lymphknotendissektion –, setzt sich über Bronchoskopien und Thoraxsonographien fort und endet mit Visite, Drainagemanagement und der Betreuung frisch operierter Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation.
Notfälle gehören fest dazu: Spannungspneumothorax, Hämatothorax, Thoraxtrauma, Pleuraempyem oder Blutungen nach Eingriffen verlangen rasches Handeln – oft gemeinsam mit Anästhesie, Intensivmedizin und Unfallchirurgie.
Prägend ist außerdem die enge Verzahnung mit der Pneumologie und der Onkologie: Ein großer Teil der Arbeit betrifft das Lungenkarzinom, von der Diagnosesicherung über das Staging und die Tumorkonferenz bis zur Resektion und Nachsorge.
Was eine thoraxchirurgische Stelle wirklich ausmacht
Die Bezeichnung der Abteilung sagt wenig über den späteren Arbeitsalltag. Entscheidend ist zunächst die Struktur: Eine eigenständige thoraxchirurgische Klinik mit hoher Fallzahl bietet ein anderes Spektrum als eine Sektion innerhalb der Allgemein- oder Herzchirurgie, in der Pleuraeingriffe und Notfälle überwiegen.
Eine zweite Weichenstellung ist das Programm: ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum, minimalinvasive und roboterassistierte Verfahren, Brustwand- und Trichterbrustchirurgie oder – an wenigen Häusern – ein Transplantationsprogramm verändern den Alltag grundlegend. Weil das Fach fast vollständig stationär stattfindet, sind Fallzahl und Struktur des Hauses für die Weiterbildung besonders wichtig.
Vor einer Bewerbung sind deshalb konkrete Fragen wichtiger als allgemeine Aussagen:
- Ist die Thoraxchirurgie eine eigenständige Klinik oder eine Sektion innerhalb eines anderen Fachs?
- Wie hoch ist die jährliche Zahl anatomischer Lungenresektionen?
- Welchen Anteil haben minimalinvasive und roboterassistierte Verfahren?
- Besteht ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum mit eigener Tumorkonferenz?
- Werden Mediastinoskopie, Bronchoskopie und Thoraxsonographie in der Abteilung selbst durchgeführt?
- Gibt es Brustwand-, Trichterbrust- oder Transplantationschirurgie?
- Wie eng ist die Zusammenarbeit mit Pneumologie, Onkologie, Radiologie und Intensivmedizin?
- Werden die Eingriffszahlen für den Weiterbildungskatalog erreichbar eingeplant?
- Wer leitet im Operationssaal an, und ab wann wird selbst operiert?
So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Die Befugnis deckt möglichst viele der 48 Fachmonate ab – der Rest ist über einen festen Rotations- oder Verbundplan geregelt
- OP- und Endoskopiezeiten sind verbindlich eingeplant, nicht „bei Gelegenheit“
- Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
- Eingriffe werden angeleitet selbst durchgeführt, nicht nur assistiert
- Die Pflichtabschnitte in Notfallaufnahme und Intensivmedizin sind konkret geplant
- Zeit für Kongresse, Fortbildung und gegebenenfalls Studienbeteiligung
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
- Ab wann operiere ich selbst – und mit welcher Anleitung?
- Sind minimalinvasive und roboterassistierte Verfahren am Haus etabliert?
- Wie erreiche ich die geforderten 30 Lobektomien und die übrigen Eingriffszahlen?
- Wie viele Fachärztinnen und Fachärzte tragen die Anleitung?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Oberärztliche Verantwortung für Operationssaal oder Station
- Leitungsfunktion in einer thoraxchirurgischen Klinik oder Sektion
- Schwerpunkt Thoraxonkologie, Brustwandchirurgie oder Transplantation
- Zusatz-Weiterbildungen wie Intensivmedizin, Notfallmedizin oder Medikamentöse Tumortherapie
- Klinische Forschung und Studienzentren
Medizinische Entwicklung
Thoraxchirurgie in Bewegung
Minimalinvasive Technik, ein verändertes Vorgehen beim Lungenkarzinom und die zunehmende Zentrenbildung prägen das Fach – bei gleichzeitig kleiner Facharztzahl.
Minimalinvasiv ist der Regelfall geworden
Video-assistierte thorakoskopische Verfahren haben die offene Thorakotomie bei vielen Eingriffen abgelöst; uniportale Techniken und roboterassistierte Systeme sind an immer mehr Häusern etabliert. Für die Weiterbildung bedeutet das: Beide Zugangswege müssen beherrscht werden – und die Frage, an welchem Haus welche Technik in welcher Zahl angewendet wird, entscheidet über den eigenen Lernweg.
Lungenkarzinom: parenchymsparend und multimodal
Bei kleinen, früh erkannten Tumoren rücken parenchymsparende Verfahren wie die Segmentektomie neben die klassische Lobektomie. Zugleich wird die Behandlung multimodaler: Immun- und zielgerichtete Therapien kommen vermehrt vor oder nach der Operation zum Einsatz, was die Abstimmung in der interdisziplinären Tumorkonferenz noch wichtiger macht.
Diagnostik und Staging
Endobronchialer Ultraschall, Mediastinoskopie einschließlich videoassistierter Lymphadenektomie und moderne Schnittbildverfahren bestimmen gemeinsam das Stadium und damit die Therapie. Die Weiterbildungsordnung sieht für Bronchoskopie, Mediastinoskopie und Lymphknotendissektion jeweils eigene Richtzahlen vor.
Früherkennung rückt näher
Die Früherkennung des Lungenkarzinoms mittels Niedrigdosis-Computertomographie bei Risikogruppen bewegt sich auf die Regelversorgung zu. Für die Thoraxchirurgie heißt das perspektivisch: mehr kleine, früh entdeckte Befunde – und damit mehr Bedarf an sicherer Abklärung und parenchymsparender Chirurgie.
Kleines Fach, ausgeprägte Zentrenbildung
Mit rund 670 berufstätigen Fachärztinnen und Fachärzten ist die Thoraxchirurgie eines der kleinsten operativen Fächer und fast vollständig an Kliniken gebunden. Qualitätsvorgaben, Zertifizierungen und Mindestmengen verstärken die Bündelung an spezialisierten Zentren – für die Weiterbildung sind das häufig die Häuser mit dem breitesten Spektrum.
Redaktioneller Stand
September 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Thoraxchirurgie
Brauche ich zuerst den Facharzt für Chirurgie, bevor ich Thoraxchirurgin oder Thoraxchirurg werden kann?
Nein. Die Thoraxchirurgie ist eine eigenständige Facharztkompetenz im Gebiet Chirurgie. Die 72-monatige Weiterbildung führt direkt zur Facharztanerkennung; ein vorgeschalteter Facharzt für Chirurgie ist dafür nicht erforderlich.
Ältere Bezeichnungen wie „Schwerpunkt Thoraxchirurgie“ stammen aus früheren Weiterbildungsordnungen, in denen die Thoraxchirurgie auf das Gebiet Chirurgie oder das frühere Gebiet Herzchirurgie aufsetzte; sie werden in der Ärztestatistik weiterhin getrennt ausgewiesen. Welche Regelung im Einzelfall gilt, richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 48 Monate?
Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 48 Monate deckt die gesamte fachspezifische Weiterbildungszeit ab; bei anteiligen Befugnissen – etwa über 24 oder 36 Monate – müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten oder in einem Weiterbildungsverbund absolviert werden.
Weil die Thoraxchirurgie ein kleines und fast vollständig klinisch geprägtes Fach ist, sind Verbundlösungen zwischen Häusern hier besonders häufig. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.
Kann ich die Facharztweiterbildung Thoraxchirurgie in Teilzeit absolvieren?
Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Die kalendarische Dauer verlängert sich entsprechend.
In einem operativen Fach lohnt sich zusätzlich die frühzeitige Absprache, wie OP- und Endoskopiezeiten in Teilzeit geplant werden – damit die geforderten Eingriffszahlen erreichbar bleiben.
Welche Eingriffe und Richtzahlen muss ich im eLogbuch nachweisen?
Im eLogbuch werden die erworbenen Kompetenzen dokumentiert – in der Thoraxchirurgie unter anderem 30 Lobektomien einschließlich Pneumonektomien, 20 Keilresektionen, 5 Segmentektomien, 30 komplette ipsilaterale thorakale Lymphknotendissektionen und 10 Mediastinoskopien.
Hinzu kommen die eigene Diagnostik und die Notfallversorgung: 50 starre und flexible Tracheobronchoskopien, 50 Pleurapunktionen und Drainageeinlagen sowie 100 Sonographien des Thorax. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer; im Bewerbungsgespräch sollte deshalb geklärt werden, ob diese Zahlen an der Weiterbildungsstätte realistisch erreichbar eingeplant sind – und ab wann selbst operiert wird.
Welche Zusatz-Weiterbildungen bauen auf dem Facharzt für Thoraxchirurgie auf?
Verbreitet sind Intensivmedizin, Notfallmedizin, Medikamentöse Tumortherapie und Palliativmedizin. Sie setzen in der Regel eine Facharztanerkennung voraus und sind keine eigenen Fachgebiete.
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt stark vom Arbeitsfeld ab: An Lungenkrebszentren spielen onkologische Qualifikationen eine große Rolle, an Häusern mit eigener Intensivstation die Intensiv- und Beatmungsmedizin. Eine Auswahl finden Sie in der Übersicht der Facharztkompetenzen auf dieser Seite.
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