Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.

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Illustration einer Gebärmutter mit Embryo zum Fachgebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Weiterbildung erfolgt an zugelassenen Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. Nach der MWBO umfasst sie 60 Monate Frauenheilkunde und Geburtshilfe; bis zu 6 Monate davon können zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten abgeleistet werden. Feste Pflichtabschnitte schreibt die MWBO nicht vor – die Breite des Fachs von Geburtshilfe über operative Gynäkologie bis zur Brustdiagnostik wird über Richtzahlen gesichert. Hinzu kommen 80 Stunden Kurs-Weiterbildung in Psychosomatischer Grundversorgung.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Zahlen 2025

19.946 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt- oder Schwerpunktbezeichnung der Frauenheilkunde und Geburtshilfe sind in Deutschland berufstätig.
Anerkennungen 2025 790
ambulant tätig 12.246
stationär tätig 6.681
Frauenanteil etwa 75 Prozent

Zum Jahresende 2025 waren 19.946 Ärztinnen und Ärzte mit einer Bezeichnung der Frauenheilkunde und Geburtshilfe berufstätig – 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 14.968 Ärztinnen lag der Frauenanteil bei 75,0 Prozent.

Anders als die meisten klinischen Fächer ist das Gebiet überwiegend ambulant geprägt: 12.246 arbeiteten ambulant, davon 8.363 in eigener Niederlassung, und 6.681 im Krankenhaus. Weitere 281 waren in Behörden und Körperschaften und 738 in anderen Bereichen tätig.

Datengrundlage: Ärztestatistik 2025 der Bundesärztekammer

Weiterbildungsbezeichnungen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe:

  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe 18.182
  • Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin 681
  • Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie 618
  • Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin 360
  • Frauenheilkunde sowie Gynäkologie und Geburtshilfe (frühere Bezeichnungen) 105

2025 wurden 790 Facharztanerkennungen in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe erteilt, nach 765 im Jahr 2023 und 761 im Jahr 2024. 658 davon gingen an Ärztinnen. Die Zahl der Niedergelassenen sank 2025 um 1,5 Prozent; 3.300 von ihnen waren 60 Jahre oder älter.

Stellenangebote

Jobs in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Klinik und Praxis – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Deutschland. Sie entwickelt das Fach weiter, erarbeitet Leitlinien, organisiert Fort- und Weiterbildung und richtet alle zwei Jahre ihren Kongress aus.

Fachgesellschaft

Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF)

Bundesweite berufspolitische Interessenvertretung der Gynäkologinnen und Gynäkologen in Klinik und Praxis mit rund 14.000 Mitgliedern und 17 Landesverbänden.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
  • Gynäkologische Onkologie
  • Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
  • Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie
  • Medikamentöse Tumortherapie
  • Palliativmedizin
  • Proktologie
  • Rehabilitationswesen
  • Sexualmedizin
  • Sozialmedizin

Berufsalltag

Arbeiten in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Kaum ein Fach verbindet so unterschiedliche Arbeitswelten: Kreißsaal und Operationssaal, Brustsprechstunde und Pränataldiagnostik, Kinderwunschbehandlung und gynäkologische Onkologie, Klinikdienst und eigene Praxis. Welche davon den Alltag prägen, hängt stark vom Versorgungsauftrag des Hauses ab. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 8. Oktober 2026 Quellen: Bundesärztekammer, DGGG, BVF und Destatis
Arbeitsalltag

Zwischen Kreißsaal, Operationssaal und Sprechstunde

Die Gebietsdefinition reicht von der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung geschlechtsspezifischer Gesundheitsstörungen der Frau über Erkrankungen der Brustdrüse, gynäkologische Onkologie, Endokrinologie, Fortpflanzungsmedizin und Urogynäkologie bis zur Betreuung normaler und gestörter Schwangerschaften, Geburten und Wochenbettverläufe sowie der Prä- und Perinatalmedizin.

In der Klinik wechseln sich geburtshilfliche Dienste mit planbaren Operationen ab – von Hysteroskopie und Laparoskopie bis zu Eingriffen an Brust und Beckenboden. Im Kreißsaal entscheiden oft Minuten: CTG-Beurteilung, Geburtsleitung, vaginal-operative Entbindung oder Kaiserschnitt und die Erstversorgung des Neugeborenen gehören zur Weiterbildung.

Gleichzeitig ist das Fach stark ambulant geprägt. Vorsorge und Krebsfrüherkennung, Schwangerenbetreuung, Ultraschall, Kontrazeption, Beratung in Lebensphasen wie Pubertät und Menopause sowie die langfristige Begleitung chronischer Erkrankungen bestimmen den Alltag in der Praxis.

Stellenprofil

Was eine gynäkologische Stelle wirklich ausmacht

Ein Perinatalzentrum mit gynäkologischem Krebszentrum und Brustzentrum bietet ein anderes Profil als eine Klinik der Grund- und Regelversorgung oder eine Praxis. Entscheidend für die Weiterbildung sind Geburtenzahl, operatives Spektrum und die Frage, ob Brustdiagnostik, Pränatalmedizin und Urogynäkologie am Haus abgebildet sind – denn daran hängt, ob die Richtzahlen innerhalb der Befugniszeit erreichbar sind.

Vor einer Bewerbung sind konkrete Fragen hilfreicher als allgemeine Versprechen:

  • Wie viele Geburten und Kaiserschnitte betreut die Klinik jährlich, und welches Perinatal-Level hat sie?
  • Welches operative Spektrum gibt es – Endoskopie, Senologie, Onkologie, Urogynäkologie?
  • Ab wann übernehmen Weiterzubildende eigene Eingriffe, und wie eng ist die fachärztliche Supervision?
  • Wie werden Ultraschall, Mammasonographie und Dopplersonographie strukturiert vermittelt?
  • Wie sind Kreißsaal-, Nacht- und Wochenenddienste organisiert und fachärztlich abgesichert?
  • Gibt es eine Kooperation mit Praxen für die ambulanten Inhalte, etwa Kolposkopie und Krebsfrüherkennung?
  • Sind die Richtzahlen des eLogbuchs verbindlich in Rotations- und OP-Planung eingeplant?
  • Besteht ein Weiterbildungsverbund für Bereiche, die das Haus nicht abdeckt?

So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Die Befugnis deckt möglichst viele der 60 Monate ab – der Rest ist über einen festen Rotations- oder Verbundplan geregelt
  • Kreißsaal, Operationssaal, Ambulanz und Ultraschall sind in einem schriftlichen Rotationsplan verankert
  • Operative Eingriffe werden stufenweise und an den Richtzahlen orientiert übertragen
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
  • Strukturierte Einarbeitung in CTG, geburtshilfliche Notfälle und Sonographie
  • Simulationstraining für Notfälle wie Schulterdystokie oder postpartale Blutung

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
  • Wie viele Weiterzubildende teilen sich Kreißsaal und Operationen?
  • Ab wann leite ich Geburten und operiere selbstständig unter Supervision?
  • Wie erreiche ich die Ultraschall- und Mammasonographie-Zahlen?
  • Wie sind Dienste, Teilzeit und Ausgleichszeiten geregelt?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Verantwortung in Geburtshilfe, operativer Gynäkologie oder Senologie
  • Schwerpunkte Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Gynäkologische Onkologie oder Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
  • Niederlassung in eigener Praxis, Gemeinschaftspraxis oder MVZ
  • Pränataldiagnostik, Kinderwunschzentrum oder Brustzentrum
  • Klinische Forschung, Leitlinienarbeit und Hochschulmedizin

Medizinische Entwicklung

Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Bewegung

Die Konzentration der Geburtshilfe, die Krankenhausreform, die Verlagerung von Eingriffen in den ambulanten Bereich und eine alternde Ärzteschaft in den Praxen verändern das Fach spürbar – in der Klinik ebenso wie in der Niederlassung.

Geburtshilfe konzentriert sich

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsmöglichkeit seit 1991 mehr als halbiert – von 1.186 auf 578 im Jahr 2024. Die Zahl der Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sank im selben Zeitraum von 1.275 auf 758. Für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung bedeutet das weniger, aber größere geburtshilfliche Standorte.

Krankenhausreform und Leistungsgruppen

Mit dem im März 2026 vom Bundestag beschlossenen Krankenhausreformanpassungsgesetz wird die Krankenhausplanung auf Leistungsgruppen umgestellt, die an Struktur- und Personalvorgaben geknüpft sind. Die Zuschläge für Geburtshilfe laufen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ein Jahr länger. Welche Leistungsgruppen ein Haus erhält, wird künftig mitentscheiden, welches Spektrum dort für die Weiterbildung zur Verfügung steht.

Mehr ambulante Operationen

Über die sektorengleiche Vergütung mit Hybrid-DRG wandern weitere Eingriffe aus dem Krankenhaus in den ambulanten Bereich. Der Katalog 2026 umfasst nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 904 OPS-Codes, darunter zahlreiche gynäkologische Eingriffe etwa an Ovar und Tube. Für die Weiterbildung gewinnt damit die Kooperation zwischen Klinik und ambulanten Operationszentren an Bedeutung.

Mutterschutz nach Fehlgeburt

Seit dem 1. Juni 2025 gilt ein gestaffelter Mutterschutz nach Fehlgeburten: ab der 13. Schwangerschaftswoche zwei, ab der 17. Woche sechs und ab der 20. Woche acht Wochen. Frauenärztinnen und Frauenärzte beraten dazu und stellen die nötigen Bescheinigungen aus.

Nachwuchs für die Praxen

Die Zahl der niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte ging 2025 um 1,5 Prozent zurück, und rund 40 Prozent von ihnen waren 60 Jahre oder älter. Gleichzeitig steigt die Zahl der Berufstätigen insgesamt leicht. Praxisübernahmen, Anstellung in Praxen und MVZ sowie Teilzeitmodelle werden für die ambulante Versorgung deshalb wichtiger.

Redaktioneller Stand

Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Wie lange dauert die Facharztweiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Die (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer sieht 60 Monate Frauenheilkunde und Geburtshilfe unter Befugnis an Weiterbildungsstätten vor. Davon können bis zu 6 Monate zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen. Hinzu kommt eine Kurs-Weiterbildung Psychosomatische Grundversorgung über 80 Stunden.

Die MWBO ist eine Empfehlung. Rechtsverbindlich sind die Weiterbildungsordnung, Übergangsbestimmungen und Anerkennungspraxis der zuständigen Landesärztekammer.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Die Befugnis legt fest, in welchem Umfang eine Ärztin oder ein Arzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte Weiterbildung anleiten und bescheinigen darf. Eine Befugnis kann die gesamten 60 Monate oder nur einen Teil davon abdecken.

Gerade im Zusammenspiel von Klinik und Praxis ist wichtig, wie viele Monate an welcher Stätte anerkannt werden und ob Geburtshilfe und operative Gynäkologie am Haus in ausreichendem Umfang vorhanden sind. Den ausgewiesenen Umfang zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Kann ich die Facharztweiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Teilzeit absolvieren?

Ja. Nach der MWBO muss eine Teilzeitweiterbildung hinsichtlich Gesamtdauer, Niveau und Qualität einer ganztägigen Weiterbildung entsprechen. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet, die Kalenderdauer verlängert sich.

Die konkrete Anrechnung regelt die Landesärztekammer. Vor Vertragsabschluss sollte außerdem geklärt werden, wie Kreißsaaldienste, Operationen und Ultraschall in Teilzeit planbar bleiben, damit die geforderten Richtzahlen erreichbar sind.

Welche Richtzahlen nennt die MWBO für den Facharzt?

Genannt werden unter anderem 200 Leitungen normaler Geburten, 20 Kaiserschnitte, 300 Sonographien der utero-plazento-fetalen Einheit, je 200 ante- und intrapartale CTG, je 200 Sonographien der weiblichen Genitalorgane und der Brustdrüse, 50 Kolposkopien, 100 Erstversorgungen von Neugeborenen sowie 100 einfache operative Eingriffe und die Mitwirkung bei 100 komplexen Eingriffen.

Die konkreten Nachweise ergeben sich aus der Weiterbildungsordnung und dem eLogbuch der Landesärztekammer. Im Bewerbungsgespräch lohnt die Frage, ob Geburtenzahl und operatives Spektrum des Hauses diese Zahlen realistisch hergeben.

Welche Schwerpunkte bauen auf dem Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf?

Die MWBO kennt drei Schwerpunkte mit jeweils 24 Monaten Weiterbildung unter Befugnis: Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Gynäkologische Onkologie sowie Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Sie setzen die Facharztanerkennung voraus.

Daneben kommen Zusatz-Weiterbildungen wie Medikamentöse Tumortherapie oder Palliativmedizin infrage. Eine Auswahl finden Sie in der Übersicht der Facharztkompetenzen auf dieser Seite.

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb