Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Gastroenterologie
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten und ist in verschiedene Weiterbildungsabschnitte gegliedert. Der größte Teil wird in der Inneren Medizin und in der Gastroenterologie absolviert; Teile können auch in der ambulanten Versorgung erfolgen. Von den 36 Monaten im Fachgebiet müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung abgeleistet werden; hinzu kommen 6 Monate in der Notfallaufnahme und 6 Monate in der Intensivmedizin.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Gastroenterologie
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Gastroenterologie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Gastroenterologie in Zahlen 2025
Im Jahr 2025 waren 4.745 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Gastroenterologie berufstätig. Damit gehört die Gastroenterologie zu den größeren internistischen Schwerpunkten.
Von den ambulant oder stationär tätigen Gastroenterologinnen und Gastroenterologen arbeiteten 1.803 im ambulanten und 2.778 im stationären Bereich – der überwiegende Teil ist damit im Krankenhaus tätig. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 27,7 Prozent.
Datengrundlage: Ärztestatistik der BundesärztekammerWeiterbildungsbezeichnungen in der Gastroenterologie:
- Innere Medizin und Gastroenterologie 2.419
- SP Gastroenterologie 1.919
- Innere Medizin und SP Gastroenterologie 360
- TG Gastroenterologie 47
Im Jahr 2025 wurden 309 Facharztanerkennungen für Innere Medizin und Gastroenterologie erteilt. Der Frauenanteil bei den neuen Fachärztinnen und Fachärzten betrug 35,9 Prozent und lag damit über dem aktuellen Frauenanteil im Fachgebiet insgesamt.
Stellenangebote
Jobs in der Gastroenterologie
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Gastroenterologie in Klinik und Praxis – bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Gastroenterologie
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Gastroenterologie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, Forschung, Kongressen und strukturierter ärztlicher Fort- und Weiterbildung.

Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng)
Berufsverband und berufspolitische Interessenvertretung der niedergelassenen Gastroenterologinnen und Gastroenterologen in Deutschland mit Fokus auf ambulante Versorgung und fachliche Weiterentwicklung.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
- Gastroenterologie Diese Seite
- Kardiologie
- Nephrologie
- Angiologie
- Endokrinologie und Diabetologie
- Hämatologie und Onkologie
- Infektiologie
- Innere Medizin (ohne weitere Bezeichnung)
- Pneumologie
- Rheumatologie
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Ernährungsmedizin
- Infektiologie
- Intensivmedizin
- Palliativmedizin
- Proktologie
- Rehabilitationswesen
- Sozialmedizin
- Transplantationsmedizin
Berufsalltag
Arbeiten in der Gastroenterologie
Zwei Abteilungen können dieselbe Bezeichnung tragen und völlig verschiedene Arbeitstage bedeuten: An einem Haus dominieren Standard-Endoskopie und Station, am anderen ein interventionelles Zentrum mit ERCP, Endosonographie und onkologischem Schwerpunkt, in der Praxis Vorsorge-Koloskopien und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.
Zwischen Endoskopie, Station und Funktionsdiagnostik
Kaum ein internistisches Fach ist so stark durch eigene Untersuchungstechniken geprägt wie die Gastroenterologie. Ein Arbeitstag kann in der Endoskopie beginnen – mit Gastroskopien und Koloskopien, je nach Haus auch mit ERCP oder Endosonographie –, sich über die Abdomensonographie und die Station fortsetzen und mit einem Konsil oder einer Notfallendoskopie bei gastrointestinaler Blutung enden.
Akute Situationen wie Blutungen, Cholangitis oder ein Ileus verlangen rasches, interventionelles Handeln. Zugleich begleitet die Gastroenterologie viele Menschen über Jahre: bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, chronischen Lebererkrankungen oder in der Tumornachsorge.
Gerade diese Kombination prägt das Fach: handwerklich-interventionelle Medizin auf der einen Seite, langfristige internistische Betreuung auf der anderen.
Was eine gastroenterologische Stelle wirklich ausmacht
Die Bezeichnung der Abteilung sagt wenig über den späteren Arbeitsalltag. Entscheidend ist das Endoskopie-Spektrum: Manche Häuser decken die Basisdiagnostik ab, andere führen regelmäßig ERCP, Endosonographie und komplexe Resektionsverfahren durch. Universitätskliniken und große Zentren setzen zusätzliche Schwerpunkte in der Hepatologie, der gastrointestinalen Onkologie oder der Transplantationsvorbereitung.
In Praxen und Medizinischen Versorgungszentren bestimmen Vorsorge-Koloskopien, Sprechstunden für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und die Betreuung chronischer Lebererkrankungen stärker den Tagesablauf – oft in enger Kooperation mit einer Klinik.
Vor einer Bewerbung sind deshalb konkrete Fragen wichtiger als allgemeine Aussagen:
- Welches Endoskopie-Spektrum deckt die Abteilung ab – gehören ERCP und Endosonographie dazu?
- Wie ist die Notfallendoskopie bei gastrointestinalen Blutungen organisiert?
- Welche Rolle spielt die Sonographie, auch interventionell?
- Gibt es Spezialambulanzen, etwa für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Lebererkrankungen?
- Wie eng ist die Zusammenarbeit mit Viszeralchirurgie und Onkologie – gibt es ein gemeinsames Tumorboard?
- Werden die Untersuchungszahlen für den Weiterbildungskatalog erreichbar eingeplant?
- Wer leitet in der Endoskopie an, und ab wann wird selbstständig untersucht?
- Wie sind Einarbeitung, Dienste und fachliche Betreuung organisiert?
So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Die Befugnis deckt möglichst viele der 36 Fachmonate ab – der Rest ist über einen festen Rotations- oder Verbundplan geregelt
- Endoskopiezeiten und Untersuchungszahlen sind verbindlich eingeplant, nicht „bei Gelegenheit"
- Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des Logbuchs
- Gastroskopien, Koloskopien und Sonographien werden angeleitet durchgeführt, nicht nur beobachtet
- Zeit für Kongresse, Fortbildung und ggf. Studienbeteiligung
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
- Ab wann stehe ich selbst am Endoskop – und mit welcher Anleitung?
- Sind ERCP und Endosonographie am Haus etabliert oder nur in Kooperation?
- Wie ist der Blutungs-Bereitschaftsdienst organisiert und besetzt?
- Wie viele Fachärztinnen und Fachärzte tragen die Anleitung?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Oberärztliche Verantwortung für Endoskopie oder Station
- Niederlassung in gastroenterologischer Praxis oder MVZ
- Interventionelle Endoskopie und Zentrumsmedizin
- Vertiefung in Hepatologie, CED-Versorgung oder gastrointestinaler Onkologie
- Klinische Forschung und Studienzentren
Medizinische Entwicklung
Gastroenterologie in Bewegung
Neue Therapien, bessere Endoskopietechnik und eine differenziertere Diagnostik verändern das Fach spürbar – von der Darmkrebsvorsorge bis zur Behandlung chronischer Leber- und Darmerkrankungen.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gezielter behandeln
Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hat sich das therapeutische Spektrum deutlich erweitert: Neben etablierten Biologika stehen weitere Antikörperklassen und moderne niedermolekulare Wirkstoffe zur Verfügung. Die Behandlung orientiert sich zunehmend an definierten Therapiezielen wie der endoskopisch nachweisbaren Abheilung der Schleimhaut und wird engmaschiger überwacht.
Für die ärztliche Tätigkeit bedeutet das: mehr Auswahl, aber auch mehr Anforderungen an Verlaufskontrolle, Nebenwirkungsmanagement und die strukturierte Betreuung in Spezialambulanzen.
Endoskopie: mehr Intervention, mehr Unterstützung
Die Endoskopie entwickelt sich vom Diagnostik- zum Therapieinstrument weiter. Komplexe Abtragungstechniken erlauben die organerhaltende Entfernung früher Tumoren, und endosonographisch gestützte Eingriffe erweitern die interventionellen Möglichkeiten. Parallel halten KI-gestützte Assistenzsysteme Einzug in die Koloskopie und unterstützen bei der Erkennung von Polypen.
Zusammen mit dem organisierten Darmkrebs-Screening bleibt die Qualität der Vorsorgekoloskopie ein zentrales Thema des Fachs – und ein Bereich, in dem Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten früh Verantwortung übernehmen.
Hepatologie im Aufbruch
Die chronischen Lebererkrankungen verschieben sich: Virushepatitiden sind gut behandelbar geworden, während die stoffwechselassoziierte Fettlebererkrankung (MASLD) als Volkskrankheit in den Mittelpunkt rückt. Nicht-invasive Verfahren wie die Elastographie ersetzen zunehmend die Leberbiopsie in der Verlaufsbeurteilung, und mit den ersten spezifischen medikamentösen Therapieansätzen gewinnt die frühzeitige Identifikation von Risikopatienten an Bedeutung.
Enge Verzahnung mit der Onkologie
Gastrointestinale Tumoren gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen. Diagnostik, endoskopische Therapie früher Stadien, interdisziplinäre Tumorboards und die Nachsorge machen die Gastroenterologie zu einem zentralen Partner der Onkologie – an vielen Häusern mit eigenen onkologischen Schwerpunkten und Studienbeteiligung.
Direkt auf dieser Seite
Weiterbildungsbefugnisse Gastroenterologie
Redaktioneller Stand
Juli 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Gastroenterologie
Brauche ich zuerst den Facharzt für Innere Medizin, bevor ich Gastroenterologin oder Gastroenterologe werden kann?
Nein. Nach der aktuellen (Muster-)Weiterbildungsordnung führt der direkte Weg über die 72-monatige Facharztweiterbildung „Innere Medizin und Gastroenterologie" – ein vorgeschalteter Facharzt für Innere Medizin ist dafür nicht erforderlich.
Ältere Bezeichnungen wie „Schwerpunkt Gastroenterologie" oder „Teilgebiet Gastroenterologie" stammen aus früheren Weiterbildungsordnungen, in denen die Spezialisierung auf den Internisten aufsetzte; sie werden in der Ärztestatistik weiterhin ausgewiesen. Welche Regelung im Einzelfall gilt, richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 18, 24 oder 36 Monate?
Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 36 Monate deckt die gesamte fachspezifische Weiterbildungszeit ab; bei anteiligen Befugnissen – etwa über 18 oder 24 Monate – müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten oder in einem Weiterbildungsverbund absolviert werden.
Befugnisse bestehen dabei nicht nur in Kliniken: Auch niedergelassene Gastroenterologinnen und Gastroenterologen können anteilige Befugnisse besitzen, sodass Teile der Weiterbildung ambulant absolviert werden können. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.
Kann ich die Facharztweiterbildung Gastroenterologie in Teilzeit absolvieren?
Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Zu beachten ist: Bei Teilzeit verlängert sich die kalendarische Weiterbildungsdauer entsprechend. Eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Kammer und der weiterbildungsbefugten Person schafft Planungssicherheit.
Welche gastroenterologischen Untersuchungen und Richtzahlen muss ich im eLogbuch nachweisen?
Im eLogbuch werden die erworbenen Kompetenzen der Weiterbildung dokumentiert – in der Gastroenterologie unter anderem Gastroskopien, Koloskopien und Sonographien – sowie gegebenenfalls geforderte Richtzahlen. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus der geltenden Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Für die Stellenwahl lohnt sich deshalb ein Blick nach vorn: Schon im Bewerbungsgespräch sollte geklärt werden, ob die geforderten Untersuchungszahlen an der Weiterbildungsstätte realistisch erreichbar eingeplant sind.
Wie läuft die Facharztprüfung für Innere Medizin und Gastroenterologie ab?
Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Facharztprüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation aus dem Logbuch. Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Facharztprüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird.
Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer – verbindlich sind daher immer die Vorgaben der Kammer, bei der die Prüfung abgelegt wird.
Für Kliniken und Praxen
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