Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Laboratoriumsmedizin
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Labordiagnostik planen oder eine passende Stelle suchen – im Krankenhauslabor, im Labor-MVZ oder in der Laborpraxis.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Facharztweiterbildung Laboratoriumsmedizin dauert 60 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. Den Kern bilden 30 Monate in klinischer Chemie sowie im immunologischen, hämatologischen, hämostaseologischen und molekulargenetischen Labor. Hinzu kommen 12 Monate im mikrobiologischen Labor, 6 Monate im immunhämatologischen Labor und 12 Monate in der stationären Patientenversorgung.
Die Abschnitte zeigen die Schnittstellen des Fachs: Den mikrobiologischen Teil können Weiterzubildende auch in der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie absolvieren, den immunhämatologischen Teil auch in der Transfusionsmedizin. Die Zeit in der Patientenversorgung schafft das klinische Verständnis für die spätere Befundinterpretation und Beratung.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Laboratoriumsmedizin
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Laboratoriumsmedizin – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Laboratoriumsmedizin in Zahlen 2025
Ende 2025 waren 1.252 Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin berufstätig, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund zwei Drittel arbeiten ambulant – überwiegend angestellt in Labor-MVZ und Laborpraxen: 725 Angestellten stehen nur noch 113 Niedergelassene gegenüber. 328 sind im Krankenhaus tätig. Der Frauenanteil lag bei 43,8 Prozent.
Mit 80 Facharztanerkennungen hat sich die Zahl der neuen Laborärztinnen und Laborärzte 2025 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt (2024: 42). Gleichzeitig ist mehr als jede dritte berufstätige Fachärztin und jeder dritte Facharzt 60 Jahre oder älter.
Datengrundlage: Ärztestatistik der BundesärztekammerBerufstätige Fachärztinnen und Fachärzte in Laboratoriumsmedizin und Nachbarfächern:
- Laboratoriumsmedizin 1.252
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie 860
- Transfusionsmedizin 551
Der Vergleich zeigt die unterschiedlichen Schwerpunkte: Während Laborärztinnen und Laborärzte überwiegend ambulant arbeiten, ist die Mikrobiologie mit 393 von 860 stärker im Krankenhaus verankert. 2025 wurden in der Mikrobiologie 46 und in der Transfusionsmedizin 21 Facharztanerkennungen erteilt.
Stellenangebote
Jobs in der Laboratoriumsmedizin
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Laboratoriumsmedizin – im Krankenhauslabor, in Labor-MVZ und Laborpraxen, bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Laboratoriumsmedizin

Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL)
Medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Klinischen Chemie und Laboratoriumsmedizin in Deutschland mit rund 1.200 Mitgliedern, Leitlinien- und Qualitätsarbeit, Kongressen sowie Fort- und Weiterbildung.

Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL)
Bundesweiter Berufsverband der Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin. Er vertritt die Interessen der fachärztlichen Labormedizin in Politik, Öffentlichkeit und Gesundheitswesen.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin Diese Seite
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Ärztliches Qualitätsmanagement
- Hämostaseologie
- Immunologie
- Medizinische Informatik
Berufsalltag
Arbeiten in der Laboratoriumsmedizin
Laborwerte begleiten fast jede Diagnose – nach einer Auswertung ambulanter Abrechnungsdaten sind rund zwei Drittel aller neuen Diagnosen statistisch mit Laborleistungen verbunden. Laborärztinnen und Laborärzte sorgen dafür, dass diese Werte stimmen, und helfen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, sie richtig zu deuten. Dieser Abschnitt ordnet ein, was den Alltag prägt, wo die Grenzen zu Mikrobiologie, Transfusionsmedizin und weiteren Fächern verlaufen und woran eine gute Weiterbildungsstelle zu erkennen ist.
Zwischen Analytik, Befund und klinischer Beratung
Der Arbeitstag im Labor folgt dem Weg der Probe: von der Präanalytik über die Messung bis zum ärztlich validierten Befund. Laborärztinnen und Laborärzte verantworten Methoden und Qualitätssicherung, bewerten auffällige Ergebnisse und stimmen sich bei kritischen Werten direkt mit Station oder Praxis ab.
Mindestens ebenso wichtig ist die Beratung: Welche Untersuchung ist sinnvoll, wie aussagekräftig ist ein Wert, welche Fehlerquellen kommen infrage? Die Weiterbildungsordnung verlangt deshalb auch die Teilnahme an klinischen Visiten und konsiliarische Tätigkeit. Im Krankenhaus kommen die Verantwortung für die Blutbank, die Mitarbeit in der Transfusionskommission und die Betreuung der patientennahen Sofortdiagnostik auf den Stationen hinzu.
Das Fach verbindet damit Naturwissenschaft, Technik und Organisation mit klinischer Medizin – meist mit planbaren Arbeitszeiten, während viele Untersuchungen im Krankenhaus rund um die Uhr laufen.
Laboratoriumsmedizin und ihre Nachbarfächer
Die Laboratoriumsmedizin ist das breiteste diagnostische Laborfach. Mehrere Fächer arbeiten ebenfalls mit Laboruntersuchungen, setzen aber eigene Schwerpunkte. An diesen Stellen verlaufen Grenzen und Schnittstellen:
Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie: Ganz auf Infektionen ausgerichtet, einschließlich Krankenhaushygiene, Ausbruchsmanagement, Antibiotic Stewardship und Therapieberatung. Schnittstellen sind Erregernachweis, Resistenztestung und Infektionsserologie; Weiterbildungszeiten werden gegenseitig anteilig angerechnet.
Transfusionsmedizin: Ein klinisches Fach mit Spenderbetreuung, Herstellung von Blutprodukten und Hämotherapie. Die Immunhämatologie – Blutgruppen, Verträglichkeitsproben, Antikörpersuche – gehört zu beiden Fächern.
Humangenetik: Genetische Diagnostik und genetische Beratung von Patientinnen, Patienten und Familien. Die Laboratoriumsmedizin führt ebenfalls molekulargenetische Untersuchungen durch, die Beratung bleibt Kern der Humangenetik.
Pathologie: Morphologische Untersuchung von Gewebe und Zellen sowie Obduktionen. Die Laboratoriumsmedizin untersucht dagegen vor allem Blut und andere Körperflüssigkeiten.
Hygiene und Umweltmedizin: Prävention von Infektionen und umweltbedingten Gesundheitsrisiken; die engere Verbindung besteht zur Mikrobiologie.
Klinische Pharmakologie: Überschneidung beim Drug-Monitoring, also der Messung von Medikamentenspiegeln zur Therapiesteuerung.
Zusatz-Weiterbildungen: Die Hämostaseologie steht Laborärztinnen und Laborärzten ausdrücklich offen. Die Infektiologie setzt dagegen einen Facharzt in der Patientenversorgung, der Mikrobiologie oder der Hygiene voraus.
Für die Berufswahl heißt das: Wer die gesamte Breite der Labordiagnostik sucht, ist in der Laboratoriumsmedizin richtig. Wer sich ganz auf Infektionen und Hygiene konzentrieren möchte, findet in der Mikrobiologie den passenderen Weg.
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Die Befugnis deckt möglichst viele der 60 Monate ab, fehlende Abschnitte sind über Kooperationen geregelt
- Mikrobiologie, Immunhämatologie und Molekulardiagnostik sind im Plan fest verankert
- Die 12 Monate in der stationären Patientenversorgung sind eingeplant
- Befundvalidierung erfolgt angeleitet und mit Rückmeldung
- Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Welche Laborbereiche gibt es am Standort selbst, welche über Kooperationen?
- Wie werden Mikrobiologie und Immunhämatologie in die Weiterbildung eingebunden?
- Wie ist die Rufbereitschaft für Nacht und Wochenende geregelt?
- Gibt es klinische Visiten und Konsile mit den anfordernden Fachabteilungen?
- Ab wann validiere ich Befunde selbst?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Leitung eines Krankenhaus- oder Zentrallabors
- Ärztliche Leitung im Labor-MVZ oder Laborverbund
- Spezialisierung, etwa in Hämostaseologie oder Molekulardiagnostik
- Diagnostikindustrie und Qualitätsmanagement
- Forschung und Lehre an Universitätsinstituten
Medizinische Entwicklung
Laboratoriumsmedizin im Wandel
Molekulare Methoden, Automatisierung und neue Qualitätsanforderungen verändern das Fach – ebenso wie die Struktur der Labore selbst.
Qualitätssicherung als Pflicht
Wer laboratoriumsmedizinische Untersuchungen durchführt, braucht ein Qualitätssicherungssystem. Maßstab ist die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK) mit interner Kontrolle und regelmäßigen Ringversuchen. Viele Labore sind zusätzlich nach DIN EN ISO 15189 akkreditiert.
Patientennahe Sofortdiagnostik
Blutgase, Gerinnung oder Troponin werden zunehmend direkt auf Station, in der Notaufnahme oder im OP gemessen. Für diese patientennahe Sofortdiagnostik übernimmt im Krankenhaus häufig das Zentrallabor die Verantwortung für die Qualitätssicherung – eine wichtige Schnittstelle zwischen Labor und Klinik.
Molekulare Diagnostik wird Standard
Nukleinsäureanalytik, Sequenzierung und der Nachweis freier DNA im Blut sind Pflichtinhalte der Weiterbildung. Sie verändern die Diagnostik von Infektionen, Tumoren und erblichen Erkrankungen und verstärken die Zusammenarbeit mit Mikrobiologie, Humangenetik und Onkologie.
Größere Strukturen, mehr Anstellung
Die ambulante Labormedizin konzentriert sich zunehmend in Labor-MVZ und Laborverbünden. Die Zahl der niedergelassenen Laborärztinnen und Laborärzte sinkt, die der angestellten steigt. Für Berufseinsteigende bedeutet das mehr Stellen mit festen Arbeitszeiten, Teamstrukturen und Spezialisierungsmöglichkeiten.
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Weiterbildungsbefugnisse Laboratoriumsmedizin
Redaktioneller Stand
Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine verbindliche Auskunft der Landesärztekammer.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Laboratoriumsmedizin
Was unterscheidet die Laboratoriumsmedizin von der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie?
Die Laboratoriumsmedizin deckt die gesamte Breite der Labordiagnostik ab: klinische Chemie, Hämatologie, Hämostaseologie, Immunologie, Immunhämatologie, Medikamentenspiegel und molekulargenetische Untersuchungen – mit einem verpflichtenden mikrobiologischen Abschnitt von 12 Monaten.
Die Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie ist ganz auf Infektionen ausgerichtet. Zu ihr gehören neben der Erregerdiagnostik auch Krankenhaushygiene, Ausbruchsmanagement, Antibiotic Stewardship und die Beratung zur antiinfektiven Therapie am Krankenbett. Überschneidungen gibt es vor allem bei Erregernachweis, Resistenztestung und Infektionsserologie.
Werden Weiterbildungszeiten zwischen Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie gegenseitig angerechnet?
Teilweise. In der Laboratoriumsmedizin kann der vorgeschriebene mikrobiologische Abschnitt von 12 Monaten auch in der Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie absolviert werden, der immunhämatologische Abschnitt von 6 Monaten auch in der Transfusionsmedizin.
Umgekehrt können in der Mikrobiologie bis zu 12 Monate Laboratoriumsmedizin und in der Transfusionsmedizin bis zu 6 Monate Laboratoriumsmedizin angerechnet werden. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 60 Monate?
Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 60 Monate deckt die gesamte Weiterbildung ab; bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.
Gerade in der Laboratoriumsmedizin lohnt der genaue Blick: Nicht jedes Labor deckt Mikrobiologie, Immunhämatologie und Molekulardiagnostik selbst ab. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.
Kann ich die Facharztweiterbildung Laboratoriumsmedizin in Teilzeit absolvieren?
Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Bei Teilzeit verlängert sich die kalendarische Weiterbildungsdauer entsprechend. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Kammer und der weiterbildungsbefugten Person schafft Planungssicherheit.
Wie läuft die Facharztprüfung für Laboratoriumsmedizin ab?
Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation im eLogbuch. Dazu gehören Richtzahlen wie 500 manuelle mikroskopische Differentialblutbilder, 100 immunhämatologische Untersuchungen auf irreguläre Antikörper und Antigene sowie die Teilnahme an 50 klinischen Visiten.
Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.
Für Kliniken und Praxen
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