Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Kardiologie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.

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Anatomische Illustration eines menschlichen Herzens zum Fachgebiet Kardiologie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten und ist in verschiedene Weiterbildungsabschnitte gegliedert. Der größte Teil wird in der Inneren Medizin und in der Kardiologie absolviert; Teile können auch in der ambulanten Versorgung erfolgen. Von den 36 Monaten im Fachgebiet müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung abgeleistet werden; hinzu kommen 6 Monate in der Notfallaufnahme und 6 Monate in der Intensivmedizin.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Kardiologie

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Kardiologie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Kardiologie in Zahlen 2025

10.071 Fachärztinnen und Fachärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Kardiologie sind in Deutschland berufstätig.
Anerkennungen 2025 659
ambulant tätig 3.604
stationär tätig 6.108
Frauenanteil etwa 29 Prozent

Im Jahr 2025 waren 10.071 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Kardiologie berufstätig. Damit zählt die Kardiologie zu den größten internistischen Fachgebieten.

Von den ambulant oder stationär tätigen Kardiologinnen und Kardiologen arbeiteten 3.604 im ambulanten und 6.108 im stationären Bereich. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 28,7 Prozent.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Weiterbildungsbezeichnungen in der Kardiologie:

  • Innere Medizin und Kardiologie 5.993
  • Schwerpunkt Kardiologie 3.156
  • Innere Medizin und SP Kardiologie 863
  • Teilgebiet Kardiologie 59

Im Jahr 2025 wurden 659 Facharztanerkennungen erteilt. Der Frauenanteil bei den neuen Fachärztinnen und Fachärzten betrug 37,5 Prozent und lag damit über dem aktuellen Frauenanteil im Fachgebiet insgesamt.

Stellenangebote

Jobs in der Kardiologie

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Kardiologie in Klinik und Praxis – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Kardiologie

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK)

Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kardiologie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, Forschung, Kongressen und strukturierter ärztlicher Fort- und Weiterbildung.

Fachgesellschaft

Bundesverband Niedergelassener Kardiologen e. V. (BNK)

Berufsverband und berufspolitische Interessenvertretung der niedergelassenen Kardiologinnen und Kardiologen in Deutschland mit Fokus auf ambulante Versorgung und fachliche Weiterentwicklung.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Geriatrie
  • Intensivmedizin
  • Kardiale Magnetresonanztomographie
  • Klinische Akut- und Notfallmedizin
  • Notfallmedizin
  • Rehabilitationswesen
  • Schlafmedizin
  • Sozialmedizin
  • Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH)
  • Sportmedizin
  • Transplantationsmedizin

Berufsalltag

Arbeiten in der Kardiologie

Zwei Abteilungen können die gleiche Bezeichnung tragen und völlig verschiedene Arbeitstage bedeuten: An einem Haus prägen Echokardiographie, Station und Konsildienst den Tag, am anderen ein Herzkatheterlabor mit 24-Stunden-Infarktbereitschaft, Device-Implantationen und Rhythmologie, in der Praxis Diagnostik und die langfristige Betreuung chronischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 8. Oktober 2026 Quellen: DGK, BNK und Bundesärztekammer
Arbeitsalltag

Zwischen Echo, Herzkatheterlabor und Chest Pain Unit

Die Kardiologie verbindet Funktionsdiagnostik und Intervention wie kaum ein anderes internistisches Fach. Ein Arbeitstag kann in der Echokardiographie beginnen, sich über Station und Konsile fortsetzen und im Herzkatheterlabor oder in der Notaufnahme enden – etwa wenn ein akuter Herzinfarkt eine sofortige Katheterintervention erfordert.

Akute Situationen wie Infarkt, Lungenembolie oder Rhythmusstörungen verlangen schnelle Entscheidungen, oft im Bereitschaftsdienst. Zugleich begleitet die Kardiologie viele Menschen über Jahre: bei chronischer Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit, Klappenerkrankungen oder in der Nachsorge implantierter Schrittmacher und Defibrillatoren.

Gerade dieser Wechsel prägt das Fach: hochakute Interventionsmedizin auf der einen Seite, strukturierte Langzeitbetreuung auf der anderen.

Stellenprofil

Was eine kardiologische Stelle wirklich ausmacht

Die Bezeichnung der Abteilung sagt wenig über den späteren Arbeitsalltag. Entscheidend ist das Interventionsspektrum: Gibt es ein eigenes Herzkatheterlabor mit durchgehender Infarktbereitschaft? Werden Schrittmacher, Defibrillatoren und CRT-Systeme implantiert? Verfügt das Haus über Elektrophysiologie mit Ablationen oder über strukturelle Interventionen wie den Klappenersatz per Katheter – oder erfolgt dies in Kooperation mit einem Zentrum?

Universitätskliniken und große Herzzentren setzen zusätzliche Schwerpunkte in der Rhythmologie, der strukturellen Herzmedizin und der Forschung. In Praxen und Medizinischen Versorgungszentren bestimmen Echokardiographie, Belastungsdiagnostik, Device-Nachsorge und die Betreuung chronischer Patientinnen und Patienten stärker den Tagesablauf.

Vor einer Bewerbung sind deshalb konkrete Fragen wichtiger als allgemeine Aussagen:

  • Gibt es ein eigenes Herzkatheterlabor – und eine 24/7-Infarktbereitschaft?
  • Welche Devices werden implantiert: Schrittmacher, Defibrillatoren, CRT?
  • Ist eine Elektrophysiologie mit Ablationen am Haus etabliert?
  • Werden strukturelle Interventionen wie Katheter-Klappenersatz durchgeführt oder in Kooperation angeboten?
  • Gibt es eine zertifizierte Chest Pain Unit oder eine Herzinsuffizienz-Ambulanz?
  • Welche Bildgebung ist verfügbar – transösophageales Echo, Kardio-CT, Kardio-MRT?
  • Werden die Untersuchungszahlen für den Weiterbildungskatalog erreichbar eingeplant?
  • Wie sind Einarbeitung, Dienste und fachliche Betreuung organisiert?

So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Die Befugnis deckt möglichst viele der 36 Fachmonate ab – der Rest ist über einen festen Rotations- oder Verbundplan geregelt
  • Echo- und Katheterzeiten mit Untersuchungszahlen sind verbindlich eingeplant, nicht „bei Gelegenheit“
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des Logbuchs
  • Echokardiographien und Katheteruntersuchungen werden angeleitet durchgeführt, nicht nur beobachtet
  • Zeit für Kongresse, Fortbildung und ggf. Studienbeteiligung

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
  • Ab wann schalle ich selbst – und ab wann stehe ich am Kathetertisch?
  • Sind Devices, Elektrophysiologie und Klappeninterventionen am Haus etabliert oder nur in Kooperation?
  • Wie ist die Infarktbereitschaft organisiert und besetzt?
  • Wie viele Fachärztinnen und Fachärzte tragen die Anleitung?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Verantwortung für Station, Echo-Labor oder Herzkatheterlabor
  • Niederlassung in kardiologischer Praxis oder Tätigkeit im MVZ
  • Interventionelle Kardiologie und strukturelle Herzmedizin
  • Spezialisierung in Rhythmologie oder Herzinsuffizienz-Versorgung
  • Klinische Forschung und Studienzentren

Medizinische Entwicklung

Kardiologie in Bewegung

Kathetergestützte Verfahren, neue Medikamente und bessere Bildgebung verändern das Fach in hohem Tempo – von der Herzinsuffizienz-Therapie bis zur Rhythmologie.

Herzinsuffizienz strukturiert behandeln

Die medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz hat sich zu einem mehrgleisigen Konzept entwickelt, in dem mehrere Substanzklassen früh kombiniert werden – darunter die SGLT2-Hemmer, die sich fest in den Leitlinien etabliert haben. Parallel entstehen spezialisierte Herzinsuffizienz-Ambulanzen und -Netzwerke, die Klinik und Praxis enger verzahnen und Krankenhausaufnahmen vermeiden helfen.

Damit rücken Kardiologie und Diabetologie fachlich näher zusammen – viele Patientinnen und Patienten werden gemeinsam betreut.

Klappentherapie: vom Skalpell zum Katheter

Der kathetergestützte Aortenklappenersatz ist bei vielen Patientengruppen zum Standardverfahren geworden, und auch an Mitral- und Trikuspidalklappe wächst das interventionelle Spektrum. Die Entscheidung trifft das interdisziplinäre Herzteam aus Kardiologie und Herzchirurgie – strukturelle Herzmedizin ist damit zu einem eigenen Karriereweg innerhalb des Fachs geworden.

Rhythmologie: Ablation früher und schonender

Bei Vorhofflimmern wird die Katheterablation zunehmend früher im Krankheitsverlauf eingesetzt. Mit der Pulsed-Field-Ablation steht zudem eine neue, gewebeselektive Energieform zur Verfügung, die sich schnell verbreitet. Zusammen mit der wachsenden Zahl implantierter Devices macht das die Rhythmologie zu einem der dynamischsten Bereiche der Kardiologie.

Bildgebung und Prävention gewinnen an Gewicht

Die kardiale Computertomographie hat in der Abklärung der koronaren Herzkrankheit deutlich an Stellenwert gewonnen, das Kardio-MRT differenziert Herzmuskelerkrankungen präziser. In der Prävention erweitern moderne Lipidsenker das Spektrum jenseits der Statine, und Risikofaktoren wie Lipoprotein(a) rücken stärker in den Blick – Früherkennung und langfristige Risikosteuerung werden damit zu einem festen Teil des kardiologischen Alltags.

Redaktioneller Stand

Juli 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Kardiologie

Brauche ich zuerst den Facharzt für Innere Medizin, bevor ich Kardiologin oder Kardiologe werden kann?

Nein. Nach der aktuellen (Muster-)Weiterbildungsordnung führt der direkte Weg über die 72-monatige Facharztweiterbildung „Innere Medizin und Kardiologie" – ein vorgeschalteter Facharzt für Innere Medizin ist dafür nicht erforderlich.

Ältere Bezeichnungen wie „Schwerpunkt Kardiologie" oder „Teilgebiet Kardiologie" stammen aus früheren Weiterbildungsordnungen, in denen die Spezialisierung auf den Internisten aufsetzte; sie werden in der Ärztestatistik weiterhin ausgewiesen. Welche Regelung im Einzelfall gilt, richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 18, 24 oder 36 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 36 Monate deckt die gesamte fachspezifische Weiterbildungszeit ab; bei anteiligen Befugnissen – etwa über 18 oder 24 Monate – müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten oder in einem Weiterbildungsverbund absolviert werden.

Befugnisse bestehen dabei nicht nur in Kliniken: Auch niedergelassene Kardiologinnen und Kardiologen können anteilige Befugnisse besitzen, sodass Teile der Weiterbildung ambulant absolviert werden können. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Kann ich die Facharztweiterbildung Kardiologie in Teilzeit absolvieren?

Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Zu beachten ist: Bei Teilzeit verlängert sich die kalendarische Weiterbildungsdauer entsprechend. Eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Kammer und der weiterbildungsbefugten Person schafft Planungssicherheit.

Welche kardiologischen Untersuchungen und Richtzahlen muss ich im eLogbuch nachweisen?

Im eLogbuch werden die erworbenen Kompetenzen der Weiterbildung dokumentiert – in der Kardiologie unter anderem Echokardiographien, Langzeit-EKG-Auswertungen, Belastungsuntersuchungen und invasive Verfahren – sowie gegebenenfalls geforderte Richtzahlen. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus der geltenden Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Für die Stellenwahl lohnt sich deshalb ein Blick nach vorn: Schon im Bewerbungsgespräch sollte geklärt werden, ob die erforderlichen Untersuchungen an der Weiterbildungsstätte realistisch erreichbar eingeplant sind.

Wie läuft die Facharztprüfung für Innere Medizin und Kardiologie ab?

Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Facharztprüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation aus dem Logbuch. Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Facharztprüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird.

Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer – verbindlich sind daher immer die Vorgaben der Kammer, bei der die Prüfung abgelegt wird.

Für Kliniken und Praxen

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb