Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Kinder- und Jugendchirurgie
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten und ist in verschiedene Weiterbildungsabschnitte gegliedert. Sie umfasst insgesamt 72 Monate im Gebiet Chirurgie; der größte Teil wird in der Kinder- und Jugendchirurgie absolviert. Die 6 Monate Intensivmedizin werden in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen abgeleistet. Bis zu 12 Monate können zum strukturierten Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Kinder- und Jugendchirurgie
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Kinder- und Jugendchirurgie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Kinder- und Jugendchirurgie in Zahlen 2025
Im Jahr 2025 waren 852 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt- oder Teilgebietsbezeichnung der Kinder- und Jugendchirurgie berufstätig. Damit gehört das Fach zu den kleinsten chirurgischen Fachgebieten.
Von ihnen arbeiteten 633 im stationären und 162 im ambulanten Bereich – die Versorgung ist stark an Kliniken mit eigener kinderchirurgischer Abteilung gebunden. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 44,2 Prozent und damit deutlich höher als in den meisten operativen Fächern.
Datengrundlage: Ärztestatistik der BundesärztekammerWeiterbildungsbezeichnungen in der Kinder- und Jugendchirurgie:
- Kinderchirurgie 769
- Kinder- und Jugendchirurgie 68
- TG Kinderchirurgie 15
Im Jahr 2025 wurden 66 Facharztanerkennungen erteilt – 36 unter der bisherigen Bezeichnung Kinderchirurgie und 30 unter der neuen Bezeichnung Kinder- und Jugendchirurgie – nach 42 im Jahr 2023 und 50 im Jahr 2024. Der Frauenanteil bei den neuen Fachärztinnen und Fachärzten betrug 62,1 Prozent.
Stellenangebote
Jobs in der Kinder- und Jugendchirurgie
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Kinder- und Jugendchirurgie in Klinik und Praxis – bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Kinder- und Jugendchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH)
Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kinder- und Jugendchirurgie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, Forschung, Kongressen und strukturierter ärztlicher Fort- und Weiterbildung – von der Neugeborenenchirurgie bis zur Kindertraumatologie.

Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC)
Bundesweite berufspolitische Interessenvertretung der chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte – für die Kinder- und Jugendchirurgie ebenso wie für die übrigen chirurgischen Fachgebiete, mit eigenem Fort- und Weiterbildungsangebot.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie Diese Seite
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Handchirurgie
- Intensivmedizin
- Kinder- und Jugend-Orthopädie
- Klinische Akut- und Notfallmedizin
- Medikamentöse Tumortherapie
- Notfallmedizin
- Proktologie
- Spezielle Kinder- und Jugend-Urologie
Berufsalltag
Arbeiten in der Kinder- und Jugendchirurgie
Zwei Abteilungen können dieselbe Bezeichnung tragen und völlig verschiedene Arbeitstage bedeuten: An einem Haus prägen Blinddarm, Leistenbruch und Frakturen den Alltag, am anderen ein Zentrum für Neugeborenenchirurgie mit angeborenen Fehlbildungen und Frühgeborenen, an einem dritten Kinderurologie und Kinderonkologie mit interdisziplinären Konferenzen. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.
Zwischen Neugeborenenchirurgie, Notaufnahme und Sprechstunde
Kaum ein operatives Fach deckt eine so große Spanne ab: Die Kinder- und Jugendchirurgie versorgt Frühgeborene mit wenigen hundert Gramm ebenso wie Jugendliche kurz vor dem Erwachsenenalter. Ein Arbeitstag reicht von der Sprechstunde über Routineeingriffe wie Leistenhernie, Appendektomie oder Hodenhochstand bis zur Versorgung angeborener Fehlbildungen – und schließt Sonographie und Frakturbehandlung mit ein.
Notfälle prägen den Dienst: Appendizitis, Hodentorsion, Invagination, Verbrühungen und Verletzungen aller Art verlangen rasche Entscheidungen – oft gemeinsam mit Kinder- und Jugendmedizin, Anästhesie und Kinderintensivmedizin.
Hinzu kommt eine Besonderheit, die das Fach stark prägt: Behandelt wird nicht nur das Kind, sondern immer auch die Familie. Aufklärung, Begleitung und die Rücksicht auf Wachstum und Entwicklung gehören zu jeder Indikationsstellung.
Was eine kinderchirurgische Stelle wirklich ausmacht
Die Bezeichnung der Abteilung sagt wenig über den späteren Arbeitsalltag. Entscheidend ist zunächst die Struktur: eine eigenständige Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie mit breitem Spektrum, eine Sektion innerhalb der Allgemein- oder Unfallchirurgie oder eine Abteilung an einem Kinderkrankenhaus – jede Konstellation führt zu einem anderen Eingriffsprofil.
Eine zweite Weichenstellung ist die Anbindung: ein Perinatalzentrum mit Neugeborenenchirurgie, eine eigene Kinderintensivstation, Kinderurologie, Kindertraumatologie oder die Zusammenarbeit mit der Kinderonkologie verändern den Alltag grundlegend. Weil das Fach fast vollständig stationär stattfindet, entscheiden Fallzahl und Ausrichtung des Hauses maßgeblich über die Weiterbildung.
Vor einer Bewerbung sind deshalb konkrete Fragen wichtiger als allgemeine Aussagen:
- Ist die Kinder- und Jugendchirurgie eine eigenständige Klinik oder eine Sektion innerhalb eines anderen Fachs?
- Werden Neugeborene und Frühgeborene operiert, und besteht ein Perinatalzentrum?
- Wie groß sind der kinderurologische und der kindertraumatologische Anteil?
- Welchen Stellenwert haben minimalinvasive Verfahren, auch bei Säuglingen?
- Gibt es eine eigene Kinderintensivstation und eine kinderchirurgische Notfallversorgung rund um die Uhr?
- Besteht eine Zusammenarbeit mit der Kinderonkologie und eine interdisziplinäre Tumorkonferenz?
- Werden die Eingriffs- und Sonographiezahlen für den Weiterbildungskatalog erreichbar eingeplant?
- Wer leitet im Operationssaal an, und ab wann wird selbst operiert?
So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Die Befugnis deckt möglichst viele der 48 Fachmonate ab – der Rest ist über einen festen Rotations- oder Verbundplan geregelt
- OP-Zeiten und Sonographie sind verbindlich eingeplant, nicht „bei Gelegenheit“
- Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
- Eingriffe werden angeleitet selbst durchgeführt, nicht nur assistiert
- Die Pflichtabschnitte in Notfallaufnahme und Kinderintensivmedizin sind konkret geplant
- Zeit für Kongresse, Fortbildung und gegebenenfalls Studienbeteiligung
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
- Ab wann operiere ich selbst – und mit welcher Anleitung?
- Ist die Neugeborenenchirurgie am Haus etabliert oder nur in Kooperation?
- Wie erreiche ich die geforderten 75 Herniotomien und die übrigen Eingriffszahlen?
- Wie viele Fachärztinnen und Fachärzte tragen die Anleitung?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Oberärztliche Verantwortung für Operationssaal, Station oder Ambulanz
- Leitungsfunktion in einer kinderchirurgischen Klinik oder Sektion
- Vertiefung in Neugeborenenchirurgie, Kinderurologie oder Kindertraumatologie
- Niederlassung in kinderchirurgischer Praxis oder MVZ
- Klinische Forschung und Studienzentren
Medizinische Entwicklung
Kinder- und Jugendchirurgie in Bewegung
Schonendere Verfahren, eine stärkere Bündelung seltener Eingriffe und eine frühere Diagnostik verändern das Fach – bei zugleich kleiner Facharztzahl.
Minimalinvasiv bis zum Säugling
Laparoskopische und thorakoskopische Verfahren sind auch bei sehr kleinen Kindern etabliert und werden für immer mehr Eingriffe zum Standardweg. Das verlangt spezielles Instrumentarium, eingespielte Teams und – für die Weiterbildung entscheidend – ausreichende Fallzahlen am Haus.
Seltene Fehlbildungen gehören an Zentren
Angeborene Fehlbildungen wie Ösophagusatresie, Zwerchfellhernie oder anorektale Fehlbildungen sind selten und anspruchsvoll. Sie werden zunehmend an Zentren mit Neugeborenenchirurgie und angeschlossenem Perinatalzentrum versorgt, wo Erfahrung, Kinderintensivmedizin und Nachsorge zusammenkommen.
Kindertraumatologie: konservativ, wo es geht
Frakturen im Wachstumsalter heilen anders als beim Erwachsenen. Das Wissen um Korrekturpotenzial und Wachstumsfugen führt dazu, dass viele Verletzungen bewusst konservativ behandelt werden – die Weiterbildungsordnung bildet das mit einer eigenen Richtzahl für konservative Frakturbehandlungen ab.
Pränatale Diagnostik verändert die Planung
Viele Fehlbildungen sind heute vor der Geburt bekannt. Damit verschiebt sich ein Teil der Arbeit nach vorn: Beratung der Eltern, Planung von Geburtsort und Zeitpunkt sowie die Abstimmung mit Geburtshilfe, Neonatologie und Anästhesie gehören fest zum Fach.
Kleines Fach mit großer Verantwortung
Mit rund 850 berufstätigen Fachärztinnen und Fachärzten ist die Kinder- und Jugendchirurgie eines der kleinsten operativen Fächer. Nicht jede Klinik hält eine eigene Abteilung vor, und die Versorgung konzentriert sich auf spezialisierte Häuser – für die Weiterbildung sind das häufig die Standorte mit dem breitesten Spektrum.
Direkt auf dieser Seite
Weiterbildungsbefugnisse Kinder- und Jugendchirurgie
Redaktioneller Stand
September 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Kinder- und Jugendchirurgie
Brauche ich zuerst den Facharzt für Chirurgie, bevor ich Kinder- und Jugendchirurgin oder Kinder- und Jugendchirurg werden kann?
Nein. Die Kinder- und Jugendchirurgie ist eine eigenständige Facharztkompetenz im Gebiet Chirurgie. Die 72-monatige Weiterbildung führt direkt zur Facharztanerkennung; ein vorgeschalteter Facharzt für Chirurgie ist dafür nicht erforderlich.
Die frühere Bezeichnung „Kinderchirurgie“ bleibt gültig: Wer sie führt, darf stattdessen die Bezeichnung „Kinder- und Jugendchirurgie“ führen. In der Ärztestatistik werden beide weiterhin getrennt ausgewiesen. Welche Regelung im Einzelfall gilt, richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 48 Monate?
Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 48 Monate deckt die gesamte fachspezifische Weiterbildungszeit ab; bei anteiligen Befugnissen – etwa über 24 oder 36 Monate – müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten oder in einem Weiterbildungsverbund absolviert werden.
Weil es nur vergleichsweise wenige Kliniken mit eigener Kinder- und Jugendchirurgie gibt, sind Verbundlösungen hier besonders häufig. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.
Kann ich die Facharztweiterbildung Kinder- und Jugendchirurgie in Teilzeit absolvieren?
Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Die kalendarische Dauer verlängert sich entsprechend.
In einem operativen Fach lohnt sich zusätzlich die frühzeitige Absprache, wie OP-Zeiten und Dienste in Teilzeit geplant werden – damit die geforderten Eingriffszahlen erreichbar bleiben.
Welche Eingriffe und Richtzahlen muss ich im eLogbuch nachweisen?
Im eLogbuch werden die erworbenen Kompetenzen dokumentiert – in der Kinder- und Jugendchirurgie unter anderem 75 inguinale Herniotomien, davon 20 bei Säuglingen, 60 Eingriffe in der Bauchhöhle, davon 15 bei Säuglingen, 25 Appendektomien, 50 kinderurologische Eingriffe und 30 Orchidopexien.
In der Kindertraumatologie kommen 50 konservative Frakturbehandlungen sowie je 25 diaphysäre und meta- oder epiphysäre Osteosynthesen hinzu, dazu die eigene Sonographie mit 200 Untersuchungen des Abdomens und je 100 Untersuchungen der Urogenitalorgane, der Weichteile und des Bewegungsapparats sowie durch die offene Fontanelle. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer; im Bewerbungsgespräch sollte deshalb geklärt werden, ob diese Zahlen an der Weiterbildungsstätte realistisch erreichbar eingeplant sind.
Welche Zusatz-Weiterbildungen bauen auf dem Facharzt auf?
Verbreitet sind Intensivmedizin, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin. Sie setzen in der Regel eine Facharztanerkennung voraus und sind keine eigenen Fachgebiete.
Inhaltliche Schwerpunkte wie Kinderurologie, Kindertraumatologie oder Neugeborenenchirurgie sind dagegen Teil der Facharztweiterbildung selbst und werden über die Ausrichtung der Klinik vertieft. Eine Auswahl weiterer Qualifikationen finden Sie in der Übersicht der Facharztkompetenzen auf dieser Seite.
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