Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Augenheilkunde

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – in der Augenklinik, in der Praxis oder im Medizinischen Versorgungszentrum.

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Illustration eines Augapfels im Querschnitt mit Iris, Linse und Sehnerv zum Fachgebiet Augenheilkunde

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Facharztweiterbildung Augenheilkunde dauert 60 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. 12 Monate davon müssen in der stationären Akutversorgung abgeleistet werden, also in einem Krankenhaus mit Aufnahmebereitschaft rund um die Uhr. Die übrigen 48 Monate können ambulant oder stationär erfolgen – in der Augenklinik ebenso wie in Praxis oder Medizinischem Versorgungszentrum.

Inhaltlich reicht die Weiterbildung von Refraktion, Kontaktlinsen und Funktionsdiagnostik über bildgebende Verfahren wie OCT und Fluoreszenzangiographie bis zu Lasereingriffen, intravitrealen Injektionen und Operationen an Lid, Tränenwegen und Augenmuskeln.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Augenheilkunde

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Augenheilkunde – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Augenheilkunde in Zahlen 2025

8.426 Fachärztinnen und Fachärzte für Augenheilkunde sind in Deutschland berufstätig – die große Mehrheit davon in der ambulanten Versorgung.
Anerkennungen 2025 404
ambulant tätig 7.030
stationär tätig 1.118
Frauenanteil etwa 51 Prozent

Ende 2025 waren 8.426 Augenärztinnen und Augenärzte berufstätig, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 83 Prozent von ihnen arbeiten ambulant – so viele wie in kaum einem anderen Fach. 1.118 sind im Krankenhaus tätig. Der Frauenanteil lag bei 51,2 Prozent.

Innerhalb der ambulanten Versorgung verschiebt sich das Bild: 2025 arbeiteten 3.566 Augenärztinnen und Augenärzte angestellt und 3.464 in eigener Niederlassung – 2024 waren es noch mehr Niedergelassene als Angestellte. Knapp 30 Prozent der Berufstätigen sind 60 Jahre oder älter.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Berufstätige Augenärztinnen und Augenärzte nach Bereich:

  • Ambulant angestellt 3.566
  • Ambulant niedergelassen 3.464
  • Stationär 1.118
  • Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche 278

Im Jahr 2025 wurden 404 Facharztanerkennungen in der Augenheilkunde erteilt – nach 346 im Jahr 2024 und 354 im Jahr 2023. Gut die Hälfte der neuen Fachärztinnen und Fachärzte waren Frauen.

Stellenangebote

Jobs in der Augenheilkunde

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Augenheilkunde in Klinik, Praxis und Medizinischem Versorgungszentrum – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Augenheilkunde

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)

Älteste augenärztliche Fachgesellschaft der Welt mit mehr als 8.400 Mitgliedern. Sie fördert Forschung, richtet Kongresse aus, gibt Fachzeitschriften heraus und unterstützt den augenärztlichen Nachwuchs.

Fachgesellschaft

Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA)

Bundesweiter Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte seit 1950. Er vertritt ihre beruflichen und wirtschaftlichen Interessen, veranstaltet Fortbildungen und Kongresse und berät seine Mitglieder.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Flugmedizin
  • Medikamentöse Tumortherapie
  • Medizinische Informatik
  • Rehabilitationswesen
  • Sozialmedizin
  • Tropenmedizin

Berufsalltag

Arbeiten in der Augenheilkunde

Kaum ein Fach verbindet konservative Medizin, hochauflösende Bildgebung und Mikrochirurgie so eng wie die Augenheilkunde. Ob Universitätsaugenklinik mit Netzhaut- und Hornhautchirurgie, operativ ausgerichtetes Versorgungszentrum oder konservative Praxis mit Schwerpunkt auf Glaukom und Kinderophthalmologie – der Arbeitsalltag hängt stark vom Standort ab. Dieser Abschnitt hilft, Stellen fachlich einzuordnen.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 8. Oktober 2026 Quellen: DOG, BVA und Bundesärztekammer
Arbeitsalltag

Zwischen Sprechstunde, Bildgebung und Operationssaal

Ein augenärztlicher Arbeitstag ist oft dicht getaktet: Sehtest und Refraktion, Spaltlampe und Augenhintergrund, dazu Gesichtsfeld, OCT oder Fluoreszenzangiographie. Viele Diagnosen entstehen direkt im Untersuchungsraum, und Befunde lassen sich anhand der Bilder unmittelbar mit Patientinnen und Patienten besprechen.

Hinzu kommen Eingriffe: intravitreale Injektionen bei Makuladegeneration oder diabetischer Netzhauterkrankung, Laserbehandlungen, Lideingriffe und – je nach Standort – Katarakt-, Glaukom- und Netzhautchirurgie. Die Augenheilkunde begleitet Menschen vom Kindesalter mit Schielen und Fehlsichtigkeit bis ins hohe Alter.

Stellenprofil

Klinik, Praxis oder Versorgungszentrum

Augenkliniken versorgen Notfälle, Verletzungen und komplexe Erkrankungen und bieten meist das breiteste operative Spektrum. In Praxen und Medizinischen Versorgungszentren stehen Sprechstunde, Vorsorge und häufig ambulante Operationen im Vordergrund. Gerade in der Augenheilkunde sind größere Versorgungszentren stark verbreitet; die DOG beobachtet dabei auch das Vordringen renditeorientierter Investoren kritisch.

Vor einer Bewerbung lohnt es sich, diese Fragen zu klären:

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis ab, und wie sind die 12 Monate stationäre Akutversorgung organisiert?
  • Welche Operationen werden am Standort durchgeführt – und ab wann operiere ich selbst unter Anleitung?
  • Wie viele intravitreale Injektionen und Lasereingriffe sind realistisch erreichbar?
  • Welche Geräte stehen zur Verfügung, etwa OCT, Fluoreszenzangiographie und Biometrie?
  • Gibt es Spezialsprechstunden, zum Beispiel für Glaukom, Netzhaut, Hornhaut oder Kinder?
  • Wie sind Notdienste und Rufbereitschaft geregelt?

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Ein Rotationsplan verbindet Sprechstunde, Diagnostik und operative Abschnitte
  • Richtzahlen etwa für OCT, Laser und Injektionen werden verbindlich eingeplant
  • Mikrochirurgisches Training, zum Beispiel am Simulator oder Wetlab
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
  • Zeit für Kongresse und Fortbildung

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten teilen sich die Eingriffe?
  • Ab wann übernehme ich eigene Sprechstunden?
  • Gibt es Kooperationen für Abschnitte, die am Haus nicht angeboten werden?
  • Wie werden Teilzeitmodelle in die Weiterbildung eingeplant?
  • Wer leitet operativ an und gibt Rückmeldung?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Tätigkeit in einer Augenklinik
  • Niederlassung in eigener Praxis oder Anstellung im Versorgungszentrum
  • Spezialisierung auf Katarakt-, Netzhaut-, Glaukom- oder Hornhautchirurgie
  • Konservative Schwerpunkte wie Kinderophthalmologie oder Neuroophthalmologie
  • Forschung und Lehre an Universitätsaugenkliniken

Medizinische Entwicklung

Augenheilkunde im Wandel

Eine älter werdende Bevölkerung, wirksame neue Therapien und digitale Bildanalyse verändern das Fach – und erhöhen den Bedarf an Augenärztinnen und Augenärzten.

Grauer Star: die häufigste Operation

Mit etwa einer Million Eingriffen pro Jahr ist die Operation des Grauen Stars nach Angaben der DOG die häufigste Operation in Deutschland. Moderne Biometrie und Linsenberechnung machen den Eingriff zunehmend planbar und individueller.

Injektionen erhalten das Sehen

Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland sind von einer altersabhängigen Makuladegeneration betroffen. Etwa 1,5 Millionen intravitreale Medikamenteneingaben pro Jahr zeigen, wie stark diese Therapie die augenärztliche Versorgung prägt – mit regelmäßigen Kontrollen und langfristiger Betreuung.

Demografie erhöht den Bedarf

Grauer Star, Glaukom, diabetische Netzhauterkrankung und Makuladegeneration nehmen mit dem Alter zu. Die DOG rechnet damit, dass die Zahl der Betroffenen weiter deutlich steigt. Gleichzeitig ist knapp ein Drittel der berufstätigen Augenärztinnen und Augenärzte 60 Jahre oder älter.

Künstliche Intelligenz in der Bildgebung

Die Augenheilkunde arbeitet mit besonders vielen Bilddaten und gilt deshalb als Vorreiter für KI-gestützte Auswertung, etwa bei Netzhauterkrankungen und Glaukom. DOG und BVA haben 2025 gemeinsame Leitlinien für einen verantwortungsvollen Einsatz veröffentlicht: Die Verantwortung für Diagnose und Therapie bleibt bei Ärztinnen und Ärzten.

Redaktioneller Stand

Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Augenheilkunde

Muss ich während der Weiterbildung Augenheilkunde im Krankenhaus arbeiten?

Ja, zumindest teilweise. Nach der aktuellen (Muster-)Weiterbildungsordnung müssen von den 60 Monaten 12 Monate in der stationären Akutversorgung abgeleistet werden, also in einem Krankenhaus mit Aufnahmebereitschaft rund um die Uhr. Diese Vorgabe wurde 2026 neu aufgenommen.

Die übrigen 48 Monate können ambulant oder stationär absolviert werden, etwa in einer augenärztlichen Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum mit Weiterbildungsbefugnis. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 60 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 60 Monate deckt die gesamte Weiterbildung ab; bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.

In der Augenheilkunde bestehen Befugnisse sowohl an Kliniken als auch in Praxen und Versorgungszentren. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Kann ich die Facharztweiterbildung Augenheilkunde in Teilzeit absolvieren?

Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Bei Teilzeit verlängert sich die kalendarische Weiterbildungsdauer entsprechend. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Kammer und der weiterbildungsbefugten Person schafft Planungssicherheit.

Welche Untersuchungen und Eingriffe muss ich im eLogbuch nachweisen?

Die Weiterbildungsordnung nennt zahlreiche Richtzahlen, darunter 300 OCT-Untersuchungen beziehungsweise Papillentomographien, 300 Funktionsprüfungen wie Gesichtsfeld und Farbsinn, 250 Brillenkorrekturen, 50 laserchirurgische Eingriffe an der Netzhaut, 50 Eingriffe an Lid, Tränenwegen und Orbita sowie 25 intravitreale Medikamenteneingaben.

Für die Katarakt-Operation nennt die Weiterbildungsordnung keine eigene Richtzahl; verlangt werden Diagnostik sowie die Mitwirkung und postoperative Betreuung bei komplexen Eingriffen an der Linse. Wer selbst operieren möchte, sollte bei der Stellenwahl nach dem operativen Spektrum und der Anleitung fragen.

Wie läuft die Facharztprüfung für Augenheilkunde ab?

Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation im eLogbuch.

Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb