Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Rheumatologie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.

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Grafische Darstellung einer Hand mit betonten Fingergelenken zum Fachgebiet Rheumatologie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten und ist in verschiedene Weiterbildungsabschnitte gegliedert. Der größte Teil wird in der Inneren Medizin und in der Rheumatologie absolviert; Teile können auch in der ambulanten Versorgung erfolgen. Von den 36 Monaten im Fachgebiet müssen 12 Monate in der stationären Patientenversorgung abgeleistet werden; hinzu kommen 6 Monate in der Notfallaufnahme und 6 Monate in der Intensivmedizin.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Rheumatologie

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Rheumatologie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Rheumatologie in Zahlen 2025

1.229 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Rheumatologie sind in Deutschland berufstätig.
Anerkennungen 2025 77
ambulant tätig 666
stationär tätig 499
Frauenanteil etwa 48 Prozent

Im Jahr 2025 waren 1.229 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Rheumatologie berufstätig. Damit ist die Rheumatologie eines der kleinsten internistischen Fachgebiete.

Von ihnen arbeiteten 666 im ambulanten und 499 im stationären Bereich – anders als in den meisten internistischen Fächern liegt der Schwerpunkt damit in der ambulanten Versorgung. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 47,5 Prozent.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Weiterbildungsbezeichnungen in der Rheumatologie:

  • Innere Medizin und Rheumatologie 570
  • SP Rheumatologie 561
  • Innere Medizin und SP Rheumatologie 87
  • TG Rheumatologie 11

Im Jahr 2025 wurden 77 Facharztanerkennungen für Innere Medizin und Rheumatologie erteilt – nach 54 im Jahr 2023 und 61 im Jahr 2024 ein deutlicher Zuwachs. Der Frauenanteil bei den neuen Fachärztinnen und Fachärzten betrug 66,2 Prozent und lag damit klar über dem Frauenanteil im Fachgebiet insgesamt.

Stellenangebote

Jobs in der Rheumatologie

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Rheumatologie in Klinik und Praxis – bundesweit.

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Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Rheumatologie

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh)

Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Rheumatologie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, Forschung, Kongressen und strukturierter ärztlicher Fort- und Weiterbildung in Rheumatologie und klinischer Immunologie.

Fachgesellschaft

Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh)

Bundesweite berufspolitische Interessenvertretung der Rheumatologinnen und Rheumatologen mit Schwerpunkt auf der ambulanten Versorgung, Versorgungsverträgen und der fachlichen Weiterentwicklung.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Allergologie
  • Geriatrie
  • Immunologie
  • Physikalische Therapie
  • Rehabilitationswesen
  • Sozialmedizin
  • Spezielle Schmerztherapie

Berufsalltag

Arbeiten in der Rheumatologie

Zwei Abteilungen können dieselbe Bezeichnung tragen und völlig verschiedene Arbeitstage bedeuten: An einem Haus prägen Sprechstunde, Gelenksonographie und Therapiesteuerung den Alltag, am anderen eine Klinik mit Kollagenosen, Vaskulitiden und interdisziplinären Spezialsprechstunden, an einem dritten die Frühsprechstunde mit Studienambulanz, in der Praxis die wohnortnahe Dauerbetreuung über viele Jahre. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 8. Oktober 2026 Quellen: DGRh, BDRh und Bundesärztekammer
Arbeitsalltag

Zwischen Sprechstunde, Ultraschall und Immuntherapie

Die Rheumatologie ist ein sprechendes und zugleich technisch geprägtes Fach. Ein Arbeitstag besteht häufig aus Sprechstunde und Untersuchung des Bewegungsapparates, aus Gelenksonographie mit Farbdoppler, aus Punktionen und Infiltrationen sowie aus der Beurteilung immunologischer Laborbefunde – und mündet in Entscheidungen über eine oft langfristige immunmodulierende Therapie.

Akute Situationen gehören dazu: eine hochaktive Vaskulitis, eine Riesenzellarteriitis mit drohendem Sehverlust, ein schwerer Schub einer Kollagenose oder eine Infektion unter Immunsuppression verlangen rasches internistisches Handeln – häufig gemeinsam mit Nephrologie, Pneumologie, Dermatologie, Augenheilkunde und Infektiologie.

Zugleich begleitet das Fach viele Menschen über Jahrzehnte: von der Erstdiagnose über die Therapieeinstellung bis zur Betreuung in Remission. Diese Mischung aus Diagnostik, Ultraschall, Gesprächsmedizin und langer Begleitung prägt die Rheumatologie.

Stellenprofil

Was eine rheumatologische Stelle wirklich ausmacht

Die Bezeichnung der Abteilung sagt wenig über den späteren Arbeitsalltag. Entscheidend ist das Krankheitsspektrum: An manchen Häusern dominieren entzündliche Gelenkerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis und die Spondyloarthritiden, an anderen Kollagenosen und Vaskulitiden mit ausgeprägter Organbeteiligung und entsprechend enger interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Eine zweite Weichenstellung ist das Verhältnis von Ambulanz, Tagesklinik und Station – und wie stark die eigene Funktionsdiagnostik ausgebaut ist. Weil ein großer Teil der Versorgung ambulant stattfindet, prägen rheumatologische Praxen und Medizinische Versorgungszentren mit Sprechstunde, Sonographie und Therapieüberwachung das Fach ebenso wie die Klinik – oft in enger Kooperation miteinander.

Vor einer Bewerbung sind deshalb konkrete Fragen wichtiger als allgemeine Aussagen:

  • Wie verteilen sich Sprechstunde, Tagesklinik, Station und Funktionsdiagnostik?
  • Gibt es eine Früharthritis- oder Frühsprechstunde?
  • Werden Kollagenosen und Vaskulitiden in relevanter Zahl behandelt?
  • Führe ich Gelenksonographien und Punktionen selbst durch – ab wann und mit welcher Anleitung?
  • Stehen Kapillarmikroskopie und Osteodensitometrie im Haus zur Verfügung?
  • Gibt es interdisziplinäre Sprechstunden, etwa mit Nephrologie, Pneumologie, Dermatologie oder Augenheilkunde?
  • Besteht eine Studienambulanz mit eigener Beteiligung an klinischen Studien?
  • Wie sind die Rotationen in die weiteren internistischen Facharztkompetenzen geregelt?
  • Werden die Untersuchungszahlen für den Weiterbildungskatalog erreichbar eingeplant?

So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Die Befugnis deckt möglichst viele der 36 Fachmonate ab – der Rest ist über einen festen Rotations- oder Verbundplan geregelt
  • Sonographie- und Interventionszeiten sind verbindlich eingeplant, nicht „bei Gelegenheit“
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
  • Gelenksonographien und Punktionen werden angeleitet selbst durchgeführt, nicht nur beobachtet
  • Die Pflichtabschnitte in Notfallaufnahme und Intensivmedizin sind konkret geplant
  • Zeit für Kongresse, Fortbildung und gegebenenfalls Studienbeteiligung

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
  • Ab wann punktiere und sonographiere ich selbst – und mit welcher Anleitung?
  • Sind Kapillarmikroskopie und Osteodensitometrie am Haus etabliert oder nur in Kooperation?
  • Wie erreiche ich die geforderten 200 Sonographien und 100 Punktionen?
  • Wie viele Fachärztinnen und Fachärzte tragen die Anleitung?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Verantwortung für Ambulanz, Tagesklinik oder Station
  • Niederlassung in rheumatologischer Praxis oder MVZ
  • Vertiefung in Kollagenosen, Vaskulitiden oder Osteologie
  • Zusatz-Weiterbildungen wie Physikalische Therapie und Balneologie, Spezielle Schmerztherapie oder Infektiologie
  • Klinische Forschung und Studienzentren

Medizinische Entwicklung

Rheumatologie in Bewegung

Frühe Diagnose, zielgerichtete Medikamente und eine deutlich bessere Bildgebung haben das Fach verändert – und zugleich den Bedarf an rheumatologischer Versorgung sichtbar gemacht.

Frühe Diagnose entscheidet über den Verlauf

Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen gilt der frühe Therapiebeginn als wichtigster prognostischer Faktor. Behandlungskonzepte orientieren sich an definierten Therapiezielen und werden engmaschig überprüft; Frühsprechstunden und strukturierte Zuweisungswege sollen die Zeit bis zur Erstvorstellung verkürzen.

Für die ärztliche Tätigkeit bedeutet das: mehr Verlaufskontrolle, mehr Dokumentation von Krankheitsaktivität – und eine hohe Verantwortung an der Schnittstelle zur hausärztlichen Versorgung.

Zielgerichtete Therapien und Biosimilars

Neben klassischen Basistherapeutika stehen heute zahlreiche Biologika sowie niedermolekulare, zielgerichtete Wirkstoffe zur Verfügung; Biosimilars haben den Zugang erweitert. Damit wächst die Bedeutung einer differenzierten Nutzen-Risiko-Abwägung, des Infektions- und Impfmanagements und der langfristigen Sicherheitsüberwachung.

Kollagenosen und Vaskulitiden

Bei systemischem Lupus erythematodes, ANCA-assoziierten Vaskulitiden, Riesenzellarteriitis und systemischer Sklerose hat sich das therapeutische Spektrum erheblich erweitert. Weil diese Erkrankungen mehrere Organsysteme betreffen, ist die Zusammenarbeit mit Nephrologie, Pneumologie, Dermatologie, Neurologie und Augenheilkunde fester Bestandteil des Alltags.

Bildgebung als Kernkompetenz

Die Sonographie des Bewegungsapparates einschließlich Farbdoppler ist zur täglichen Untersuchungstechnik geworden und in der Weiterbildungsordnung mit einer eigenen Richtzahl hinterlegt. Ergänzt wird sie durch Kapillarmikroskopie, Osteodensitometrie sowie Schnittbild- und Gefäßdiagnostik bei Großgefäßvaskulitiden.

Versorgung: kleines Fach, hoher Bedarf

Die Rheumatologie gehört zu den kleinsten internistischen Fachgebieten, versorgt aber viele chronisch erkrankte Menschen. Wartezeiten auf einen Facharzttermin sind vielerorts lang. Beantwortet wird das mit strukturierten Versorgungsverträgen, Delegationsmodellen mit rheumatologischer Fachassistenz, digitalen Angeboten – und mit einer spürbar steigenden Zahl an Facharztanerkennungen.

Redaktioneller Stand

September 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Rheumatologie

Brauche ich zuerst den Facharzt für Innere Medizin, bevor ich Rheumatologin oder Rheumatologe werden kann?

Nein. Nach der aktuellen (Muster-)Weiterbildungsordnung führt der direkte Weg über die 72-monatige Facharztweiterbildung „Innere Medizin und Rheumatologie“ – ein vorgeschalteter Facharzt für Innere Medizin ist dafür nicht erforderlich.

Ältere Bezeichnungen wie „Schwerpunkt Rheumatologie“ oder „Teilgebiet Rheumatologie“ stammen aus früheren Weiterbildungsordnungen, in denen die Spezialisierung auf den Internisten aufsetzte; sie werden in der Ärztestatistik weiterhin ausgewiesen. Welche Regelung im Einzelfall gilt, richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 18, 24 oder 36 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 36 Monate deckt die gesamte fachspezifische Weiterbildungszeit ab; bei anteiligen Befugnissen – etwa über 18 oder 24 Monate – müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten oder in einem Weiterbildungsverbund absolviert werden.

Befugnisse bestehen dabei nicht nur in Kliniken: Gerade in der Rheumatologie besitzen auch niedergelassene Rheumatologinnen und Rheumatologen anteilige Befugnisse, sodass Teile der Weiterbildung ambulant absolviert werden können. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Kann ich die Facharztweiterbildung Rheumatologie in Teilzeit absolvieren?

Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Die kalendarische Dauer verlängert sich entsprechend.

Weil das Fach über Richtzahlen gesteuert wird, lohnt sich zusätzlich die Frage, wie Sonographie- und Interventionszeiten in Teilzeit eingeplant werden – damit die geforderten Zahlen erreichbar bleiben.

Welche Untersuchungen und Richtzahlen muss ich im eLogbuch nachweisen?

Im eLogbuch werden die erworbenen Kompetenzen dokumentiert – in der Rheumatologie unter anderem 200 Sonographien des Bewegungsapparates einschließlich Farbdopplersonographie, 100 intra- und periartikuläre Punktionen, Injektionen oder Infiltrationen, 50 Osteodensitometrien mit Doppelröntgenabsorptiometrie und 50 Kapillarmikroskopien.

Hinzu kommen – aus den gemeinsamen internistischen Inhalten – 400 Sonographien des Abdomens und Retroperitoneums. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Für die Stellenwahl lohnt sich deshalb ein Blick nach vorn: Schon im Bewerbungsgespräch sollte geklärt werden, ob diese Zahlen an der Weiterbildungsstätte realistisch erreichbar eingeplant sind.

Welche Zusatz-Weiterbildungen bauen auf dem Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie auf?

Verbreitet sind Physikalische Therapie und Balneologie, Spezielle Schmerztherapie, Infektiologie und Palliativmedizin. Sie setzen in der Regel eine Facharztanerkennung voraus und sind keine eigenen Fachgebiete.

Welche Kombination sinnvoll ist, hängt stark vom Arbeitsfeld ab: In der Praxis sind funktions- und schmerzorientierte Qualifikationen verbreitet, in der Klinik die Infektiologie mit Blick auf Therapien unter Immunsuppression. Eine Auswahl finden Sie in der Übersicht der Facharztkompetenzen auf dieser Seite.

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb