Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Psychosomatik planen oder eine passende Stelle suchen – in Klinik, Rehabilitation oder Praxis.

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Illustration einer Silhouette, in der Kopf und Körper ineinander übergehen, zum Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Facharztweiterbildung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie dauert 60 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. 12 Monate davon müssen in anderen Gebieten der somatischen Patientenversorgung abgeleistet werden. Bis zu 12 Monate können in der Psychiatrie und Psychotherapie oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie erfolgen.

Im Zentrum steht die Psychotherapie in einem gewählten Hauptverfahren – psychodynamisch, verhaltenstherapeutisch oder systemisch – mit Einzel- und Gruppentherapie unter Supervision, Selbsterfahrung und Balintgruppe. Hinzu kommen psychosomatische Diagnostik, Konsiliar- und Liaisondienst, Psychotraumatherapie, Psychopharmakotherapie und die multimodale stationäre Behandlung.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Psychosomatik

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Psychosomatik in Zahlen 2025

3.996 Fachärztinnen und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sind in Deutschland berufstätig – rund zwei Drittel davon ambulant, fast alle in eigener Praxis.
Anerkennungen 2025 148
60 Jahre und älter etwa 60 Prozent
stationär tätig 1.130
Frauenanteil etwa 58 Prozent

Ende 2025 waren 3.996 Psychosomatikerinnen und Psychosomatiker berufstätig – so viele wie im Vorjahr. 2.622 arbeiteten ambulant, davon 2.469 in eigener Niederlassung, 1.130 in Kliniken. Der Frauenanteil lag bei 58,1 Prozent.

Auffällig ist die Altersstruktur: Rund 60 Prozent der Berufstätigen sind 60 Jahre oder älter, bei den Niedergelassenen sogar über 70 Prozent. Mit 148 Facharztanerkennungen im Jahr 2025 – nach 123 im Jahr 2024 und 129 im Jahr 2023 – steht ein großer Generationswechsel bevor.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Berufstätige nach Bereich:

  • Ambulant niedergelassen 2.469
  • Stationär 1.130
  • Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche 244
  • Ambulant angestellt 153

Die Zahlen schließen die frühere Bezeichnung Psychotherapeutische Medizin ein. Daneben führen rund 11.000 berufstätige Fachärztinnen und Fachärzte anderer Gebiete die Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie.

Stellenangebote

Jobs in der Psychosomatik

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie in Klinik, Rehabilitation und Praxis – bundesweit.

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Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Psychosomatik

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM)

Fachgesellschaft der Psychosomatik. Sie erarbeitet Leitlinien, richtet gemeinsam mit dem Deutschen Kollegium für Psychosomatische Medizin den jährlichen Fachkongress aus und vertritt das Fach gesundheitspolitisch.

Fachgesellschaft

Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (BPM)

Berufspolitische Vertretung des Fachs seit 1995, besonders für die ambulante Versorgung, mit Sitz in den Gremien der Selbstverwaltung.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Palliativmedizin
  • Psychoanalyse
  • Rehabilitationswesen
  • Schlafmedizin
  • Sexualmedizin
  • Sozialmedizin
  • Spezielle Schmerztherapie
  • Suchtmedizinische Grundversorgung

Berufsalltag

Arbeiten in der Psychosomatik

Die Psychosomatik behandelt Menschen, bei denen Körper und Seele zusammenwirken – bei chronischen Schmerzen, Essstörungen, Traumafolgen, Depressionen und Ängsten oder der Verarbeitung schwerer körperlicher Erkrankungen. Das Fach verbindet ärztliches Denken mit Psychotherapie. Dieser Abschnitt hilft, Stellen in Klinik, Rehabilitation und Praxis fachlich einzuordnen.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 18. Oktober 2026 Quellen: DGPM, BPM, Bundesärztekammer, Statistisches Bundesamt und Deutsche Rentenversicherung
Arbeitsalltag

Psychotherapie mit ärztlichem Blick

Im Mittelpunkt steht die psychotherapeutische Behandlung – einzeln und in Gruppen, ambulant oder in multimodalen stationären Programmen. Als Ärztinnen und Ärzte bewerten Psychosomatikerinnen und Psychosomatiker dabei auch körperliche Befunde, setzen bei Bedarf Medikamente ein und arbeiten eng mit somatischen Fächern zusammen.

Im Konsiliar- und Liaisondienst unterstützen sie andere Abteilungen, etwa in der Onkologie, Kardiologie oder Schmerztherapie. Hinzu kommen Krisenintervention, Gutachten und die Einleitung von Rehabilitation.

Stellenprofil

Klinik, Rehabilitation oder Praxis

Psychosomatische Kliniken und Abteilungen bieten stationäre und tagesklinische Behandlung, Rehabilitationskliniken die psychosomatische Reha. In der ambulanten Versorgung arbeiten Psychosomatikerinnen und Psychosomatiker überwiegend in eigener Praxis; über 70 Prozent der Niedergelassenen sind 60 Jahre oder älter.

Vor einer Bewerbung lohnt es sich, diese Fragen zu klären:

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis ab?
  • In welchem Psychotherapieverfahren wird weitergebildet – psychodynamisch, verhaltenstherapeutisch oder systemisch?
  • Wie sind Supervision, Selbsterfahrung und Theorie organisiert – und wer trägt die Kosten?
  • Wie werden die 12 Monate somatische Patientenversorgung eingeplant?
  • Gibt es einen Konsiliar- und Liaisondienst und eine Tagesklinik?

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Psychotherapie-Ausbildung mit Theorie, Supervision und Selbsterfahrung ist fest eingeplant
  • Einzel- und Gruppentherapie unter Anleitung
  • Regelmäßige Fallbesprechungen im multiprofessionellen Team
  • Rotation in den Konsiliar- und Liaisondienst
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Welche Behandlungsschwerpunkte hat die Klinik, etwa Essstörungen oder Traumafolgen?
  • Wie viele Patientinnen und Patienten betreue ich therapeutisch?
  • Gibt es Kooperationen für die somatische Pflichtzeit?
  • Wie werden Teilzeitmodelle eingeplant?
  • Wer supervidiert, und wie häufig?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Tätigkeit in Akut- oder Rehabilitationsklinik
  • Niederlassung, etwa durch Übernahme einer Praxis
  • Konsiliar- und Liaisonpsychosomatik
  • Zusatz-Weiterbildung Psychoanalyse
  • Forschung und Lehre an Universitätskliniken

Medizinische Entwicklung

Psychosomatik im Wandel

Hoher Behandlungsbedarf, lange Wartezeiten und ein bevorstehender Generationswechsel prägen das Fach.

Hoher Bedarf

Nach der Gesundheitsstudie DEGS1 des Robert Koch-Instituts erfüllt gut ein Viertel der Erwachsenen innerhalb eines Jahres die Kriterien einer psychischen Störung – weniger als die Hälfte der Betroffenen hatte deswegen Kontakt zum Versorgungssystem. Nach einer Auswertung der Bundespsychotherapeutenkammer warteten Patientinnen und Patienten im Schnitt rund 140 Tage vom Erstgespräch bis zum Therapiebeginn.

Stationäre Psychosomatik

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es 2024 rund 13.100 Betten in psychosomatischen Fachabteilungen mit über 90.000 Behandlungsfällen und einer durchschnittlichen Verweildauer von rund 47 Tagen. Hinzu kommen Tageskliniken mit rund 3.100 Plätzen. Verbindliche Personalvorgaben regelt die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik.

Psychosomatische Rehabilitation

Die Deutsche Rentenversicherung erbrachte 2025 rund 193.000 Reha-Leistungen wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen – fast 40 Prozent mehr als 2005. Sie sind damit die zweitgrößte Indikationsgruppe nach der Orthopädie.

Generationswechsel

Rund 60 Prozent der berufstätigen Psychosomatikerinnen und Psychosomatiker sind 60 Jahre oder älter – ein ungewöhnlich hoher Anteil. In Klinik und Niederlassung dürften deshalb in den kommenden Jahren viele Stellen neu zu besetzen sein.

Redaktioneller Stand

Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Psychosomatik

Welche Pflichtabschnitte gibt es in der Weiterbildung Psychosomatik?

Die Weiterbildung dauert 60 Monate. Davon müssen 12 Monate in anderen Gebieten der somatischen Patientenversorgung abgeleistet werden, etwa in der Inneren Medizin, Allgemeinmedizin oder Neurologie. Bis zu 12 Monate können in der Psychiatrie und Psychotherapie oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie erfolgen.

Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Was unterscheidet Psychosomatik und Psychiatrie?

Die Psychosomatik konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Körper und Seele – etwa bei chronischen Schmerzen, Essstörungen, somatoformen Störungen oder der seelischen Verarbeitung schwerer körperlicher Erkrankungen. Die Psychotherapie steht im Mittelpunkt der Behandlung, und 12 Monate somatische Patientenversorgung sind Pflicht.

Die Psychiatrie und Psychotherapie behandelt das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen einschließlich Psychosen, Suchterkrankungen und forensischer Fragen, mit Pflichtzeiten in der stationären Psychiatrie und der Neurologie. Bis zu 12 Monate sind jeweils gegenseitig anrechenbar.

Ist die Psychotherapie-Ausbildung in der Weiterbildung enthalten?

Ja, sie ist der Kern des Facharztes. Gewählt wird ein Hauptverfahren: psychodynamisch beziehungsweise tiefenpsychologisch, verhaltenstherapeutisch oder systemisch. Die Weiterbildungsordnung verlangt unter anderem 100 dokumentierte Behandlungsfälle, darunter 8 Langzeit- und 50 Kurzzeittherapien unter Supervision, 200 Stunden Gruppentherapie, 240 Stunden Theorie sowie 120 bis 150 Stunden Selbsterfahrung und 35 Doppelstunden Balintgruppe.

Eine gesonderte Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie ist deshalb nicht nötig; ihre Inhalte sind fester Bestandteil des Facharztes.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 48 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.

Befugnisse bestehen an psychosomatischen Kliniken, in Rehabilitationskliniken und in Praxen. Welche Befugnis an welchem Ort besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Wie läuft die Facharztprüfung ab?

Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen, den Nachweisen zu Psychotherapie, Selbsterfahrung und Supervision sowie der Dokumentation im eLogbuch.

Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.

Für Kliniken und Praxen

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb