Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Neurologie
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Facharztweiterbildung umfasst nach der MWBO 60 Monate Neurologie. Darin müssen jeweils 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patientinnen und Patienten, in der neurologischen Akutversorgung auf einer Stroke Unit sowie in Psychiatrie und Psychotherapie absolviert werden. Die Abschnitte sind Bestandteile der Gesamtweiterbildungszeit und werden bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten an zugelassenen Weiterbildungsstätten abgeleistet.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Neurologie
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Neurologie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Neurologie in Zahlen 2025
Zum Jahresende 2025 waren 10.541 Ärztinnen und Ärzte mit Gebietsbezeichnung Neurologie berufstätig. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Zuwachs von 4,7 Prozent.
3.166 arbeiteten ambulant und 6.663 stationär. Damit ist die Neurologie weiterhin deutlich klinisch geprägt; zusätzlich waren 243 in Behörden oder Körperschaften und 469 in sonstigen Bereichen tätig.
Datengrundlage: Ärztestatistik 2025 der BundesärztekammerWeitere Kennzahlen:
- berufstätige Neurologinnen 5.417
- niedergelassen tätig 1.974
- unter 40 Jahre alt 2.279
- über 65 Jahre alt 430
2025 wurden 573 Facharztanerkennungen in der Neurologie erteilt, darunter 340 an Ärztinnen. 2023 waren es 621 und 2024 687 Anerkennungen. Der Frauenanteil im Fach lag 2025 bei 51,4 Prozent.
Stellenangebote
Jobs in der Neurologie
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Neurologie in Klinik und Praxis – bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Neurologie
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Neurologie in Deutschland. Sie entwickelt Leitlinien, fördert Forschung, Fort- und Weiterbildung sowie den neurologischen Nachwuchs und setzt sich für eine hochwertige neurologische Versorgung und Hirngesundheit ein.

Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)
Berufspolitische Interessenvertretung der neurologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis. Der BDN arbeitet an der ambulanten und stationären Versorgung, unterstützt Fort- und Weiterbildung und vertritt medizinische, ökonomische, juristische und gesellschaftliche Belange des Fachs.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie Diese Seite
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Geriatrie
- Intensivmedizin
- Klinische Akut- und Notfallmedizin
- Medikamentöse Tumortherapie
- Palliativmedizin
- Rehabilitationswesen
- Schlafmedizin
- Sozialmedizin
- Spezielle Schmerztherapie
Berufsalltag
Arbeiten in der Neurologie
Neurologie kann Stroke Unit und Notaufnahme, Allgemeinstation und Intensivmedizin, Funktionsdiagnostik, Spezialambulanz, Praxis oder Rehabilitation bedeuten. Ob der Alltag von Schlaganfällen, Epilepsien, Multipler Sklerose, Bewegungsstörungen, Demenzen oder neuromuskulären Erkrankungen geprägt wird, hängt stark vom Versorgungsauftrag ab. Für die Stellenwahl zählen deshalb nicht nur Klinikgröße und Bezeichnung, sondern Rotationsplan, Supervision, diagnostische Eigenständigkeit und ein verlässlicher Zugang zu den Pflichtabschnitten.
Zwischen neurologischem Status, Akuttherapie und Langzeitbegleitung
Die neurologische Untersuchung bleibt Kern des Fachs: Anamnese, klinischer Befund und anatomische Zuordnung führen zur Arbeitsdiagnose und bestimmen die gezielte Zusatzdiagnostik. Je nach Einsatzbereich folgen Bildgebung, Liquordiagnostik, EEG, Elektrophysiologie oder Gefäßsonographie.
In der Akutneurologie entscheiden Minuten. Schlaganfall, Status epilepticus, Meningitis, akute Querschnittssyndrome, myasthene Krise oder Guillain-Barré-Syndrom verlangen priorisierte Diagnostik, rasche Therapie und enge Zusammenarbeit mit Neuroradiologie, Neurochirurgie, Intensivmedizin und Notfallmedizin.
Gleichzeitig ist Neurologie ein Fach der langfristigen Betreuung. Menschen mit Multipler Sklerose, Epilepsie, Parkinson-Krankheit, Demenz, Migräne, Polyneuropathie oder neuromuskulären Erkrankungen werden oft über Jahre begleitet. Beratung, Therapieanpassung, Rehabilitation und die Einbindung von Angehörigen gehören fest dazu.
Was eine neurologische Stelle wirklich ausmacht
Ein Maximalversorger mit Thrombektomiezentrum, Neurointensivstation und vielen Spezialambulanzen bietet ein anderes Profil als eine regionale Klinik mit breiter Akutneurologie, eine Rehabilitationsklinik oder eine ambulante Praxis. Für die Weiterbildung ist entscheidend, wie verlässlich Rotationen, Funktionsdiagnostik und Supervision organisiert sind.
Vor einer Bewerbung sind konkrete Fragen hilfreicher als allgemeine Versprechen:
- Wie sind Rotationen auf Stroke Unit, neurologische Intensivstation und in die Psychiatrie geregelt?
- Wie früh übernehmen Weiterzubildende eigene Patientinnen und Patienten und Dienste?
- Werden EEG, EMG, Elektroneurographie, evozierte Potentiale und Gefäßsonographie strukturiert vermittelt?
- Gibt es feste Supervisionszeiten und regelmäßige eLogbuch-Gespräche?
- Welche Spezialambulanzen bestehen, etwa für Epilepsie, MS, Bewegungsstörungen, Demenz oder neuromuskuläre Erkrankungen?
- Wie sind Neuroradiologie, Neurochirurgie, Psychiatrie und Rehabilitation eingebunden?
- Sind die Richtzahlen innerhalb der Befugniszeit realistisch erreichbar?
- Wie werden Nachtdienste vorbereitet und fachärztlich abgesichert?
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Schriftlicher Rotationsplan für Station, Stroke Unit, Intensivmedizin, Funktionsdiagnostik und Psychiatrie
- Stufenweise Einarbeitung in Dienste und neurologische Notfälle
- Eigene Befundung unter zeitnaher fachärztlicher Supervision
- Planbare Untersuchungszahlen statt Lernen „bei Gelegenheit“
- Mindestens jährliche Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
- Zugang zu Fortbildung, Facharztrepetitorien und Fallkonferenzen
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Wie viele der 60 Monate deckt die Befugnis ab?
- Wo absolviere ich die Psychiatrie-Rotation?
- Ist der sechsmonatige Stroke-Unit-Abschnitt am Standort gesichert?
- Wann beginne ich mit EEG, EMG und Gefäßsonographie?
- Wie viele Weiterzubildende teilen sich die Rotationsplätze?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Akutneurologie, Stroke Unit und neurologische Intensivmedizin
- Ambulante Neurologie in Praxis oder MVZ
- Spezialisierung etwa in Epileptologie, Bewegungsstörungen, Neuroimmunologie oder neuromuskulärer Medizin
- Neurologische Rehabilitation und Altersneurologie
- Klinische Forschung, Leitlinienarbeit und Hochschulmedizin
Medizinische Entwicklung
Neurologie in Bewegung
Die Neurologie verbindet zeitkritische Akutmedizin mit molekularer Diagnostik, Immuntherapie, Neurotechnologie und langfristiger Versorgung. Neue Behandlungen erweitern die Möglichkeiten, erhöhen aber auch die Anforderungen an Auswahl, Monitoring und Versorgungsstrukturen.
Schlaganfall: organisierte Behandlungsketten
Stroke Units, systemische Thrombolyse, endovaskuläre Thrombektomie und spezialisierte Bildgebung haben die Akutversorgung verändert. Für den Arbeitsalltag bedeutet das standardisierte Abläufe, interdisziplinäre Entscheidungen unter Zeitdruck und eine enge Verzahnung von Rettungsdienst, Neurologie, Neuroradiologie, Intensivmedizin und Rehabilitation.
Neuroimmunologie wird differenzierter
Bei Multipler Sklerose und anderen immunvermittelten Erkrankungen stehen zunehmend zielgerichtete Therapien zur Verfügung. Diagnosesicherheit, individuelle Risikostratifizierung, Impf- und Infektionsmanagement sowie langfristiges Sicherheitsmonitoring werden dadurch wichtiger.
Neurodegeneration: neue Optionen, neue Infrastruktur
Krankheitsmodifizierende Ansätze bei frühen Alzheimer-Stadien und die Weiterentwicklung biomarkerbasierter Diagnostik schaffen neue Aufgaben. Geeignete Patientinnen und Patienten müssen sorgfältig ausgewählt, Therapieeffekte realistisch besprochen und bildgebende sowie klinische Kontrollen zuverlässig organisiert werden.
Funktionsdiagnostik und digitale Neurologie
EEG, Elektrophysiologie und Neurosonographie bleiben praktische Kernkompetenzen. Telemedizinische Schlaganfallnetzwerke, digitale Verlaufsdaten und KI-gestützte Auswertung können Versorgung und Befundung unterstützen; ärztliche Plausibilitätsprüfung, Datenschutz und klare Verantwortlichkeiten bleiben unverzichtbar.
Hirngesundheit und Versorgungsbedarf
Mit einer alternden Bevölkerung nehmen Demenzen, Schlaganfälle und neurodegenerative Erkrankungen an Bedeutung zu. Prävention, sektorenübergreifende Versorgung und neurologische Rehabilitation werden deshalb ebenso wichtiger wie ausreichend qualifizierter Nachwuchs in Klinik und Praxis.
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Redaktioneller Stand
29. September 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Neurologie
Wie lange dauert die Facharztweiterbildung Neurologie?
Die MWBO sieht 60 Monate Neurologie vor. Darin enthalten sind 6 Monate neurologische Intensivmedizin, 6 Monate neurologische Akutversorgung auf einer Stroke Unit und 6 Monate Psychiatrie und Psychotherapie.
Die MWBO ist nicht unmittelbar rechtsverbindlich. Entscheidend sind die Weiterbildungsordnung, Übergangsbestimmungen und Anerkennungspraxis der zuständigen Landesärztekammer.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis in der Neurologie?
Die Befugnis legt fest, in welchem Umfang eine Ärztin oder ein Arzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte Weiterbildung anleiten und bescheinigen darf. Eine Befugnis kann die gesamte oder nur einen Teil der Weiterbildungszeit abdecken.
Fehlen Pflichtabschnitte oder Monate, müssen sie an einer anderen Weiterbildungsstätte oder in einem Verbund ergänzt werden. Den ausgewiesenen Umfang finden Sie in der bundesweiten Befugnissuche.
Kann ich die Facharztweiterbildung Neurologie in Teilzeit absolvieren?
Ja. Nach der MWBO muss die Teilzeitweiterbildung hinsichtlich Gesamtdauer, Niveau und Qualität einer ganztägigen Weiterbildung entsprechen; in der Regel beträgt der Umfang mindestens die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kalenderdauer verlängert sich entsprechend.
Die konkrete Anrechnung entscheidet die Landesärztekammer. Vor Vertragsabschluss sollte außerdem geklärt werden, wie Pflichtrotationen, Dienste und Funktionsdiagnostik in Teilzeit organisiert sind.
Welche diagnostischen Richtzahlen nennt die MWBO für Neurologie?
Genannt werden unter anderem 200 EEG, 100 EMG, 200 evozierte Potentiale, 100 Elektroneurographien und 200 Doppler- beziehungsweise Duplexsonographien der extra- und intrakraniellen hirnversorgenden Gefäße.
Die konkreten Nachweise ergeben sich aus der WBO und dem eLogbuch der Landesärztekammer. Im Bewerbungsgespräch sollte deshalb geklärt werden, wie Untersuchungszahlen, Befundsupervision und Rotationen planbar erreicht werden.
Welche Zusatz-Weiterbildungen sind für Neurologinnen und Neurologen häufig relevant?
Je nach Arbeitsplatz kommen insbesondere Intensivmedizin, Klinische Akut- und Notfallmedizin, Schlafmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Geriatrie, Palliativmedizin und Rehabilitationswesen infrage.
Welche Facharztanerkennung, Zeiten und Inhalte vorausgesetzt werden, regelt die zuständige Landesärztekammer. Eine Auswahl finden Sie in der Übersicht der Facharztkompetenzen.
Für Kliniken und Praxen
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