Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Urologie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Urologie planen oder eine passende Stelle suchen – in der Klinik, in der Praxis oder im Versorgungszentrum.

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Illustration einer Harnblase mit Harnleitern zum Fachgebiet Urologie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Facharztweiterbildung Urologie dauert 60 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. Bis zu 12 Monate davon können zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen. Pflichtabschnitte außerhalb der Urologie und eine feste Aufteilung zwischen Klinik und Praxis gibt es nicht.

Inhaltlich reicht die Weiterbildung von Sonographie, Endoskopie und Urodynamik über Steintherapie, Prostata- und Tumorchirurgie bis zu Kinderurologie, Andrologie und Sexualmedizin. Die medikamentöse Tumortherapie ist fester Bestandteil des Facharztes.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Urologie

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Urologie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Urologie in Zahlen 2025

6.858 Fachärztinnen und Fachärzte für Urologie sind in Deutschland berufstätig – gut die Hälfte davon in der ambulanten Versorgung.
Anerkennungen 2025 329
ambulant tätig 3.571
stationär tätig 2.932
Frauenanteil etwa 24 Prozent

Ende 2025 waren 6.858 Urologinnen und Urologen berufstätig, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 3.571 arbeiteten ambulant, davon die große Mehrheit in eigener Niederlassung; 2.932 waren im Krankenhaus tätig. Der Frauenanteil lag bei 24,0 Prozent.

Die Zahl der Facharztanerkennungen steigt seit Jahren: 274 im Jahr 2023, 309 im Jahr 2024 und 329 im Jahr 2025. Unter den neuen Fachärztinnen und Fachärzten lag der Frauenanteil bei knapp 39 Prozent – deutlich höher als im Fach insgesamt. Gut ein Viertel der Berufstätigen ist 60 Jahre oder älter.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Berufstätige Urologinnen und Urologen nach Bereich:

  • Stationär 2.932
  • Ambulant niedergelassen 2.624
  • Ambulant angestellt 947
  • Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche 355

Anders als in vielen anderen Fächern überwiegt in der ambulanten Urologie weiterhin die eigene Niederlassung.

Stellenangebote

Jobs in der Urologie

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Urologie in Klinik, Praxis und Versorgungszentrum – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Urologie

Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU)

Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Urologie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, jährlichem Kongress, Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie Forschungsförderung.

Fachgesellschaft

Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU)

Bundesweite berufspolitische Interessenvertretung der Urologinnen und Urologen in Praxis, Versorgungszentrum und Klinik, mit Netzwerk- und Serviceangeboten für Mitglieder sowie Patienteninformationen.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Andrologie
  • Geriatrie
  • Palliativmedizin
  • Proktologie
  • Rehabilitationswesen
  • Sexualmedizin
  • Sozialmedizin
  • Spezielle Kinder- und Jugend-Urologie
  • Spezielle Schmerztherapie
  • Transplantationsmedizin

Berufsalltag

Arbeiten in der Urologie

Die Urologie verbindet Sprechstunde, Diagnostik und Operation in einem Fach: Vom Ultraschall in der Praxis über die Steinbehandlung bis zur großen Tumoroperation bleibt die Behandlung oft in einer Hand. Mit Prostatakrebs als häufigster Krebserkrankung des Mannes und einer älter werdenden Bevölkerung wächst der Bedarf an urologischer Versorgung. Dieser Abschnitt hilft, Stellen fachlich einzuordnen.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 10. Oktober 2026 Quellen: DGU, BvDU, Bundesärztekammer und Robert Koch-Institut
Arbeitsalltag

Zwischen Sprechstunde, Endoskopie und Operationssaal

Urologinnen und Urologen behandeln Erkrankungen der Nieren, Harnwege und Harnblase bei Frauen und Männern sowie des männlichen Genitals – von der Harnwegsinfektion über Inkontinenz und Steinleiden bis zu Tumoren von Prostata, Blase, Niere und Hoden. Viele Untersuchungen und Eingriffe erfolgen endoskopisch, etwa Blasenspiegelungen oder Steinbehandlungen über die Harnwege.

Hinzu kommen Kinderurologie, Andrologie und Sexualmedizin sowie die medikamentöse Tumortherapie, die fester Bestandteil des Fachs ist. Gerade bei Tumorerkrankungen begleiten Urologinnen und Urologen ihre Patienten oft über Jahre – von der Diagnose über Operation und Therapie bis zur Nachsorge.

Stellenprofil

Klinik, Praxis oder Versorgungszentrum

Urologische Kliniken bieten das volle operative Spektrum einschließlich großer Tumoroperationen, an einem Teil der Häuser auch roboterassistiert. In Praxen und Versorgungszentren stehen Sprechstunde, Vorsorge, Diagnostik und ambulante Eingriffe im Vordergrund; auch die medikamentöse Tumortherapie kann ambulant erfolgen.

Vor einer Bewerbung lohnt es sich, diese Fragen zu klären:

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis ab?
  • Welche Operationen werden durchgeführt – auch große Tumoroperationen und roboterassistierte Eingriffe?
  • Ab wann operiere ich selbst unter Anleitung, und wie sind die Richtzahlen eingeplant?
  • Gibt es Kinderurologie, Steintherapie und Andrologie am Standort oder in Kooperation?
  • Wie sind Dienste und Rufbereitschaft geregelt?

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Ein Rotationsplan verbindet Station, Endoskopie, Operationssaal und Ambulanz
  • Endoskopische Eingriffe werden früh angeleitet selbst durchgeführt
  • Richtzahlen sind verbindlich eingeplant
  • Teilnahme an Tumorkonferenzen ist fest vorgesehen
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten teilen sich die Eingriffe?
  • Gibt es ein Robotik-System, und werden Assistenzärzte daran ausgebildet?
  • Wie ist die ambulante Phase organisiert?
  • Wie werden Teilzeitmodelle eingeplant?
  • Wer leitet operativ an und gibt Rückmeldung?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Tätigkeit in einer urologischen Klinik
  • Niederlassung in eigener Praxis oder Anstellung im Versorgungszentrum
  • Spezialisierung, etwa in Uroonkologie, Kinderurologie oder Andrologie
  • Roboterassistierte und minimalinvasive Chirurgie
  • Forschung und Lehre an Universitätskliniken

Medizinische Entwicklung

Urologie im Wandel

Krebsfrüherkennung, neue Operationstechniken und die Verlagerung von Eingriffen in den ambulanten Bereich verändern das Fach.

Prostatakrebs: häufigste Krebserkrankung des Mannes

Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut erkrankten 2023 rund 79.600 Männer neu an Prostatakrebs – fast drei von zehn Krebsneuerkrankungen bei Männern. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren. Hinzu kommen jährlich rund 13.000 Blasen-, 9.700 Nieren- und 3.900 Hodenkrebserkrankungen bei Männern.

Früherkennung im Umbruch

Bisher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab 45 Jahren eine jährliche Tastuntersuchung, der PSA-Test ist keine Kassenleistung. Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft seit Oktober 2025 ein risikoangepasstes Screening mit PSA-Test und MRT; ein Ergebnis wird bis spätestens Oktober 2027 erwartet.

Mehr Eingriffe ambulant

Mit den sogenannten Hybrid-DRG werden bestimmte Eingriffe gleich vergütet, egal ob sie ambulant oder stationär erfolgen – darunter die Entfernung von Harnleitersteinen und Eingriffe an Hoden und Nebenhoden. Das stärkt das ambulante Operieren in der Urologie.

Älter werdende Bevölkerung

Nach der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts wird 2035 jede vierte Person in Deutschland 67 Jahre oder älter sein. Da viele urologische Erkrankungen mit dem Alter zunehmen, steigt der Versorgungsbedarf – während gut ein Viertel der berufstätigen Urologinnen und Urologen selbst bereits 60 Jahre oder älter ist.

Redaktioneller Stand

Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Urologie

Muss ich während der Weiterbildung Urologie Pflichtzeiten in anderen Fächern absolvieren?

Nein. Die Weiterbildung umfasst 60 Monate Urologie unter Befugnis an Weiterbildungsstätten; Pflichtabschnitte etwa in Notaufnahme oder Intensivmedizin schreibt die (Muster-)Weiterbildungsordnung nicht vor. Bis zu 12 Monate können zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten erfolgen.

Eine feste Aufteilung zwischen ambulanter und stationärer Tätigkeit gibt es ebenfalls nicht. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 60 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 60 Monate deckt die gesamte Weiterbildung ab; bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.

Befugnisse bestehen an urologischen Kliniken ebenso wie in Praxen. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Welche Eingriffe und Untersuchungen muss ich im eLogbuch nachweisen?

Die Weiterbildungsordnung nennt unter anderem 300 Ultraschalluntersuchungen, 50 Blasenspiegelungen, 40 transurethrale Behandlungen von Blasentumoren, 30 Operationen bei gutartiger Prostatavergrößerung, 30 endourologische Steineingriffe sowie 50 erste Assistenzen bei großen Tumoroperationen wie der radikalen Prostatektomie.

Hinzu kommen Eingriffe der Kinderurologie und der Andrologie, Urodynamik und Prostatabiopsien. Bei der Stellenwahl lohnt es sich zu prüfen, ob das operative Spektrum am Standort zu diesen Richtzahlen passt.

Gehört die medikamentöse Tumortherapie zur Urologie?

Ja. Nach der Weiterbildungsordnung ist die medikamentöse Tumortherapie fester Bestandteil der Facharztweiterbildung Urologie – mit eigenen Richtzahlen, etwa 100 Behandlungsfällen und 20 Falldarstellungen in Tumorkonferenzen.

Eine gesonderte Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie ist für Urologinnen und Urologen deshalb nicht vorgesehen.

Wie läuft die Facharztprüfung für Urologie ab?

Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation im eLogbuch.

Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.

Für Kliniken und Praxen

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb