Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Nuklearmedizin
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Nuklearmedizin planen oder eine passende Stelle suchen – in Praxis, Versorgungszentrum oder Klinik.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Facharztweiterbildung Nuklearmedizin dauert 60 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. Bis zu 12 Monate können in der Radiologie und bis zu 6 Monate in anderen Gebieten abgeleistet werden. Pflichtabschnitte außerhalb der Nuklearmedizin gibt es nicht.
Inhaltlich umfasst die Weiterbildung Szintigraphie und SPECT, PET/CT und PET/MRT, Schilddrüsendiagnostik mit Ultraschall, Radiopharmazie und Strahlenschutz sowie die Therapie mit offenen Radionukliden – von der Radiojodtherapie bis zur gezielten Tumortherapie.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Nuklearmedizin
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Nuklearmedizin – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Nuklearmedizin in Zahlen 2025
Ende 2025 waren 1.262 Nuklearmedizinerinnen und Nuklearmediziner berufstätig – genauso viele wie im Vorjahr. 792 arbeiteten ambulant, davon die Mehrheit angestellt, 414 im Krankenhaus. Der Frauenanteil lag bei 37,6 Prozent.
Im Jahr 2025 wurden 62 Facharztanerkennungen erteilt – nach 54 im Jahr 2024 und 60 im Jahr 2023. Gleichzeitig ist knapp ein Drittel der Berufstätigen 60 Jahre oder älter, und die Zahl der Berufstätigen stagniert.
Datengrundlage: Ärztestatistik der BundesärztekammerBerufstätige Nuklearmedizinerinnen und Nuklearmediziner nach Bereich:
- Ambulant angestellt 477
- Stationär 414
- Ambulant niedergelassen 315
- Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche 56
36 Berufstätige führen zusätzlich die Zusatz-Weiterbildung Röntgendiagnostik für Nuklearmediziner – 20 Prozent mehr als im Vorjahr.
Stellenangebote
Jobs in der Nuklearmedizin
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Nuklearmedizin in Praxis, Versorgungszentrum und Klinik – bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Nuklearmedizin
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN)
Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Nuklearmedizin mit rund 1.650 Mitgliedern. Sie fördert Forschung und Anwendung in Diagnostik, Therapie und Strahlenschutz sowie Weiterbildung und Nachwuchs.
Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN)
Vertritt die beruflichen und standespolitischen Interessen der in Praxis und Klinik nuklearmedizinisch tätigen Ärztinnen und Ärzte, informiert zu Rechts- und Honorarfragen und bietet Fortbildungen an.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin Diese Seite
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Magnetresonanztomographie
- Medizinische Informatik
- Palliativmedizin
- Röntgendiagnostik für Nuklearmediziner
Berufsalltag
Arbeiten in der Nuklearmedizin
Die Nuklearmedizin macht Stoffwechsel und Funktion sichtbar – und behandelt mit denselben Prinzipien gezielt Erkrankungen. Rund zwei Millionen nuklearmedizinische Untersuchungen finden in Deutschland jedes Jahr statt. Dieser Abschnitt hilft, Stellen in Praxis, Versorgungszentrum und Klinik fachlich einzuordnen.
Zwischen Bildgebung, Schilddrüsensprechstunde und Therapie
Den Alltag prägen Szintigraphien von Schilddrüse, Skelett und Herz, PET/CT-Untersuchungen in der Tumordiagnostik und die Befundung im interdisziplinären Austausch. In vielen Praxen ist die Schilddrüsensprechstunde mit Ultraschall und Feinnadelpunktion ein wichtiger Teil der Arbeit.
Hinzu kommt die Therapie mit offenen Radionukliden: Radiojodtherapien bei Schilddrüsenerkrankungen, Behandlungen von Gelenken und Knochenmetastasen sowie gezielte Tumortherapien. Sie erfolgen in Kliniken mit eigener Therapiestation und strengen Strahlenschutzvorgaben.
Praxis, Versorgungszentrum oder Klinik
Fast zwei Drittel der Nuklearmedizinerinnen und Nuklearmediziner arbeiten ambulant, die Mehrheit davon angestellt. Kliniken bieten vor allem die Therapie mit offenen Radionukliden und die stationäre PET/CT-Diagnostik; Praxen und Versorgungszentren die ambulante Diagnostik und die Schilddrüsenversorgung.
Vor einer Bewerbung lohnt es sich, diese Fragen zu klären:
- Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis ab?
- Gibt es eine Therapiestation, oder ist eine Kooperation für die Radionuklidtherapie geregelt?
- Wie viele PET/CT-Untersuchungen werden durchgeführt, damit die Richtzahlen erreichbar sind?
- Werden Radioligandentherapien angeboten?
- Wie wird der Erwerb der Strahlenschutz-Fachkunde organisiert?
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Ein Rotationsplan verbindet Diagnostik, Therapiestation und Schilddrüsensprechstunde
- PET/CT-Befundung erfolgt angeleitet mit Rückmeldung
- Radiopharmazie und Qualitätskontrolle werden praktisch vermittelt
- Teilnahme an Tumorkonferenzen ist vorgesehen
- Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Welche Geräte stehen zur Verfügung – SPECT/CT, PET/CT, PET/MRT?
- Gibt es eine eigene Radiopharmazie?
- Ist eine Rotation in die Radiologie möglich?
- Wie werden Teilzeitmodelle eingeplant?
- Wer leitet bei Therapien an?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Oberärztliche Tätigkeit in einer nuklearmedizinischen Klinik
- Anstellung oder Niederlassung in Praxis oder Versorgungszentrum
- Spezialisierung auf PET/CT und Theranostik
- Röntgendiagnostik als Zusatz-Weiterbildung
- Forschung und Lehre an Universitätskliniken
Medizinische Entwicklung
Nuklearmedizin im Wandel
PET/CT gewinnt an Bedeutung, neue gezielte Therapien kommen hinzu, und die Untersuchungsschwerpunkte verschieben sich.
Untersuchungen im Wandel
Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz gab es zuletzt rund zwei Millionen nuklearmedizinische Untersuchungen pro Jahr. Zwischen 2016 und 2023 gingen Schilddrüsen- und Skelettszintigraphien um fast 30 Prozent zurück, Herzuntersuchungen nahmen um etwa 30 Prozent zu, und die PET-Diagnostik wächst stetig.
Theranostik
Mit der PSMA-Radioligandentherapie beim fortgeschrittenen Prostatakrebs ist seit Ende 2022 ein Verfahren EU-weit zugelassen, das Bildgebung und Behandlung über dasselbe Zielmerkmal verbindet. Die Auswahl der Patienten erfolgt über die PSMA-Bildgebung.
PET als Kassenleistung
Die PET ist für eine Reihe von Indikationen ambulante Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, etwa bei Lungenkrebs, bestimmten Lymphomen und Kopf-Hals-Tumoren. Erbringen dürfen sie Fachärztinnen und Fachärzte für Nuklearmedizin oder Radiologie mit ausreichender Erfahrung – in der Regel mindestens 1.000 onkologischen PET-Untersuchungen.
Strahlenschutz als Grundlage
Für die Fachkunde im Strahlenschutz in der Nuklearmedizin sind mindestens 36 Monate praktische Erfahrung, davon 6 Monate in der Therapie, sowie spezielle Kurse nötig. Die Facharztweiterbildung vermittelt die Voraussetzungen dafür.
Redaktioneller Stand
Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Nuklearmedizin
Kann ich Zeiten in der Radiologie auf die Weiterbildung Nuklearmedizin anrechnen lassen?
Ja. Von den 60 Monaten können bis zu 12 Monate in der Radiologie und bis zu 6 Monate in anderen Gebieten abgeleistet werden. Pflichtabschnitte außerhalb der Nuklearmedizin schreibt die (Muster-)Weiterbildungsordnung nicht vor.
Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Eine frühe Abstimmung mit der Kammer schafft Planungssicherheit.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 60 Monate?
Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 60 Monate deckt die gesamte Weiterbildung ab; bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.
Befugnisse bestehen an Kliniken ebenso wie in Praxen und Versorgungszentren. Für die Therapie mit offenen Radionukliden ist meist eine Klinik mit Therapiestation nötig. Welche Befugnis an welchem Ort besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.
Welche Untersuchungen und Therapien muss ich im eLogbuch nachweisen?
Die Weiterbildungsordnung nennt unter anderem 1.000 PET-Untersuchungen einschließlich PET/CT und PET/MRT, 800 Skelett- und Gelenkuntersuchungen, 500 Herzuntersuchungen, 400 Schilddrüsenszintigraphien, 150 Schilddrüsen-Ultraschalluntersuchungen und 100 Sentinel-Lymphknoten-Untersuchungen.
Bei den Therapien sind es 200 Radiojodtherapien gutartiger und 50 bösartiger Schilddrüsenerkrankungen sowie 25 selektive radionuklidbasierte Tumortherapien. Hinzu kommen Radiopharmaka-Markierungen und Qualitätskontrollen.
Was ist Theranostik?
Theranostik verbindet Diagnostik und Therapie: Mit einer Substanz wird zunächst in der Bildgebung, etwa per PET/CT, geprüft, ob ein Tumor ein bestimmtes Merkmal trägt. Ist das der Fall, wird dasselbe Zielmerkmal mit einer radioaktiv markierten Substanz behandelt.
Ein Beispiel ist die PSMA-Radioligandentherapie beim fortgeschrittenen Prostatakrebs, die seit Ende 2022 EU-weit zugelassen ist. Solche Therapien gehören als selektive radionuklidbasierte Tumortherapie zur Facharztweiterbildung.
Wie läuft die Facharztprüfung für Nuklearmedizin ab?
Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation im eLogbuch.
Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.
Für Kliniken und Praxen
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