Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Neurochirurgie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Neurochirurgie planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.

  • Weiterbildung
  • Befugnisse
  • Jobs
  • Statistik
Illustration eines Gehirns in Draufsicht mit geöffneter Schädeldecke zum Fachgebiet Neurochirurgie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Facharztweiterbildung Neurochirurgie dauert 72 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. 6 Monate davon müssen in der intensivmedizinischen Versorgung neurochirurgischer Patientinnen und Patienten abgeleistet werden; bis zu 12 Monate können in anderen Gebieten erfolgen.

Inhaltlich umfasst die Weiterbildung Wirbelsäulen- und Rückenmarkschirurgie, Tumoren von Gehirn und Rückenmark, Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirnblutungen und Gefäßerkrankungen, Hydrozephalus und Fehlbildungen, periphere Nerven sowie funktionelle Neurochirurgie und Schmerztherapie.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Neurochirurgie

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Neurochirurgie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Neurochirurgie in Zahlen 2025

2.866 Fachärztinnen und Fachärzte für Neurochirurgie sind in Deutschland berufstätig – gut zwei Drittel davon im Krankenhaus.
Anerkennungen 2025 143
stationär tätig 1.975
ambulant tätig 735
Frauenanteil etwa 23 Prozent

Ende 2025 waren 2.866 Neurochirurginnen und Neurochirurgen berufstätig, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 69 Prozent arbeiteten im Krankenhaus, rund 26 Prozent ambulant. Der Frauenanteil lag bei 22,7 Prozent und steigt langsam.

Im Jahr 2025 wurden 143 Facharztanerkennungen erteilt – nach 133 im Jahr 2024 und 137 im Jahr 2023. Gut ein Drittel der neuen Fachärztinnen und Fachärzte waren Frauen. Rund ein Fünftel der Berufstätigen ist 60 Jahre oder älter.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Berufstätige Neurochirurginnen und Neurochirurgen nach Bereich:

  • Stationär 1.975
  • Ambulant niedergelassen 467
  • Ambulant angestellt 268
  • Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche 156

Mit knapp 2.900 Berufstätigen ist die Neurochirurgie ein vergleichsweise kleines Fach mit starkem Schwerpunkt im Krankenhaus.

Stellenangebote

Jobs in der Neurochirurgie

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Neurochirurgie in Klinik und Praxis – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Neurochirurgie

Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC)

Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Neurochirurgie mit Jahrestagung, Sektionen, eigener Akademie für Fort- und Weiterbildung sowie Zertifizierungen und fachlichen Stellungnahmen.

Fachgesellschaft

Berufsverband Deutsche Neurochirurgie (BDNC)

Berufspolitische Vertretung der Neurochirurginnen und Neurochirurgen in Deutschland, in enger Zusammenarbeit mit der Fachgesellschaft.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Intensivmedizin
  • Medikamentöse Tumortherapie
  • Notfallmedizin
  • Palliativmedizin
  • Rehabilitationswesen
  • Sozialmedizin
  • Spezielle Schmerztherapie

Berufsalltag

Arbeiten in der Neurochirurgie

Die Neurochirurgie operiert an Gehirn, Rückenmark, Wirbelsäule und peripheren Nerven – vom planbaren Bandscheibeneingriff bis zur nächtlichen Notfalloperation bei Hirnblutung. Hochpräzise Technik wie Neuronavigation und intraoperatives Monitoring gehört zum Standard. Dieser Abschnitt hilft, neurochirurgische Stellen fachlich einzuordnen.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 15. Oktober 2026 Quellen: DGNC, Bundesärztekammer, Statistisches Bundesamt und Robert Koch-Institut
Arbeitsalltag

Zwischen Wirbelsäule, Tumor und Notfall

Einen großen Teil der Eingriffe machen Operationen an der Wirbelsäule aus – bei Bandscheibenvorfällen, Verengungen des Wirbelkanals, Instabilitäten oder Verletzungen. Hinzu kommen Tumoroperationen an Gehirn und Rückenmark, die Versorgung von Schädel-Hirn-Verletzungen und Hirnblutungen, Eingriffe bei Hydrozephalus und Fehlbildungen sowie Operationen an peripheren Nerven.

Spezialisierte Bereiche sind die vaskuläre Neurochirurgie, etwa bei Aneurysmen, die Kinderneurochirurgie und die funktionelle Neurochirurgie mit Epilepsiechirurgie und Neuromodulation, zum Beispiel der Rückenmarkstimulation bei chronischen Schmerzen. Die Arbeit auf der Intensivstation und die enge Zusammenarbeit mit Neurologie, Neuroradiologie und Strahlentherapie gehören fest dazu.

Stellenprofil

Was eine neurochirurgische Stelle ausmacht

Gut zwei Drittel der Neurochirurginnen und Neurochirurgen arbeiten im Krankenhaus. Kliniken unterscheiden sich deutlich: Manche konzentrieren sich auf Wirbelsäulenchirurgie, andere bieten das volle Spektrum einschließlich Tumor-, Gefäß- und Kinderneurochirurgie. In Praxen und Versorgungszentren stehen Diagnostik, konservative Behandlung und ambulante Eingriffe im Vordergrund.

Vor einer Bewerbung lohnt es sich, diese Fragen zu klären:

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis ab?
  • Welches Spektrum wird abgedeckt – nur Wirbelsäule oder auch Tumoren, Gefäße und Kinder?
  • Wie sind die 6 Monate Intensivmedizin organisiert?
  • Ab wann operiere ich selbst unter Anleitung, und wie werden die Richtzahlen erreicht?
  • Wie sind Dienste und Rufbereitschaft geregelt?
  • Welche Technik steht zur Verfügung, etwa Neuronavigation, Monitoring und intraoperative Bildgebung?

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Ein Rotationsplan verbindet Station, Intensivstation, Operationssaal und Ambulanz
  • Operative Schritte werden gestuft angeleitet und dokumentiert
  • Wirbelsäulen-, Tumor- und Notfalleingriffe sind gleichermaßen eingeplant
  • Mikrochirurgisches Training, etwa im Labor oder am Simulator
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Operationen führt die Abteilung im Jahr durch?
  • Gibt es Kooperationen für Bereiche, die am Haus nicht vertreten sind?
  • Wie wird die Zusammenarbeit mit Neurologie und Neuroradiologie organisiert?
  • Wie werden Teilzeitmodelle eingeplant?
  • Wer leitet operativ an und gibt Rückmeldung?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Tätigkeit in einer neurochirurgischen Klinik
  • Spezialisierung auf Wirbelsäule, Tumoren, Gefäße oder Kinder
  • Funktionelle Neurochirurgie und Schmerztherapie
  • Niederlassung in Praxis oder Versorgungszentrum
  • Forschung und Lehre an Universitätskliniken

Medizinische Entwicklung

Neurochirurgie im Wandel

Hohe Operationszahlen an der Wirbelsäule, neue Strukturvorgaben durch die Krankenhausreform und präzisere Technik prägen das Fach.

Wirbelsäulenchirurgie als häufigster Eingriff

Der Zugang zur Lendenwirbelsäule ist nach der Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamts der häufigste operative Einzelschritt in deutschen Kliniken – 2025 rund 394.000 Mal kodiert. Wirbelsäuleneingriffe führen Neurochirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie durch.

Hirntumoren

Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut erkrankten 2023 rund 6.900 Menschen an bösartigen Tumoren des zentralen Nervensystems. Hinzu kommen jährlich etwa 11.000 gutartige Tumoren oder Tumoren mit unsicherem Verhalten, etwa die Hälfte davon an den Hirnhäuten.

Krankenhausreform mit klaren Vorgaben

Mit der Krankenhausreform wird die Neurochirurgie eine eigene Leistungsgruppe. Kliniken müssen dafür unter anderem mindestens drei Fachärztinnen oder Fachärzte für Neurochirurgie, jederzeitige Rufbereitschaft, Intensivmedizin und jederzeit verfügbare Computertomographie vorhalten. Auch Schlaganfall-Einheiten benötigen die Neurochirurgie zumindest in Kooperation.

Präzision durch Technik

Neuronavigation, intraoperativer Ultraschall und multimodales Monitoring sind heute fester Bestandteil der Weiterbildung – mit eigenen Richtzahlen. Sie dienen der Sicherheit bei Eingriffen in der Nähe wichtiger Hirn- und Nervenstrukturen.

Redaktioneller Stand

Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Neurochirurgie

Welche Pflichtabschnitte gibt es in der Weiterbildung Neurochirurgie?

Die Weiterbildung dauert 72 Monate. Davon müssen 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurochirurgischer Patientinnen und Patienten abgeleistet werden; bis zu 12 Monate können in anderen Gebieten erfolgen.

Einen Pflichtabschnitt in der Notaufnahme oder eine feste Aufteilung zwischen Klinik und Praxis schreibt die (Muster-)Weiterbildungsordnung nicht vor. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 72 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 72 Monate deckt die gesamte Weiterbildung ab; bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.

Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.

Welche Eingriffe muss ich im eLogbuch nachweisen?

Die Weiterbildungsordnung nennt unter anderem 100 Eingriffe an der Wirbelsäule, 100 Versorgungen neurochirurgischer Notfälle, 50 Operationen bei Schädel-Hirn-Trauma, 40 Tumoroperationen an Gehirn und Rückenmark, 40 Eingriffe bei Hydrozephalus und Fehlbildungen sowie 30 Operationen bei Hirnblutungen und Entlastungskraniotomien.

Hinzu kommen technische Verfahren wie 50 Anwendungen der Neuronavigation, 100 intraoperative Monitoring- und Mapping-Verfahren und 200 Doppler- und Duplexuntersuchungen. Bei der Stellenwahl lohnt es sich zu prüfen, ob das Spektrum am Standort zu diesen Richtzahlen passt.

Operieren Neurochirurgen und Orthopäden beide an der Wirbelsäule?

Ja. Eingriffe an der Wirbelsäule gehören sowohl zur Neurochirurgie als auch zur Orthopädie und Unfallchirurgie. In der Neurochirurgie stehen dabei häufig Erkrankungen mit Beteiligung von Rückenmark und Nervenwurzeln im Vordergrund.

Die Weiterbildungsordnung verlangt in der Neurochirurgie 100 Eingriffe an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie am Kreuzbein. Viele Kliniken arbeiten in Wirbelsäulenzentren fachübergreifend zusammen.

Wie läuft die Facharztprüfung für Neurochirurgie ab?

Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation im eLogbuch.

Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.

Für Kliniken und Praxen

Stellenanzeigen veröffentlichen. Weiterbildungsbefugnisse sichtbar machen.

valmedi veröffentlicht Ihre Stellenangebote und verbindet sie mit Fachabteilungen und Weiterbildungsinformationen.

Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb