Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Kinder- und Jugendmedizin
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin planen oder eine passende Stelle suchen – in der Kinderklinik, in der Praxis oder im öffentlichen Gesundheitsdienst.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Facharztweiterbildung Kinder- und Jugendmedizin dauert 60 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten. 6 Monate davon müssen in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen abgeleistet werden, bis zu 12 Monate können in anderen Gebieten erfolgen. Hinzu kommt ein 80-stündiger Kurs in Psychosomatischer Grundversorgung.
Das Fach reicht von der Erstversorgung Neugeborener über Vorsorge, Impfungen und Entwicklungsdiagnostik bis zur Jugendmedizin und zum Übergang in die Erwachsenenmedizin. Nach dem Facharzt stehen neun Schwerpunkte mit jeweils 24 Monaten offen.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Kinder- und Jugendmedizin
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Kinder- und Jugendmedizin – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Kinder- und Jugendmedizin in Zahlen 2025
Ende 2025 waren 17.650 Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte berufstätig, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. 8.659 arbeiteten ambulant, davon 5.646 in eigener Niederlassung, 7.402 im Krankenhaus und 742 in Behörden und Körperschaften – darunter 534 im Gesundheitsamt. Der Frauenanteil lag bei 65,4 Prozent.
Mit 914 Facharztanerkennungen gab es 2025 deutlich mehr neue Fachärztinnen und Fachärzte als in den Vorjahren (2024: 789, 2023: 784); fast drei Viertel davon waren Frauen. In der ambulanten Versorgung zeichnet sich ein Generationswechsel ab: Gut ein Drittel der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte ist 60 Jahre oder älter, und ihre Zahl ging leicht zurück.
Datengrundlage: Ärztestatistik der BundesärztekammerBerufstätige mit den größten Schwerpunkten:
- Neonatologie 1.626
- Neuropädiatrie 749
- Kinder- und Jugend-Kardiologie 642
- Kinder- und Jugend-Hämatologie und -Onkologie 356
Die Zahlen schließen frühere Bezeichnungen wie Kinder-Kardiologie ein. Die fünf 2025 neu eingeführten Schwerpunkte werden in der Statistik bislang überwiegend noch als Zusatz-Weiterbildungen geführt.
Stellenangebote
Jobs in der Kinder- und Jugendmedizin
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Kinder- und Jugendmedizin in Kinderklinik, Praxis und öffentlichem Gesundheitsdienst – bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Kinder- und Jugendmedizin
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland. Sie gibt Leitlinien heraus, richtet den Jahreskongress aus und vertritt das Fach gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ)
Berufliche Interessenvertretung der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte in Deutschland mit rund 12.000 Mitgliedern aus Praxis, Klinik und öffentlichem Gesundheitsdienst.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin Diese Seite
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie
- Kinder- und Jugend-Gastroenterologie
- Kinder- und Jugend-Hämatologie und -Onkologie
- Kinder- und Jugend-Kardiologie
- Kinder- und Jugend-Nephrologie
- Kinder- und Jugend-Pneumologie
- Kinder- und Jugend-Rheumatologie
- Neonatologie
- Neuropädiatrie
- Allergologie
- Diabetologie
- Infektiologie
- Intensivmedizin
- Klinische Akut- und Notfallmedizin
- Notfallmedizin
- Palliativmedizin
- Psychotherapie
- Schlafmedizin
- Transplantationsmedizin
Berufsalltag
Arbeiten in der Kinder- und Jugendmedizin
Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte begleiten Menschen vom ersten Lebenstag bis ins junge Erwachsenenalter – mit Vorsorge und Impfungen ebenso wie mit Notfall- und Intensivmedizin, chronischen Erkrankungen und Fragen der Entwicklung. Ob Kinderklinik mit Perinatalzentrum, Praxis oder Gesundheitsamt: Dieser Abschnitt hilft, Stellen fachlich einzuordnen.
Vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen
Kaum ein Fach umfasst eine so große Altersspanne. In der Praxis prägen Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen, Infekte, Allergien und Entwicklungsfragen den Alltag. In der Klinik kommen Notfälle, die Versorgung Früh- und Neugeborener, chronische Erkrankungen und spezialisierte Sprechstunden hinzu.
Dabei arbeiten Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte immer auch mit den Familien. Psychosomatik, Sozialpädiatrie und Kinderschutz gehören ausdrücklich zur Weiterbildung: Bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Gefährdung des Kindeswohls dürfen Ärztinnen und Ärzte das Jugendamt informieren, bei dringender Gefahr sollen sie es unverzüglich tun.
Kinderklinik, Praxis oder öffentlicher Gesundheitsdienst
Kinderkliniken unterscheiden sich stark: von der Abteilung mit allgemeinpädiatrischer Versorgung bis zum Zentrum mit Neonatologie, Kinderintensivstation und spezialisierten Ambulanzen. In der Praxis stehen Vorsorge und Akutversorgung im Vordergrund, im Gesundheitsamt Schuleingangsuntersuchungen, Impfschutz und Kinderschutz.
Vor einer Bewerbung lohnt es sich, diese Fragen zu klären:
- Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis ab?
- Wie sind die 6 Monate Kinderintensivmedizin organisiert – am Haus oder in Kooperation?
- Gibt es eine Neonatologie oder ein Perinatalzentrum, und welcher Versorgungsstufe gehört es an?
- Welche Spezialambulanzen gibt es, etwa für Kardiologie, Neuropädiatrie oder Diabetes?
- Wie sind Dienste und Rufbereitschaft geregelt?
- Ist eine Rotation in eine kinder- und jugendärztliche Praxis möglich?
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Ein Rotationsplan führt durch Allgemeinpädiatrie, Neonatologie, Intensivmedizin und Ambulanz
- Ultraschall wird regelmäßig angeleitet
- Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen sind fest eingeplant
- Der Kurs Psychosomatische Grundversorgung wird unterstützt
- Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Wie viele Kinder werden jährlich stationär versorgt?
- Wer leitet in Notfällen und auf der Intensivstation an?
- Wie werden Teilzeitmodelle eingeplant?
- Gibt es Kooperationen mit Praxen für den ambulanten Teil?
- Welche Schwerpunkt-Weiterbildungen sind am Haus möglich?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Oberärztliche Tätigkeit in einer Kinderklinik
- Niederlassung in eigener Praxis oder Anstellung
- Einer von neun Schwerpunkten, etwa Neonatologie oder Neuropädiatrie
- Kinder- und Jugendärztlicher Dienst im Gesundheitsamt
- Sozialpädiatrische Zentren und Forschung
Medizinische Entwicklung
Kinder- und Jugendmedizin im Wandel
Neue Vorsorgeangebote, strengere Qualitätsvorgaben für Frühgeborene und strukturelle Veränderungen in Klinik und Praxis prägen das Fach.
Neue Vorsorgeuntersuchung U10
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat im August 2026 eine zusätzliche Früherkennungsuntersuchung für 9- bis 10-Jährige beschlossen. Im Mittelpunkt stehen Übergewicht, Bewegung, digitaler Medienkonsum, psychische Auffälligkeiten und der Impfstatus. Die Jugenduntersuchung J1 wird künftig im Gelben Heft dokumentiert.
Spezialisierte Versorgung von Frühgeborenen
Sehr kleine Frühgeborene unter 1.250 Gramm dürfen nur in Perinatalzentren der höchsten Versorgungsstufe behandelt werden, die mindestens 25 solcher Kinder im Jahr versorgen. Die Behandlung muss eine Fachärztin oder ein Facharzt mit Schwerpunkt Neonatologie leiten; in Zentren der höchsten Stufe ist ärztliche Präsenz rund um die Uhr vorgeschrieben.
Weniger Kinderstationen, kürzere Aufenthalte
Nach Angaben der Regierungskommission Krankenhausversorgung sank die Zahl der Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin von 440 im Jahr 1991 auf 334 im Jahr 2020, die Bettenzahl im selben Zeitraum von rund 31.700 auf rund 18.000. Die durchschnittliche Verweildauer halbierte sich bis 2019 von 9,1 auf 4,2 Tage.
Neue Möglichkeiten beim Impfschutz
Die Ständige Impfkommission empfiehlt inzwischen für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten Saison eine Prophylaxe gegen das RS-Virus mit Antikörpern. Impfberatung nach den aktuellen Empfehlungen ist fester Bestandteil der Facharztweiterbildung.
Direkt auf dieser Seite
Weiterbildungsbefugnisse Kinder- und Jugendmedizin
Redaktioneller Stand
Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Kinder- und Jugendmedizin
Welche Pflichtabschnitte gibt es in der Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin?
Von den 60 Monaten müssen 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen abgeleistet werden. Bis zu 12 Monate können in anderen Gebieten erfolgen. Hinzu kommt ein 80-stündiger Kurs in Psychosomatischer Grundversorgung.
Einen eigenen Pflichtabschnitt Neonatologie oder eine feste Aufteilung zwischen Klinik und Praxis schreibt die (Muster-)Weiterbildungsordnung nicht vor. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Welche Schwerpunkte gibt es nach dem Facharzt?
Die Weiterbildungsordnung sieht neun Schwerpunkte mit jeweils 24 Monaten vor: Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie, -Gastroenterologie, -Hämatologie und -Onkologie, -Kardiologie, -Nephrologie, -Pneumologie und -Rheumatologie sowie Neonatologie und Neuropädiatrie.
Fünf davon – Endokrinologie und Diabetologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Pneumologie und Rheumatologie – waren bis 2025 Zusatz-Weiterbildungen. Wer die frühere Zusatzbezeichnung führt, darf stattdessen die Schwerpunktbezeichnung führen.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 60 Monate?
Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 60 Monate deckt die gesamte Weiterbildung ab; bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.
Befugnisse bestehen an Kinderkliniken ebenso wie in kinder- und jugendärztlichen Praxen. Welche Befugnis an welchem Ort in welchem Umfang besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.
Welche Untersuchungen muss ich im eLogbuch nachweisen?
Die Weiterbildungsordnung nennt unter anderem je 30 Früherkennungsuntersuchungen im Säuglingsalter (U2 bis U6) und im Kindesalter (U7 bis U9), 5 im Schul- und Jugendalter wie die J1, 200 Ultraschalluntersuchungen der Säuglingshüfte, 200 des Bauchraums sowie je 100 der Nieren und Harnwege und des Gehirns.
Hinzu kommen 25 Lungenfunktionsprüfungen sowie Inhalte wie die Erstversorgung von Neugeborenen, Impfberatung nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und das Erkennen von Kindeswohlgefährdung.
Wie läuft die Facharztprüfung für Kinder- und Jugendmedizin ab?
Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen, dem Nachweis über den Kurs in Psychosomatischer Grundversorgung und der Dokumentation im eLogbuch.
Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.
Für Kliniken und Praxen
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