Befugnisse und Jobs
Fachweiterbildung Pathologie
Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Pathologie planen oder eine passende Stelle suchen – im Institut, in der Praxis oder im Versorgungszentrum.
- Weiterbildung
- Befugnisse
- Jobs
- Statistik
Facharztweiterbildung
Dauer und Struktur
Die Facharztweiterbildung Pathologie dauert seit der Reform 2026 60 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten – zuvor waren es 72 Monate. Bis zu 12 Monate können in der Neuropathologie abgeleistet werden. Pflichtabschnitte außerhalb der Pathologie gibt es nicht.
Inhaltlich umfasst die Weiterbildung Makroskopie und Histopathologie mit Immunhistologie, Schnellschnittdiagnostik, Zytopathologie einschließlich gynäkologischer Zytologie, Molekularpathologie, digitale Pathologie, Obduktionen und die Mitwirkung in Tumorkonferenzen.
Bundesweite Übersicht
Weiterbildungsbefugnisse in der Pathologie
Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Pathologie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.
Ärztestatistik
Pathologie in Zahlen 2025
Ende 2025 waren im Gebiet Pathologie 1.935 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, darunter 1.796 Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie und 130 für Neuropathologie. 967 arbeiteten ambulant, davon die Mehrheit angestellt, 852 in Kliniken. Der Frauenanteil lag bei 45,3 Prozent.
Die Zahl der Facharztanerkennungen ist zuletzt deutlich gesunken: von 104 im Jahr 2023 über 79 im Jahr 2024 auf 69 im Jahr 2025. Gleichzeitig ist fast ein Drittel der Berufstätigen 60 Jahre oder älter – der Berufsverband spricht von dringend gesuchtem Nachwuchs.
Datengrundlage: Ärztestatistik der BundesärztekammerBerufstätige im Gebiet Pathologie nach Bereich:
- Stationär 852
- Ambulant angestellt 644
- Ambulant niedergelassen 323
- Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche 116
Die Zahl der Niedergelassenen sank im Vorjahresvergleich um 8 Prozent; ambulant arbeiten inzwischen doppelt so viele angestellt wie in eigener Niederlassung.
Stellenangebote
Jobs in der Pathologie
Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Pathologie an Instituten, in Praxen und Versorgungszentren – bundesweit.
Organisationen
Fachgesellschaft und Berufsverband Pathologie

Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP)
Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Pathologie mit über 1.000 Mitgliedern und zahlreichen Arbeitsgemeinschaften. Sie richtet die Jahrestagung aus, gibt die Zeitschrift „Die Pathologie“ heraus und fördert den Nachwuchs.

Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen (BDP)
Berufspolitische Vertretung der Pathologinnen und Pathologen gegenüber Selbstverwaltung und Politik, mit Unterstützung zu Qualitätssicherung, Recht und Gebühren sowie zur Aus- und Weiterbildung.
Fachgebiete
Alle Facharztkompetenzen im Überblick
Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.
Innere Medizin
Chirurgie
- Allgemeinchirurgie
- Gefäßchirurgie
- Herzchirurgie
- Kinder- und Jugendchirurgie
- Orthopädie und Unfallchirurgie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
- Viszeralchirurgie
Weitere operative Fächer
- Augenheilkunde
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Urologie
Weitere klinische Fächer
- Allgemeinmedizin
- Anästhesiologie
- Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Kinder- und Jugendmedizin
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Neurologie
- Phoniatrie und Pädaudiologie
- Physikalische und Rehabilitative Medizin
- Psychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diagnostik und Querschnittsfächer
- Anatomie
- Arbeitsmedizin
- Humangenetik
- Hygiene und Umweltmedizin
- Klinische Pharmakologie
- Laboratoriumsmedizin
- Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
- Neuropathologie
- Nuklearmedizin
- Öffentliches Gesundheitswesen
- Pathologie Diese Seite
- Pharmakologie und Toxikologie
- Physiologie
- Radiologie
- Radioonkologie und Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen
Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.
- Ärztliches Qualitätsmanagement
- Immunologie
- Medizinische Informatik
Berufsalltag
Arbeiten in der Pathologie
Viele Krebsdiagnosen werden erst unter dem Mikroskop gesichert. Pathologinnen und Pathologen beurteilen Gewebe und Zellen, bestimmen Tumortyp und -stadium und liefern mit molekularen Untersuchungen die Grundlage für zielgerichtete Therapien. Obduktionen machen dagegen nur einen kleinen Teil der Arbeit aus. Dieser Abschnitt hilft, Stellen in Institut, Praxis und Versorgungszentrum fachlich einzuordnen.
Zwischen Mikroskop, Molekularlabor und Tumorkonferenz
Den Kern der Arbeit bildet die Diagnostik an Gewebeproben und Zellen: Biopsien und Operationspräparate zuschneiden und befunden, Schnellschnitte während laufender Operationen beurteilen, Zellabstriche auswerten. Immunhistologie und Molekularpathologie ergänzen die klassische Mikroskopie.
Pathologinnen und Pathologen sind in den Tumorkonferenzen der Krebszentren fest vertreten und beraten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Obduktionen bei natürlicher Todesursache gehören ebenfalls zum Fach, machen nach Angaben des Berufsverbands aber nur rund fünf Prozent der Tätigkeit aus.
Institut, Praxis oder Versorgungszentrum
Pathologie findet an Universitäts- und Klinikinstituten ebenso statt wie in Praxen und Versorgungszentren. Nach Angaben des Berufsverbands hat nur ein kleiner Teil der Krankenhäuser eine eigene Pathologie; die übrigen arbeiten mit externen Instituten zusammen.
Vor einer Bewerbung lohnt es sich, diese Fragen zu klären:
- Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis ab?
- Welches Spektrum wird befundet – auch Neuropathologie, Dermatopathologie und Zytologie?
- Gibt es ein eigenes Molekularlabor?
- Ist die Pathologie bereits digitalisiert, und werden KI-Werkzeuge genutzt?
- Werden Obduktionen durchgeführt, damit die Richtzahl erreichbar ist?
- Wie werden Befunde gegengelesen und besprochen?
Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen
- Befunde werden regelmäßig gemeinsam am Mikroskop besprochen
- Organsysteme werden gezielt rotiert
- Molekularpathologie ist fest eingeplant
- Teilnahme an Tumorkonferenzen ist vorgesehen
- Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
Fragen für das Vorstellungsgespräch
- Wie viele Fälle befundet das Institut im Jahr?
- Welche Kooperationen gibt es mit Krebszentren?
- Gibt es eine Rotation in die Neuropathologie?
- Wie werden Teilzeitmodelle eingeplant?
- Wer liest meine Befunde gegen?
Perspektiven nach dem Facharzt
- Oberärztliche Tätigkeit an einem Institut
- Anstellung oder Niederlassung in Praxis oder Versorgungszentrum
- Spezialisierung, etwa in Molekular-, Uro- oder Hämatopathologie
- Digitale Pathologie und Medizininformatik
- Forschung und Lehre an Universitäten
Medizinische Entwicklung
Pathologie im Wandel
Präzisionsonkologie, Digitalisierung und eine verkürzte Weiterbildung verändern das Fach.
Schlüsselrolle in der Krebsmedizin
Nach Angaben des Berufsverbands arbeiten über 1.800 zertifizierte Organkrebszentren mit 316 Pathologie-Instituten zusammen. In den regelmäßigen Tumorkonferenzen ist die Pathologie persönlich vertreten.
Molekularpathologie als Basis zielgerichteter Therapien
Bei vielen Tumoren bestimmen molekulare Merkmale die Therapie – beim Lungenkrebs etwa Veränderungen in Genen wie EGFR, ALK, KRAS oder ROS1. Die Molekularpathologie ist damit ein zentraler Bestandteil der Präzisionsonkologie.
Digitale Pathologie und KI
Gewebeschnitte werden zunehmend eingescannt und am Bildschirm befundet. Künstliche Intelligenz kann dabei unterstützen, etwa bei der Einstufung von Prostatakrebs – nach Einschätzung der Fachgesellschaft als zusätzliches Werkzeug, nicht als Ersatz. Digitale Pathologie ist inzwischen Inhalt der Weiterbildung.
Kürzere Weiterbildung, gesuchter Nachwuchs
Mit der Reform 2026 wurde die Weiterbildung von 72 auf 60 Monate verkürzt. Zugleich wird Nachwuchs gesucht: Die Zahl der Anerkennungen ist gesunken, und fast ein Drittel der Berufstätigen ist 60 Jahre oder älter.
Direkt auf dieser Seite
Redaktioneller Stand
Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Pathologie
Wie lange dauert die Weiterbildung Pathologie seit der Reform 2026?
Seit 2026 sieht die (Muster-)Weiterbildungsordnung 60 statt bisher 72 Monate vor. Bis zu 12 Monate können in der Neuropathologie absolviert werden; weitere Pflichtabschnitte, etwa in der Patientenversorgung, gibt es nicht.
Ob und ab wann die Verkürzung gilt, richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer – sie übernimmt die Änderungen der Musterordnung in eigenes Recht.
Was unterscheidet Pathologie, Neuropathologie und Rechtsmedizin?
Pathologie und Neuropathologie gehören zum selben Gebiet: Die Neuropathologie konzentriert sich auf Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskulatur. Beide dauern 60 Monate, bis zu 12 Monate sind jeweils gegenseitig anrechenbar.
Die Rechtsmedizin ist ein eigenes Gebiet für rechtliche Fragestellungen. Pathologinnen und Pathologen obduzieren nur bei natürlicher Todesursache; gerichtliche Obduktionen gehören zur Rechtsmedizin.
Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 24, 36 oder 60 Monate?
Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine Befugnis über 60 Monate deckt die gesamte Weiterbildung ab; bei anteiligen Befugnissen müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten absolviert werden.
Befugnisse bestehen an Instituten in Kliniken ebenso wie in Praxen und Versorgungszentren. Welche Befugnis an welchem Ort besteht, zeigt die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite.
Welche Befunde muss ich im eLogbuch nachweisen?
Die Weiterbildungsordnung nennt 15.000 histopathologische Befunde, davon 500 Schnellschnitte, 1.000 zytopathologische Untersuchungen, 5.000 gynäkologische Zellabstriche, 150 Obduktionen und die Mitwirkung an 30 Tumorkonferenzen.
Hinzu kommen molekularpathologische Untersuchungen und digitale Pathologie. Dermatopathologie und gynäkologische Exfoliativ-Zytologie sind fester Bestandteil des Facharztes.
Wie läuft die Facharztprüfung für Pathologie ab?
Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation im eLogbuch.
Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Prüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird. Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer.
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