Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.

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Illustration eines menschlichen Kopfprofils mit stilisiertem Gehirn zum Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Facharztweiterbildung umfasst nach der MWBO 60 Monate Psychiatrie und Psychotherapie. Davon müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung und 6 Monate in der Neurologie abgeleistet werden. Zum Kompetenzerwerb können bis zu 6 Monate in Allgemeinmedizin, Innerer Medizin oder Neurologie sowie bis zu 12 Monate in Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie erfolgen. Die psychotherapeutische Weiterbildung mit Theorie, Supervision, Selbsterfahrung und Balintgruppe läuft über die gesamte Zeit mit.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Psychiatrie und Psychotherapie

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Psychiatrie und Psychotherapie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Psychiatrie und Psychotherapie in Zahlen 2025

13.571Ärztinnen und Ärzte mit Gebietsbezeichnung Psychiatrie und Psychotherapie waren am 31. Dezember 2025 in Deutschland berufstätig.
Anerkennungen 2025680
ambulant tätig5.233
stationär tätig6.904
Frauenanteiletwa 55 Prozent

Zum Jahresende 2025 waren 13.571 Ärztinnen und Ärzte mit Gebietsbezeichnung Psychiatrie und Psychotherapie berufstätig, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind 2.078 mit der früheren Bezeichnung Psychiatrie und 297 mit dem Schwerpunkt Forensische Psychiatrie.

5.233 arbeiteten ambulant und 6.904 stationär; zusätzlich waren 536 in Behörden oder Körperschaften und 898 in sonstigen Bereichen tätig. Damit ist das Fach in Klinik und Praxis gleichermaßen stark vertreten.

Datengrundlage: Ärztestatistik 2025 der Bundesärztekammer

Weitere Kennzahlen:

  • berufstätige Psychiaterinnen 7.435
  • niedergelassen tätig 4.385
  • unter 40 Jahre alt 1.351
  • über 65 Jahre alt 1.762

2025 wurden 680 Facharztanerkennungen in der Psychiatrie und Psychotherapie erteilt, darunter 402 an Ärztinnen. 2023 waren es 624 und 2024 619 Anerkennungen. 37 Prozent der Berufstätigen sind 60 Jahre oder älter, unter den Niedergelassenen rund die Hälfte.

Stellenangebote

Jobs in der Psychiatrie und Psychotherapie

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Psychiatrie und Psychotherapie in Klinik und Praxis – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Psychiatrie und Psychotherapie

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für psychische Gesundheit in Deutschland mit mehr als 13.000 Mitgliedern. Sie entwickelt Leitlinien, fördert Forschung, Fort- und Weiterbildung und setzt sich für eine bessere Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein.

Fachgesellschaft

Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP)

Berufspolitische Interessenvertretung der psychiatrisch und psychotherapeutisch tätigen Ärztinnen und Ärzte – niedergelassen, angestellt und in Weiterbildung. Der BVDP setzt sich für die ambulante und stationäre psychiatrische Versorgung ein und arbeitet eng mit den Berufsverbänden der Nervenärzte und Neurologen zusammen.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Forensische Psychiatrie
  • Geriatrie
  • Psychoanalyse
  • Rehabilitationswesen
  • Schlafmedizin
  • Sexualmedizin
  • Sozialmedizin
  • Spezielle Schmerztherapie

Berufsalltag

Arbeiten in der Psychiatrie und Psychotherapie

Psychiatrie kann Akutstation und Notaufnahme, Tagesklinik, psychiatrische Institutsambulanz, Praxis, Konsiliardienst oder Maßregelvollzug bedeuten. Ob der Alltag von Psychosen, Depressionen, Suchterkrankungen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen oder Demenzen geprägt wird, hängt stark vom Versorgungsauftrag ab. Für die Stellenwahl zählen deshalb nicht nur Klinikgröße und Bezeichnung, sondern Rotationsplan, Supervision, die Organisation der Psychotherapie-Weiterbildung und ein verlässlicher Zugang zu den Pflichtabschnitten.

Redaktion: valmediAktualisiert: 8. Oktober 2026Quellen: Bundesärztekammer, DGPPN und BVDP
Arbeitsalltag

Zwischen Gespräch, Pharmakotherapie und Krisenintervention

Kern des Fachs ist die psychiatrische Exploration: Anamnese, psychopathologischer Befund und körperliche Untersuchung führen zur Diagnose und zur Behandlungsplanung. Die Therapie verbindet Psychotherapie, Psychopharmakotherapie und sozialpsychiatrische Hilfen und wird im multiprofessionellen Team mit Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Fachtherapien umgesetzt.

Akute Situationen gehören dazu: Suizidalität, akute Psychosen, Delir oder Intoxikationen verlangen rasche Einschätzung, klare Absprachen und eine sorgfältige Abwägung, wenn Behandlung gegen den Willen von Patientinnen und Patienten im Raum steht.

Gleichzeitig ist Psychiatrie ein Fach der langfristigen Begleitung. Menschen mit chronischen Psychosen, wiederkehrenden Depressionen oder Abhängigkeitserkrankungen werden oft über Jahre behandelt – in der Klinik, in der Institutsambulanz oder in der Praxis, häufig gemeinsam mit Angehörigen und Hilfesystemen.

Stellenprofil

Was eine psychiatrische Stelle wirklich ausmacht

Eine Universitätsklinik mit Spezialstationen bietet ein anderes Profil als ein Fachkrankenhaus mit Pflichtversorgung für eine ganze Region, eine psychiatrische Abteilung am Allgemeinkrankenhaus, eine forensische Klinik oder eine Praxis. Für die Weiterbildung ist entscheidend, wie verlässlich Rotationen, Psychotherapie-Ausbildung und Supervision organisiert sind.

Vor einer Bewerbung sind konkrete Fragen hilfreicher als allgemeine Versprechen:

  • Wie sind Rotationen auf Akut-, Sucht-, Gerontopsychiatrie- und Psychotherapiestationen geregelt?
  • Wo und wann absolviere ich die sechs Monate Neurologie?
  • Wer organisiert und bezahlt Theorie, Selbsterfahrung, Supervision und Balintgruppe?
  • Werden diese Termine in der Arbeitszeit ermöglicht?
  • Gibt es Erfahrungen in Tagesklinik, Institutsambulanz und Konsiliardienst?
  • Wie viele Patientinnen und Patienten betreut eine Assistenzärztin oder ein Assistenzarzt auf Station?
  • Wie werden Dienste vorbereitet und fachärztlich abgesichert?
  • Gibt es feste Supervisionszeiten und regelmäßige eLogbuch-Gespräche?

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Schriftlicher Rotationsplan für Stationen, Tagesklinik, Ambulanz und Neurologie
  • Psychotherapie-Curriculum mit Theorie, Supervision und Selbsterfahrung
  • Stufenweise Einarbeitung in Dienste und Kriseninterventionen
  • Fallbesprechungen und Supervision im multiprofessionellen Team
  • Mindestens jährliche Weiterbildungsgespräche entlang des eLogbuchs
  • Zugang zu Fortbildung, Facharztrepetitorien und Gutachtenpraxis

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele der 60 Monate deckt die Befugnis ab?
  • Ist der Neurologie-Abschnitt am Haus oder im Verbund gesichert?
  • Welches Psychotherapieverfahren wird angeboten?
  • Werden Kosten für Selbsterfahrung und Supervision übernommen?
  • Wie viele Weiterzubildende teilen sich die Rotationsplätze?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberarzt- und Leitungsfunktionen in Klinik und Tagesklinik
  • Niederlassung in Praxis oder MVZ
  • Spezialisierung etwa in Sucht-, Geronto- oder Psychotraumatologie
  • Forensische Psychiatrie und Begutachtung
  • Klinische Forschung, Leitlinienarbeit und Hochschulmedizin

Medizinische Entwicklung

Psychiatrie im Wandel

Die Psychiatrie verbindet Akutmedizin, Psychotherapie und langfristige Versorgung. Neue Versorgungsformen, verbindliche Personalvorgaben und digitale Angebote verändern den Alltag – und der Bedarf an Fachärztinnen und Fachärzten bleibt hoch.

Hoher Versorgungsbedarf

Nach der bundesweiten Studie DEGS1-MH erfüllen jedes Jahr rund 28 Prozent der Erwachsenen die Kriterien einer psychischen Erkrankung; am häufigsten sind Angststörungen und Depressionen. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen hat im selben Jahr Kontakt zu einer Behandlerin oder einem Behandler.

Behandlung dort, wo Menschen leben

Neben Station und Tagesklinik gewinnen ambulante und aufsuchende Formen an Gewicht: Psychiatrische Institutsambulanzen versorgen Menschen mit schweren und langwierigen Erkrankungen, und mit der stationsäquivalenten Behandlung können Kliniken Akutbehandlung auch im häuslichen Umfeld anbieten.

Verbindliche Personalvorgaben

Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik legt Mindestvorgaben für ärztliches und weiteres Personal fest. Für Bewerberinnen und Bewerber lohnt der Blick darauf, wie ein Haus die Vorgaben im Stationsalltag umsetzt.

Digitale Angebote und Telemedizin

Digitale Gesundheitsanwendungen, Videosprechstunden und strukturierte Online-Programme ergänzen die Behandlung, vor allem bei Depressionen und Angststörungen. Sie ersetzen weder Diagnostik noch therapeutische Beziehung, verlangen aber Wissen über Indikation, Datenschutz und Grenzen.

Generationenwechsel in Klinik und Praxis

37 Prozent der berufstätigen Fachärztinnen und Fachärzte sind 60 Jahre oder älter, in den Praxen rund die Hälfte. In den kommenden Jahren stehen deshalb viele Praxisübergaben und Leitungswechsel an – mit guten Perspektiven für den Nachwuchs.

Redaktioneller Stand

6. Oktober 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie

Wie lange dauert die Facharztweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie?

Die MWBO sieht 60 Monate Psychiatrie und Psychotherapie vor. Davon müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung und 6 Monate in der Neurologie abgeleistet werden. Bis zu 6 Monate können in Allgemeinmedizin, Innerer Medizin oder Neurologie und bis zu 12 Monate in Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie erfolgen.

Die MWBO ist nicht unmittelbar rechtsverbindlich. Entscheidend sind die Weiterbildungsordnung, Übergangsbestimmungen und Anerkennungspraxis der zuständigen Landesärztekammer.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis in der Psychiatrie und Psychotherapie?

Die Befugnis legt fest, in welchem Umfang eine Ärztin oder ein Arzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte Weiterbildung anleiten und bescheinigen darf. Eine Befugnis kann die gesamte oder nur einen Teil der Weiterbildungszeit abdecken.

Fehlen Pflichtabschnitte oder Monate, etwa der stationäre Anteil oder die Neurologie, müssen sie an einer anderen Weiterbildungsstätte oder in einem Verbund ergänzt werden. Den ausgewiesenen Umfang finden Sie in der bundesweiten Befugnissuche.

Kann ich die Facharztweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie in Teilzeit absolvieren?

Ja. Nach der MWBO muss die Teilzeitweiterbildung hinsichtlich Gesamtdauer, Niveau und Qualität einer ganztägigen Weiterbildung entsprechen; in der Regel beträgt der Umfang mindestens die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kalenderdauer verlängert sich entsprechend.

Die konkrete Anrechnung entscheidet die Landesärztekammer. Vor Vertragsabschluss sollte außerdem geklärt werden, wie Dienste, Rotationen sowie Selbsterfahrung, Supervision und Balintgruppe in Teilzeit organisiert sind.

Welche Psychotherapie-Anteile verlangt die MWBO?

Weiterzubildende wählen ein Verfahren: Verhaltenstherapie, psychodynamische beziehungsweise tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder systemische Therapie. Gefordert sind unter anderem 80 Stunden Theorie- und Fallseminare, 10 dokumentierte Einzelpsychotherapien unter Supervision, 80 Stunden Gruppenpsychotherapie, 100 Stunden Selbsterfahrung im gewählten Verfahren sowie 35 Doppelstunden Balintgruppe oder interaktionsbezogene Fallarbeit.

Die Nachweise richten sich nach der WBO und dem eLogbuch der Landesärztekammer. Im Bewerbungsgespräch lohnt die Frage, ob Theorie, Supervision und Selbsterfahrung vom Arbeitgeber organisiert, bezahlt und in der Arbeitszeit ermöglicht werden.

Welche Zusatz-Weiterbildungen sind für Psychiaterinnen und Psychiater häufig relevant?

Als Schwerpunkt kommt die Forensische Psychiatrie mit 24 Monaten Weiterbildung nach der Facharztanerkennung infrage. Je nach Arbeitsplatz sind außerdem Zusatz-Weiterbildungen wie Geriatrie, Schlafmedizin, Spezielle Schmerztherapie oder Palliativmedizin relevant. Die suchtmedizinische Grundversorgung ist bereits Teil der Facharztweiterbildung.

Welche Facharztanerkennung, Zeiten und Inhalte vorausgesetzt werden, regelt die zuständige Landesärztekammer. Eine Auswahl finden Sie in der Übersicht der Facharztkompetenzen.

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb