Befugnisse und Jobs

Fachweiterbildung Nephrologie

Für Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung planen oder eine passende Stelle suchen – von der Weiterbildungsstelle bis zur Facharzt- und Oberarztposition.

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Stilisierte Illustration einer menschlichen Niere zum Fachgebiet Nephrologie

Facharztweiterbildung

Dauer und Struktur

Die Weiterbildung erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten und ist in verschiedene Weiterbildungsabschnitte gegliedert. Der größte Teil wird in der Inneren Medizin und in der Nephrologie absolviert; Teile können auch in der ambulanten Versorgung erfolgen. Von den 30 Monaten im Fachgebiet müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung abgeleistet werden; hinzu kommen jeweils 6 Monate in der Dialyse, in der Notfallaufnahme und in der Intensivmedizin.

Bundesweite Übersicht

Weiterbildungsbefugnisse in der Nephrologie

Zentrale bundesweite Übersicht über Weiterbildungsermächtigungen in der Nephrologie – über alle Landesärztekammern hinweg. Aktuelle Stellenangebote sind direkt mit den Weiterbildungsbefugnissen verknüpft.

Die Weiterbildungssuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Ärztestatistik

Nephrologie in Zahlen 2025

2.989 Fachärztinnen und Fachärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Nephrologie sind in Deutschland berufstätig.
Anerkennungen 2025 132
ambulant tätig 1.755
stationär tätig 1.020
Frauenanteil etwa 40 Prozent

Im Jahr 2025 waren 2.989 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Nephrologie berufstätig. Hinzu kommen 59 Kinder- und Jugendmedizinerinnen und -mediziner mit nephrologischem Schwerpunkt.

Von den ambulant oder stationär tätigen Nephrologinnen und Nephrologen arbeiteten 1.755 im ambulanten und 1.020 im stationären Bereich. Die Nephrologie ist damit deutlich stärker ambulant geprägt als die meisten internistischen Fächer – eine direkte Folge der überwiegend ambulant organisierten Dialyseversorgung. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 39,9 Prozent.

Datengrundlage: Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Weiterbildungsbezeichnungen in der Nephrologie:

  • Schwerpunkt Nephrologie 1.375
  • Innere Medizin und Nephrologie 1.365
  • Innere Medizin und SP Nephrologie 219
  • Teilgebiet Nephrologie 30

Im Jahr 2025 wurden 132 Facharztanerkennungen für Innere Medizin und Nephrologie erteilt. Der Frauenanteil bei den neuen Fachärztinnen und Fachärzten betrug 47,0 Prozent und lag damit über dem aktuellen Frauenanteil im Fachgebiet insgesamt.

Stellenangebote

Jobs in der Nephrologie

Stellenangebote für Ärztinnen und Ärzte in der Nephrologie in Klinik und Praxis – bundesweit.

Die Jobsuche kann auch in andere Websites eingebunden werden – datenschutzkonform und ohne Programmierung.

Organisationen

Fachgesellschaft und Berufsverband Nephrologie

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN)

Wissenschaftliche Fachgesellschaft der Nephrologie in Deutschland mit Leitlinienarbeit, Registern, Jahrestagung und strukturierter ärztlicher Fort- und Weiterbildung.

Fachgesellschaft

Berufsverband der Nephrologinnen und Nephrologen in Deutschland e. V. (DN)

Bundesweiter Berufsverband und berufspolitische Interessenvertretung der nephrologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte in Nierenzentren, Praxen und Kliniken – angestellt, selbstständig oder in Weiterbildung.

Bundesverband

Fachgebiete

Alle Facharztkompetenzen im Überblick

Die Übersicht führt alle Facharztkompetenzen der Weiterbildungsordnung auf. Verlinkt sind die Fachgebiete, zu denen es bereits eine eigene Seite mit Weiterbildung, Weiterbildungsbefugnissen und Stellenangeboten gibt. Weitere Seiten entstehen gerade.

Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte vertiefen das eigene Fachgebiet und schließen an die Facharztanerkennung an. Zusatz-Weiterbildungen erweitern das Spektrum über das Fachgebiet hinaus; die meisten setzen eine Facharztanerkennung voraus, einzelne wie die Notfallmedizin lassen sich schon während der Facharztweiterbildung erwerben. Aufgeführt ist eine Auswahl, die für dieses Fachgebiet besonders relevant ist.

  • Diabetologie
  • Geriatrie
  • Intensivmedizin
  • Palliativmedizin
  • Rehabilitationswesen
  • Sozialmedizin
  • Transplantationsmedizin

Berufsalltag

Arbeiten in der Nephrologie

Zwei Abteilungen können die gleiche Bezeichnung tragen und völlig verschiedene Arbeitstage bedeuten: An einem Haus prägen Station, Konsildienst und akutes Nierenversagen auf der Intensivstation den Tag, am anderen ein Transplantationszentrum mit Nachsorge und Immunsuppression, im Nierenzentrum die Dialyse und die langfristige Betreuung chronisch nierenkranker Menschen. Dieser Abschnitt hilft, Stellenausschreibungen fachlich einzuordnen – was den Alltag prägt, welche Fragen ein Stellenprofil klären sollte und woran eine gut strukturierte Weiterbildung zu erkennen ist.

Redaktion: valmedi Aktualisiert: 8. Oktober 2026 Quellen: DGfN, DN und Bundesärztekammer
Arbeitsalltag

Zwischen Dialyse, Station und Transplantationsnachsorge

Die Nephrologie ist ein Fach der langen Linien. Chronische Nierenkrankheit, Dialyse und Transplantation begleiten Patientinnen und Patienten über Jahre, oft über Jahrzehnte – kaum ein anderes internistisches Fachgebiet baut so dauerhafte Behandlungsbeziehungen auf.

Gleichzeitig ist die Nephrologie ein akutes Fach: Das akute Nierenversagen gehört zu den häufigsten Komplikationen auf Intensivstationen, Nierenersatzverfahren müssen kurzfristig begonnen und gesteuert werden, schwere Elektrolyt- und Säure-Basen-Störungen brauchen schnelle Entscheidungen. Dazu kommen immunologisch geprägte Krankheitsbilder – Glomerulonephritiden, Vaskulitiden, Autoimmunerkrankungen mit Nierenbeteiligung – und die Abklärung schwer einstellbaren Bluthochdrucks.

Charakteristisch ist außerdem die Verteilung zwischen Klinik und Praxis: Die Dialyseversorgung findet in Deutschland überwiegend ambulant statt. Nephrologische Weiterbildung führt deshalb fast immer über beide Welten – Klinik und Nierenzentrum.

Stellenprofil

Was eine nephrologische Stelle wirklich ausmacht

Die Bezeichnung der Abteilung sagt wenig über den späteren Arbeitsalltag. Entscheidend ist, welche Verfahren am Haus tatsächlich vorgehalten werden: Gibt es eine eigene Dialyse – und wie werden die vorgeschriebenen sechs Dialysemonate organisiert, intern oder über eine Kooperation mit einem Nierenzentrum? Werden kontinuierliche Nierenersatzverfahren auf der Intensivstation nephrologisch verantwortet? Wird transplantiert oder nachbetreut?

Universitätskliniken und Transplantationszentren setzen zusätzliche Schwerpunkte in der Immunologie, in seltenen Nierenerkrankungen und in der Forschung. In Nierenzentren, Praxen und Medizinischen Versorgungszentren bestimmen Dialyse, Sprechstunde, Shuntbetreuung und die langfristige Begleitung chronisch nierenkranker Menschen den Tagesablauf.

Vor einer Bewerbung sind deshalb konkrete Fragen wichtiger als allgemeine Aussagen:

  • Wie und wo werden die vorgeschriebenen sechs Monate Dialyse abgedeckt?
  • Welche Verfahren sind etabliert: Hämodialyse, Peritonealdialyse, Heimdialyse, Apherese?
  • Wer verantwortet die Nierenersatzverfahren auf der Intensivstation?
  • Werden Nierenbiopsien durchgeführt – und ab wann selbst?
  • Gibt es Transplantationsvorbereitung, Transplantationsnachsorge oder ein eigenes Transplantationszentrum?
  • Wie ist die Shuntversorgung organisiert und mit welcher Fachabteilung?
  • Besteht eine Sprechstunde für Glomerulonephritiden, Hypertonie oder seltene Nierenerkrankungen?
  • Werden die Untersuchungszahlen für den Weiterbildungskatalog erreichbar eingeplant?

So wird aus einer Stellenbezeichnung ein konkretes fachliches Profil – und für Bewerberinnen und Bewerber erkennbar, was sie in einer Abteilung tatsächlich erwartet.

Woran Sie eine strukturierte Weiterbildung erkennen

  • Die Befugnis deckt möglichst viele der 36 Fachmonate ab – der Rest ist über einen festen Rotations- oder Verbundplan geregelt
  • Der Dialyseabschnitt ist verbindlich terminiert, nicht „irgendwann später“
  • Regelmäßige Weiterbildungsgespräche entlang des Logbuchs
  • Sonographie, Biopsien und Shuntbeurteilung werden angeleitet selbst durchgeführt
  • Zeit für Kongresse, Fortbildung und ggf. Studienbeteiligung

Fragen für das Vorstellungsgespräch

  • Wie viele Monate der Weiterbildung deckt die Befugnis am Haus ab?
  • Wann und wo absolviere ich die sechs Monate Dialyse?
  • Ab wann punktiere und biopsiere ich selbst?
  • Wie ist der nephrologische Dienst auf der Intensivstation organisiert?
  • Wie viele Fachärztinnen und Fachärzte tragen die Anleitung?

Perspektiven nach dem Facharzt

  • Oberärztliche Verantwortung für Station, Dialyse oder Konsildienst
  • Tätigkeit oder Niederlassung im Nierenzentrum beziehungsweise MVZ
  • Transplantationsmedizin und Transplantationsnachsorge
  • Schwerpunkte in Immunnephrologie, Hypertensiologie oder Intensivmedizin
  • Klinische Forschung, Registerarbeit und Studienzentren

Medizinische Entwicklung

Nephrologie in Bewegung

Erstmals seit Jahrzehnten steht eine wirksame medikamentöse Verzögerung des Nierenfunktionsverlusts zur Verfügung – das verändert Früherkennung, Sprechstunde und Versorgungsplanung zugleich.

Nephroprotektion: von der Verwaltung zur Behandlung

Lange bestand die Therapie der chronischen Nierenkrankheit im Wesentlichen aus Blutdruck- und Risikofaktorenkontrolle. Mit den SGLT2-Hemmern hat sich das grundlegend geändert: Sie verlangsamen den Funktionsverlust unabhängig davon, ob ein Diabetes vorliegt. Ergänzt wird das Spektrum durch den nichtsteroidalen Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten Finerenon und zunehmend durch GLP-1-Rezeptoragonisten.

In der Folge rückt die Früherkennung nach vorn: Wer Nierenkrankheit früh erkennt, kann Dialysepflichtigkeit hinauszögern oder vermeiden. Screening, Albuminurie-Bestimmung und die enge Verzahnung mit Hausarztpraxis und Diabetologie werden damit zu einem festen Teil des nephrologischen Alltags.

Immunnephrologie: zielgerichtete Therapien

Bei den glomerulären Erkrankungen – allen voran der IgA-Nephropathie – sind erstmals krankheitsspezifische Therapien verfügbar, die gezielt in die Krankheitsmechanismen eingreifen statt breit zu immunsupprimieren. Die Diagnostik über die Nierenbiopsie gewinnt dadurch an Bedeutung, weil die Behandlung sich stärker als früher nach der konkreten Entität richtet.

Dialyse: mehr Wahlmöglichkeiten, mehr Struktur

Neben der Zentrumshämodialyse gewinnen Peritonealdialyse und Heimverfahren wieder an Aufmerksamkeit – auch weil sie Menschen mehr Selbstbestimmung und Alltagsflexibilität ermöglichen. Zugleich stellt die Versorgungsstruktur das Fach vor Herausforderungen: steigende Patientenzahlen, wirtschaftlicher Druck auf Nierenzentren und die Frage, wie die überwiegend ambulante Dialyse langfristig ärztlich besetzt wird.

Transplantation bleibt das Ziel

Die Nierentransplantation ist für viele Betroffene das Verfahren mit der besten Lebensqualität und Prognose – begrenzt vor allem durch die Zahl verfügbarer Organe. Für die Nephrologie bedeutet das: sorgfältige Vorbereitung und Listung, Betreuung von Lebendspenden und eine langfristige Nachsorge, die Immunsuppression, Infektionsrisiken und Begleiterkrankungen gemeinsam im Blick behält.

Redaktioneller Stand

August 2026. Der Abschnitt dient der fachlichen Orientierung und ersetzt keine Leitlinie oder individuelle Therapieentscheidung.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Fachweiterbildung Nephrologie

Brauche ich zuerst den Facharzt für Innere Medizin, bevor ich Nephrologin oder Nephrologe werden kann?

Nein. Nach der aktuellen (Muster-)Weiterbildungsordnung führt der direkte Weg über die 72-monatige Facharztweiterbildung „Innere Medizin und Nephrologie" – ein vorgeschalteter Facharzt für Innere Medizin ist dafür nicht erforderlich.

Ältere Bezeichnungen wie „Schwerpunkt Nephrologie" stammen aus früheren Weiterbildungsordnungen, in denen die Spezialisierung auf den Internisten aufsetzte; sie werden in der Ärztestatistik weiterhin ausgewiesen und stellen dort sogar die größte Gruppe. Für sie gilt eine Übergangsbestimmung: Wer den Schwerpunkt Nephrologie oder die Bezeichnung „Innere Medizin und Schwerpunkt Nephrologie" führen darf, ist berechtigt, stattdessen die Facharztbezeichnung „Innere Medizin und Nephrologie" zu führen. Welche Regelung im Einzelfall gilt, richtet sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Wie viele Monate der Weiterbildung muss ich in der Dialyse absolvieren?

Die Weiterbildungsordnung schreibt sechs Monate in der Dialyse verbindlich vor. Sie liegen innerhalb der 36 Monate, die in der Facharztkompetenz Innere Medizin und Nephrologie abzuleisten sind.

Weil die Dialyseversorgung in Deutschland überwiegend ambulant erfolgt, ist dieser Abschnitt für die Stellenwahl besonders wichtig: Nicht jede Klinik verfügt über eine eigene Dialyse; viele Weiterbildungsstätten kooperieren dafür mit einer nephrologischen Praxis oder einem Nierenzentrum. Klären Sie deshalb früh, wann und wo dieser Abschnitt stattfindet – die bundesweite Befugnissuche auf dieser Seite zeigt, welche Befugnisse an welchem Ort bestehen.

Was bedeutet eine Weiterbildungsbefugnis über 18, 24 oder 36 Monate?

Die Weiterbildungsbefugnis gibt an, wie viele Monate der Weiterbildung bei einer bestimmten weiterbildungsbefugten Ärztin oder einem Arzt an einer Weiterbildungsstätte anerkannt absolviert werden können. Eine umfassende Befugnis deckt die gesamte fachspezifische Weiterbildungszeit ab; bei anteiligen Befugnissen – etwa über 18 oder 24 Monate – müssen weitere Abschnitte an anderen Weiterbildungsstätten oder in einem Weiterbildungsverbund absolviert werden.

Befugnisse bestehen dabei nicht nur in Kliniken: Gerade in der Nephrologie besitzen auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Nierenzentren anteilige Befugnisse, sodass Teile der Weiterbildung ambulant absolviert werden können.

Kann ich die Facharztweiterbildung Nephrologie in Teilzeit absolvieren?

Ja, grundsätzlich ist die Weiterbildung in Teilzeit möglich. Die Weiterbildungszeit wird entsprechend dem Beschäftigungsumfang angerechnet; Umfang, Mindestbeschäftigung und Berechnung richten sich nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Zu beachten ist: Bei Teilzeit verlängert sich die kalendarische Weiterbildungsdauer entsprechend. Eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Kammer und der weiterbildungsbefugten Person schafft Planungssicherheit.

Wie läuft die Facharztprüfung für Innere Medizin und Nephrologie ab?

Nach Abschluss der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit wird die Zulassung zur Facharztprüfung bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt – mit den Weiterbildungszeugnissen und der Dokumentation aus dem Logbuch. Die Kammer prüft die Voraussetzungen und lädt zur Facharztprüfung vor einem Prüfungsausschuss, die als mündliches Fachgespräch geführt wird.

Ablauf, Fristen und Einzelheiten regelt die jeweilige Landesärztekammer – verbindlich sind daher immer die Vorgaben der Kammer, bei der die Prüfung abgelegt wird.

Für Kliniken und Praxen

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Andrea Herberhold Marketing und Vertrieb